News vom 22.05.2018

TeenSafe: App für Kinderüberwachung stellt Logindaten ins Internet

Ein Artikel von , veröffentlicht am 21.05.2018, bearbeitet am22.05.2018

Mit der iOS-App „TeenSafe“ können Eltern Ihre Kinder per Smartphone überwachen: Ihre Textnachrichten mitlesen, nachverfolgen, wo sie sind, welche Webseiten sie öffnen und vieles mehr. Nun stellte der Dienst mehr als 10.000 Apple-IDs samt Passwörter seiner Kunden versehentlich auf einen ungesicherten Server im Internet.

Nun hat es den Anbieter der iOS-App TeenSafe erwischt: Der britische Sicherheitsforscher Robert Wiggins fand heraus, dass mehrere tausend Kundendatensätze der Firma ungesichert auf einem Amazon-Server lagen. Der Server ist mittlerweile offline.

Pikant: In den Datensätzen waren unter anderem die Apple-ID samt Passwort der überwachten iPhones zu finden. Hätten unbefugte die Datensätze gefunden und abgegriffen, wäre ihnen damit der Zugriff auf die jeweilige private iCloud möglich gewesen. Der Dienst benötigte die Zugangsdaten offenbar, um die Geräte über deren verknüpfte iCloud zu überwachen.

Das Beispiel zeigt: Es ist nicht nur ein höchst zweifelhafter Ansatz, die eigenen Kinder per Software der elterlichen Totalüberwachung zu unterwerfen. Solche Software stellt auch automatisch ein eigenes Sicherheitsrisiko dar, weil sie schlimmstenfalls unbeschränkten Zugriff auf das Gerät der überwachten Person besitzt und sehr viele, sehr sensible Informationen über diese Person sammelt.

Und wo Daten gesammelt und gespeichert werden, da kann auch leicht einmal etwas schiefgehen - TeenSafe ist längst nicht der erste Dienst, dem das passiert. Erst Anfang Mai war zum Beispiel die beliebte (+10 Millionen Downloads) Kontakte-App Drupe dran, die Fotos, Nachrichten und andere Nutzerdaten ungeschützt auf einem Server im Internet herumliegen ließ.

Daher gilt mal wieder: Die sichersten Daten sind keine Daten.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

Teures Online-Abo kündigen – so geht’s

Beim Surfen mit dem Handy ein Werbefenster weggeklickt, und zack - teures Abo abgeschlossen? Wir erklären Ihnen, was Sie jetzt tun können, damit die Kosten überschaubar bleiben. Im Video empfehlen wir außerdem die Einrichtung einer "Drittanbieter-Sperre", die Sie zukünftig vor Betrüger*innen schützt.

Ansehen
Ratgeber 

Gesicherte Verbindung: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei WhatsApp

Whatsapp gehört zu den beliebtesten Messengern auf Smartphones. Mit Verschlüsselung polierte der Dienst sein schlechtes Image als „Datenschleuder“ auf. Einige Probleme bleiben aber bestehen, auch Mutterkonzern Facebook greift auf einige Daten zu.

Mehr
Ratgeber 

Android 10 (Q): Das ist neu bei Sicherheit und Datenschutz

Im September 2019 hat Google die zehnte Version des Betriebssystems Android veröffentlicht. Android 10 (Q) schützt den eigenen Standort und viele andere persönliche Daten deutlich besser vor dem Zugriff von Apps, bringt schnellere Sicherheitsupdates und neue Funktionen zur eigenen Nutzungskontrolle.

Mehr
Ratgeber 

Sicherheits-Desaster: Mail-Apps übertragen Passwörter

In eine Mail-App kann man seine E-Mail-Konten einbinden, in dem digitalen Briefkasten finden sich dann alle Mails auf einen Blick. Unsere Tests ergaben: Die Apps Blue Mail, TypeApp und MyMail übermitteln die Zugangsdaten für die verknüpften Konten an ihre Hersteller. Das ist so unnötig wie skandalös.

Mehr