Ratgeber

iOS 13: Mit Apple-ID bei anderen Diensten anmelden

Ein Artikel von , veröffentlicht am 06.10.2019
Bild: iStockphoto.com / ivstiv

Apps und Online-Dienste, bei denen Sie sich bisher mit Ihrem Facebook- oder Google-Konto anmelden konnten, können seit September auch die Anmeldung mit der Apple-ID anbieten. Vorteil: Apple erstellt dabei keine Nutzungsprofile. Nachteil: Sie müssen dafür ein Apple-Gerät besitzen. Wir stellen die neue Funktion vor.

Mit Daten bezahlt: Anmeldung mit Facebook oder Google

Bei den meisten Online-Diensten müssen Sie sich erst anmelden, bevor Sie den Service nutzen können.

Weil es mühsam ist, dazu jedes Mal wieder seine E-Mail-Adresse anzugeben und sich ein neues Passwort auszudenken, gibt es dafür eine Abkürzung: Schon seit geraumer Zeit können Nutzer*innen sich mit ihrem Facebook- oder Google-Konto bei vielen Apps und Diensten anmelden. Dieses Verfahren nennt man „Single Sign On“ (deutsch etwa: einfache Anmeldung).

Der Vorteil für die Anbieter der Dienste: Sie verlieren weniger Nutzer*innen, denen es zu lästig ist, ein neues Konto anzulegen und müssen weniger Anmeldedaten verwalten.

Der Vorteil für Facebook und Google: Sie binden ihre Kund*innen stärker an sich und erfahren noch mehr über sie, zum Beispiel, wann sie welchen Dienst nutzen.

Was beim Anmelden mit Facebook im Hintergrund passiert, erklären In unserem Beitrag

Anmeldung ab jetzt auch mit Apple-ID möglich

Seit dem Start von iOS 13 im September 2019 macht Apple den Konkurrenten Facebook und Google ihr Duopol streitig. Mit der Funktion „Mit Apple anmelden“ bietet der Konzern nun ebenfalls einen "Single Sign On" an.

Ab jetzt können Sie sich bei etlichen Diensten auch mit Ihrer Apple-ID anmelden. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie mindestens ein Apple-Gerät mit iOS 13 / iPad OS 13 oder macOS Catalina 10.15 besitzen und dass Sie Ihre Apple-ID per Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen.

Und: Der entsprechende Dienst muss Apples Anmeldedienst unterstützen.

Neben iOS-Apps kommen auch beliebige Webbrowser unter Android und Windows mit der neuen Anmeldefunktion zurecht. Das bedeutet: Sie können sich von jedem beliebigen Gerät auf einer Webseite mit Ihrer Apple-ID anmelden, wenn die Webseite die Anmeldefunktion anbietet.

Marktmacht: Wer in den App-Store will, muss die neue Funktion anbieten

Direkt nach dem Start von iOS 13 sind erst wenige Diensteanbieter auf den Zug aufgesprungen. Doch das wird sich wohl schnell ändern.

Wie Apple bereits in einer Mitteilung vom Juni 2019 klarstellte, wird die neue Funktion für App-Entwickler Pflicht: Wer eine neue App in den App-Store bringen will und eine Anmeldung per Facebook und/oder Google erlaubt, muss die Anmeldung über Apple ab sofort ebenfalls anbieten; Bestands-Apps müssen ab April 2020 nachziehen.

So stellt sich die neue Anmeldefunktion dar - hier am Beispiel der Reise-App Kayak:

Die eigentliche Anmeldung ist selbsterklärend und einfacher als der Login mit Nutzernamen und Passwort

Gewinn für Nutzer*innen: Apple schützt die Privatsphäre

Auf Wunsch lässt sich auch die zur eigenen Apple-ID gehörende E-Mail-Adresse vor der App oder dem Online-Dienst verbergen.

Wer seine richtige E-Mail-Adresse nicht überall preisgeben will, kann sie verbergen. Wählen Sie dafür die Option E-Mail-Adresse verbergen.

Apple erzeugt dann eine einmalige, zufällige und nur für diese App oder diesen Dienst verwendete E-Mail-Adresse, die auf @privaterelay.appleid.com endet.

Apple erzeugt auf Wunsch eine einmalige E-Mail-Adresse, die nur für diesen Dienst gilt.

Nachrichten, die vom Dienst oder der App an diese einmalige Adresse gesendet werden, leitet Apple an das zur Apple-ID gehörende E-Mail-Postfach weiter.

Laut eigener Auskunft verfolgt Apple, anders als Facebook und Google, die Aktivitäten der Nutzer*innen, die „mit Apple anmelden“ verwenden, nicht nach. Es werden keine Nutzungsprofile erstellt.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Android-Apps ersetzen: Kontakte

Die Kontakte-App bei Android kommt häufig von Google. Standardmäßig landen damit alle Ihre Adressbuchdaten im Internet. Wenn Sie das nicht möchten, sollten Sie die Synchronisation abschalten - oder die App gleich ganz vom Handy werfen.

Mehr
Ratgeber 

Was Sie über Fortnite wissen sollten

Fortnite ist momentan das beliebteste Computer- und Handyspiel bei Jugendlichen. Während man in einer bunten Comicwelt Gegner erschießt, entsteht durch den Team-Modus auch ein soziales Netzwerk. Das Suchtpotenzial ist hoch. Wir erklären, worauf Eltern achten sollten.

Mehr
YouTube-Video 

Online-Banking: Papierlose TAN-Verfahren im Sicherheits-Check

Bye bye, Papier-TANs! Seit 14. September ist es nicht mehr möglich, die Einmal-Passwörter für das Online-Banking einfach von einem Zettel abzutippen. Im Video erfahren Sie, wie SMS-TAN, TAN per App und Chip-TAN funktionieren und wie Sie Ihre Daten beim Online-Banking jetzt am besten schützen können.

Ansehen
Ratgeber 

Sicherheits-Desaster: Mail-Apps übertragen Passwörter

In eine Mail-App kann man seine E-Mail-Konten einbinden, in dem digitalen Briefkasten finden sich dann alle Mails auf einen Blick. Unsere Tests ergaben: Die Apps Blue Mail, TypeApp und MyMail übermitteln die Zugangsdaten für die verknüpften Konten an ihre Hersteller. Das ist so unnötig wie skandalös.

Mehr