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Wieso Updates?

Ein Artikel von , veröffentlicht am 14.08.2015, bearbeitet am09.05.2019
Pixabay CC0

Wöchentliche Updates für Apps, monatliche für das Betriebssystem, jedes Jahr ein großes Upgrade auf eine neue Version. Warum braucht man alle diese Updates überhaupt? Ganz einfach: Aktuelle Software ist sicherer. Wie sie aktuelle Versionen von Apps und Systemen bekommen, erfahren Sie hier.

Soll ich Updates immer installieren?

Aktualisierungen gibt es sowohl für Apps als auch für das Betriebssystem, also für Android oder iOS. Sie haben zwei Hauptfunktionen: Auf der einen Seite geht es darum, Fehler zu beseitigen und Sicherheitslücken zu schließen, die in der Zwischenzeit bekannt geworden sind. Solche Sicherheitslücken machen Geräte anfällig für Angriffe durch Schadsoftware.

Außerdem gibt es Updates, die Programme und Betriebssysteme effizienter machen sollen, zum Beispiel weil Apps Fehler enthalten oder zu viel Akku verbrauchen. Sie können auch neue Funktionen zu Apps oder zum System hinzufügen – zum Beispiel werden neue Geräte wie Smartwatches erst über Updates des Betriebssystems nutzbar.

Veraltete Betriebssysteme gelten bei Handys als das größte Sicherheitsrisiko. Daher raten alle Experten einstimmig, Updates und Upgrades für die Betriebssysteme zu installieren, sobald sie verfügbar sind. Auch Apps sollte man aktuell halten.

Updates und Upgrades: Was ist was?

Man kann zwischen Updates und Upgrades unterscheiden. Beim Update bleibt das Programm oder das Betriebssystem im Wesentlichen gleich, es gibt nur kleinere Verbesserungen. Von einem Upgrade spricht man, wenn größere Änderungen vorgenommen wurden.

Upgrades erkennt man daran, dass sich der Versionsname des Betriebssystems ändert. Bei Android zum Beispiel von „Nougat“ (Android 7.0) zu „Oreo“ (Android 8.0) oder bei Apple-Geräten von „iOS 11“ zu „iOS 12“. Wann ein Hersteller ein größeres Update zu einem Upgrade erklärt, ist nicht festgelegt und geschieht sicherlich auch aus Marketinggründen.

Kleinere Updates heißen bei Android-Geräten "Sicherheitspatches". Seit 2015 veröffentlicht Google solche Patches jeden Monat.

Wer ist für welches Update zuständig?

Apps: Ob und wann es eine Aktualisierung gibt, entscheidet der Anbieter einer App. Hat er eine neue Version fertig, lädt er diese in den jeweiligen Store – für Android wäre das meist der Play-Store, für iOS der App-Store.

Die Play-Store-App oder App-Store-App auf dem eigenen Gerät prüft regelmäßig, ob im jeweiligen Store eine neue Version zur Verfügung steht. Je nach Einstellung aktualisiert sie dann automatisch oder benachrichtigt den Nutzer.

Wie Sie die automatischen App-Updates einstellen oder einzelne Apps davon ausnehmen, erklären wir im Beitrag Automatische App-Updates für Android.

iOS-Betriebssystem: Aktualisierungen für iPhones und iPads liefert Apple. Jedes iOS-Gerät nimmt regelmäßig Kontakt zu Apple-Servern auf. Liegt dort ein Update bereit, erscheint eine Benachrichtigung auf dem Gerät. Nutzer müssen das Update oder Upgrade dann nur noch herunterladen und installieren. Das geht meistens problemlos vonstatten – die große Mehrheit aller Geräte benutzt die jeweils aktuellste iOS-Version.

Android-Betriebssystem: Die „Urform“ jeder neuen Android-Version wird unter Leitung von Google entwickelt. Diese Version passen die Gerätehersteller, zum Beispiel Samsung, dann für ihre eigenen Geräte an. Ist das Gerät an einen Provider gebunden, zum Beispiel an die Telekom, nehmen die Provider oft nochmal ihre eigenen Modifikationen vor.

Erst dann gelangt das Update oder Upgrade vom Hersteller oder Provider auf das Endgerät. Dabei kann jeder Hersteller und Provider selbst entscheiden, wann und ob überhaupt er eine Aktualisierung anpasst und an „seine“ Nutzer weiterreicht. Das gilt sowohl für Upgrades als auch für Sicherheitspatches.

Günstigere Geräte werden oft nur kurz mit Aktualisierungen versorgt. Werden bei solchen Geräten Sicherheitslücken bekannt, bleiben diese einfach bestehen. Wer ein Gerät aus dem Hause Google nutzt, etwa ein Nexus oder Pixel, hat die besten Karten: Diese Geräte erhalten Updates am schnellsten.

Wem gehört Android? Wie das meist-genutzte Handy-Betriebssystem organisiert ist, erfahren Sie im Beitrag Wie viel Google steckt in Android?

Das ist der Stand: Versionen und ihre Verbreitung

iOS:

  • Die aktuellste Version ist iOS 12, veröffentlicht September 2018. Sie läuft auf dem iPhone 5s und neuer, sowie iPad Air und neuer.
  • iOS 11, veröffentlicht September 2017. Sie läuft auf dem iPhone 5S und neuer, sowie iPad Air und neuer.
  • iOS 10, veröffentlicht September 2016. Läuft auf iPhone 5 und neuer, sowie iPad (4. Generation) und neuer.
  • Verbreitung: Aktuelle Zahlen von Apple gibt es hier.

Android

  • Die aktuellste Version ist Android 9 (Pie), Veröffentlichung der Version: September 2018. Verbreitung 10,4 Prozent (jeweils Stand Mai 2019).
  • Android 8.0 und 8.1 (Oreo), veröffentlicht ab September 2017, Verbreitung 28,3 Prozent.
  • Android 7.0 und 7.1 (Nougat), veröffentlicht ab September 2016, Verbreitung 19,2 Prozent.
  • Android 6 (Marshmallow), veröffentlicht September 2015, Verbreitung 16,9 Prozent.
  • Android 5.0 und 5.1 (Lollipop), veröffentlicht ab September 2014, Verbreitung 14,5 Prozent.
  • Android 4.4 (KitKat) und älter, Verbreitung 10,7. Aktuelle Zahlen von Android gibt es hier.
  • Wir empfehlen, Android 4.3 und älter nicht mehr zu nutzen.
Wie Sie herausfinden, welche Android-Version Sie haben, zeigen wir im Beitrag So finden Sie Android-Version und Modellnummer.

Androids Sicherheits-Patches

Kleinere Aktualisierungen werden bei Android in Form von „Patches“ (deusch: Flicken) ausgeliefert. Dabei ändert sich die Versionsnummer des Betriebssystems nicht. Wann Ihr Gerät das letzte Mal ein solches Zwischendurch-Update bekommen hat, sehen Sie unter:

Geräteeinstellungen -> Über dieses Telefon (auch: Geräteinformation) -> Android-Sicherheitspatch-Ebene (auch Patch-Level).

Diese Patches werden nach ihrem Erscheinungsdatum benannt. Steht bei Ihrem Gerät unter „Patch-Level“ also 1. Mai 2016, dann ist Ihr letztes Patch an diesem Tag erschienen. Bekommen haben Sie es aber möglicherweise erst viel später.

Ich bekomme kein Android-Upgrade mehr – ist das schlimm?

Wenn Sie sich nicht gerade ein neues Gerät gekauft haben, ist Ihr Betriebssystem vermutlich nicht auf dem aktuellsten Stand. Leider gilt daher für die Mehrzahl aller Nutzerinnen und Nutzer: Das Handy ist theoretisch angreifbar. Allerdings ist eine Sicherheitslücke erst dann ein Problem, wenn sie auch jemand ausnutzt.

Wenn Sie Ihr Gerät also so nutzen, dass Sie potentiell mit Schadprogrammen in Berührung kommen, dann ist ein altes Betriebssystem schon ein Risiko. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie oft neue Apps ausprobieren, auch mal Apps von außerhalb des Play-Stores installieren oder wenn viele Informationen über Sie öffentlich zugänglich sind, insbesondere Ihre Mobilfunknummer.

Wenn Sie seit Jahren dieselben Apps nutzen, im Play-Store bleiben und mit persönlichen Informationen zurückhaltend sind, ist die Wahrscheinlichkeit, einem Schadprogramm zu begegnen, sehr gering. In dem Fall können Sie mit einigen Sicherungs- und Vorsichtsmaßnahmen Ihr Gerät ruhig weiter nutzen.

Wie Sie Ihr Android-Gerät vor den wichtigsten Risiken schützen, erfahren Sie in unserer Checkliste Android Basissicherung.

Ein paar Eckpunkte gibt es allerdings zu beachten: Die letzte unterstützte Version, für die Google noch Updates bereithält, ist die Version 4.4 (Kitkat). Android 4.3 (Jelly Bean) wird von Google seit Ende 2014 nicht mehr aktualisiert. Daher raten wir bei Jelly Bean und älteren Versionen von der Benutzung ab.

Einige sehr gravierende Sicherheitslücken sind Mitte 2015 unter dem Namen „Stagefright“ bekannt geworden. Ist Ihr letztes Sicherheits-Patch älter als Stagefright, raten wir bei der weiteren Nutzung zu erhöhter Vorsicht.

Was es mit den Sicherheitslücken Stagefright und Stagefright 2.0 auf sich hat, erklären wir im Kurzratgeber Stagefright.

Updates bei Apps: Automatisch oder manuell

Grundsätzlich sind Updates eine gute Sache. Bei Apps sollten Sie aber trotzdem darauf achten, welche Updates sie installieren. Denn es kann passieren, dass Apps bei einem Update neue Zugriffsrechte bekommen. Hier gilt es jedesmal neu zu entscheiden, ob diese Zugriffsrechte plausibel oder übergriffig sind.

Was es mit den App-Berechtigungen auf sich hat und warum man sie genau prüfen sollte, erklären wir im Beitrag Zugriffsrechte: Was darf meine App?

Sowohl Apps aus Googles Play-Store als auch aus Apples App-Store kann man automatisch aktualisieren lassen, ohne jedem einzelnen Update extra zuzustimmen.

Bei Android-Geräten bis Version 5.1 hat das einen Haken: Beim automatischen Update wird der Nutzer über erweiterte Zugriffsrechte nicht informiert und muss auch nicht zustimmen. Ab Android 6.0 werden Nutzer bei den einwilligungspflichtigen Zugriffsrechten gefragt, bevor eine App eine neue Berechtigung nutzt. Ein automatisches Update ist ab 6.0 daher empfehlenswert.

Es werden im Play-Store auch immer wieder Schadprogramme entdeckt, die zunächst ganz harmlos sind und erst später über ein Update den bösartigen Programmcode nachladen. So versuchen Kriminelle, die Sicherheitsprüfung des Play-Stores auszutricksen.

Wir empfehlen aber auf keinen Fall, wegen dieser Möglichkeit auf Auto-Updates zu verzichten. Schadprogramme im Play-Store sind, trotz überbordender Berichterstattung, sehr selten.

Höchstens bei einzelnen, offensichtlich fragwürdigen Apps, die Sie vielleicht nur mal testen wollen, kann es sinnvoll sein, die Update-Funktion zu deaktivieren.

Hinweis: Einige Apps ignorieren die Update-Einstellungen, die Sie im Play-Store vorgenommen haben und aktualisieren sich zum Beispiel auch, wenn Sie "Automatische Updates" ausgeschaltet haben. Das machen unter anderem die Facebook-App, Facebook-Messenger und Instagram. Hier müssen Sie in der App selber nach der entsprechenden Einstellung suchen.

Wie Sie automatische App-Updates bei Android einstellen, und wie Sie einzelne Apps davon ausschließen können, erklären wir in unserem Schritt für Schritt Android App-Updates einstellen.

 

Geschrieben von

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Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

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