News vom 21.01.2016

Mehr Überwachung durch stille SMS

Ein Artikel von , veröffentlicht am 21.01.2016

[21.01.2016] Das BKA versendete im zweiten Halbjahr 2015 fünf mal so viele „stille SMS“, als im Halbjahr davor. Mit stillen SMS können Behörden gezielt Mobilgeräte lokalisieren, ohne dass der Besitzer etwas davon merkt. Der Einsatz der Methode ist umstritten.

Ursprünglich wurde die Möglichkeit, eine stille SMS zu versenden, für die Mobilfunkanbieter entwickelt. Diese können damit ihre Netze testen, ohne dabei die Nutzer zu stören. Inzwischen ist sie aber auch bei Sicherheitsbehörden beliebt.

Wenn ein Smartphone eine stille SMS empfängt, sendet es eine Antwort an den nächsten Funkmasten, und gibt dabei auch seine Position im Funknetz (nicht per GPS) durch. Die SMS wird aber vom Gerät nicht angezeigt. Der Nutzer bekommt also nichts davon mit. Je nach Rechtslage müssen die Mobilfunkanbieter den Behörden dann den Standort mitteilen.

In der zweiten Jahreshälfte 2015 hatte allein das Bundeskriminialamt (BKA) 116 948 solcher SMS versendet, um Personen über ihr Mobilgerät zu orten. Das ergab die Antwort auf eine Kleine Anfrage (pdf) der Bundestagsfraktion der Linken vom 14. Januar 2016. Auch Bundespolizei, Bundesamt für Verfassungsschutz, Zoll, Militärischer Abschirmdienst (MAD) und Bundesnachrichtendienst (BND) nutzen die Technik. Neben MAD und BND unterliegen auch die Zahlen des Zolls der Geheimhaltung.

Umstritten ist die Methode deshalb, weil der Ortungsimpuls von den Behörden selbst ausgelöst wird. Andrej Hunko, Abgeordneter im Bundestag für DIE LINKE, hält das Verfahren deshalb für rechtswidrig.

 

Einen Überblick über die verschiedenen Ortungsmethoden, und wer ein Gerät wann orten darf, finden Sie im Hintergrundtext: Mobilgeräte aus der Ferne orten.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Wissenswertes über Passwörter

Passwörter schützen alle unsere wichtige Daten vor unbefugten Zugriffen. Wir erklären, wieso Passwörter so lang und kompliziert sein müssen. Außerdem besprechen wir, was es für Alternativen für diejenigen gibt, die sich nicht alle Passwörter merken können.

Mehr
Banking und Bezahlen 

Bezahlen mit dem Handy: So funktioniert die NFC-Technik

An vielen Supermarktkassen kann man inzwischen mit dem Handy kontaktlos bezahlen. Die Daten werden dabei per NFC-Technik übertragen. Doch wie funktioniert diese Nahfeldkommunikation und wo liegen Risiken? Wir geben einen Überblick.

Mehr
Kinder und Jugendliche 

So funktioniert die Familienfreigabe bei iPhone und iPad

Mit der "Familienfreigabe" können Sie gekaufte Inhalte, etwa aus dem App Store, mit Ihren Familienmitgliedern teilen. Außerdem bietet die Funktion ein Familienfotoalbum, einen gemeinsamen Kalender und erlaubt die Fernsteuerung von Kindersicherungen. Wir geben einen Überblick.

Mehr
Ratgeber 

Quiz zum Safer Internet Day 2018: Kinder und Smartphones

Wer Kinder hat, kommt um das Thema Smartphone in der Erziehung nicht herum. Wissen Sie, wo Gefahren lauern und wie Sie Ihr Kind davor schützen können? Mit unseren fünf Fragen zum Safer Internet Day 2018 können Sie Ihr Wissen testen.

Mehr