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USA: Mobilfunkanbieter verkauften Standortdaten von Nutzern

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Mehrere große Mobilfunkanbieter in den USA, darunter AT&T, T-Mobile und Sprint, haben Standortdaten ihrer Nutzer an Dritte weiterverkauft. Über Zwischenhändler landeten die Daten bei zwielichtigen Unternehmen, wie Reporter von Motherboard aufdeckten. Auch Deutsche Unternehmen dürfen prinzipiell Standortdaten weiterverkaufen.

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Funkzellenortung · Handyortung · Ortungsdienste · Standort
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Um Anrufe zu empfangen und zu tätigen, müssen sich Handys beim nächstgelegenen Sendemasten des eigenen Mobilfunkanbieter anmelden. Darüber können diese den ungefähren Aufenthaltsort des Nutzers ermitteln.

Wie der Reporter Joseph Cox in dem renommierten Technikmagazin Motherboard aufdeckte, verkauften etliche namhafte Mobilfunkanbieter in den USA diese Standortdaten Ihrer Nutzer weiter. Darunter die Marktführer AT&T, T-Mobile und Sprint.

Dabei landeten die sensiblen Daten, oft über mehrere Zwischenhändler, bei Unternehmen verschiedenster Branchen – einige davon mit recht zweifelhafter Reputation.

So nutzen nicht nur Autohändler, Pannendienste und Immobilienbesitzer gerne den Zugriff auf die Standortdaten von Kunden oder potentiellen Kunden. Auch in der umstrittenen Branche der Kautionsagenten und Kopfgeldjäger – einem Produkt des US-amerikanischen Kautionssystems – sind diese Daten laut dem Bericht höchst beliebt.

Keine Kontrolle über den Markt

Offenbar wussten die Mobilfunkanbieter dabei weder, an wen ihre Daten weiterverkauft wurden, noch kontrollierten sie, ob die geltenden Regeln eingehalten wurden.

So verkaufte zum Beispiel der Zwischenhändler „Microbild“ Standortdaten eines beliebigen Gerätes an fast jedes Unternehmen, für weniger als 5 Dollar. Von dort, so Motherboard, landen die Daten dann in einem lebhaften Schwarzmarkt, auf dem sich praktisch Jeder bedienen konnte.

Sprint, T-Mobile und AT&T haben als Reaktion auf die Recherche zugesichert, Standortdaten in Zukunft nicht mehr zu verkaufen.

Handel mit Ortsdaten auch in Deutschland möglich

Auch in Deutschland dürfen Mobilfunkanbieter die Standortdaten ihrer Nutzer weiterverkaufen, Grundlage dafür ist der Paragraph 98 Telekommunikationsgesetz.

Die Telefónica Germany, die in Deutschland das O2-Netz betreibt, ist nach eigenen Angaben in diesem Geschäft nicht aktiv. „Standortdaten von Nutzern verkaufen wir nicht, sondern wir anonymisieren Mobilfunkdaten, berechnen Bewegungsströme und verkaufen die Analysen daraus – zum Beispiel, wann welche Straße besonders frequentiert wird – unter anderem an Stadtplaner“, so eine Sprecherin der Firma.

Auch Vodafone erklärte gegenüber mobilsicher.de, keine Ortsdaten an Dritte zu verkaufen.

Dennoch gibt es auch in Deutschland kommerzielle Dienste, die Handyortungen anbieten. Wir können von solchen Angeboten allerdings nur abraten – nach eigenen Recherchen liefern diese meist keine Ergebnisse. Dienste, die versprechen, ein Gerät ohne vorherige Anmeldung orten zu können, handeln ohnehin unseriös, da ein solches Vorgehen nicht erlaubt ist.

Um die heimliche Ortung eines Handys zu unterbinden, müssen Mobilfunkanbieter außerdem bei jeder Ortung eine SMS an den Nutzer verschicken.

Weiterführende Links

  • Weitere Informationen zur kommerziellen Funkzellenortung und zu anderen Methoden der Handyortung finden Sie im Beitrag "Handy orten - wie geht das?".


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