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Mehr Transparenz: Ghostery wird Opensource-Software

Die Browser-Erweiterung und App „Ghostery“ will Nutzer vor Tracking und vor Werbung schützen. Der Programmcode des Dienstes war lange ein Betriebsgeheimnis. Jetzt haben die Entwickler ihn unter einer OpenSource-Lizenz freigegeben. Ein angemessener Schritt, der Vertrauen zurückbringen könnte.

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Ghostery · Tracking-Schutz · Werbeblocker
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Der Tracking- und Werbeblocker Ghostery hat seinen Quellcode veröffentlicht und ihn als Opensource-Software freigegeben. Somit können zum Beispiel externe Entwickler prüfen, was die App tatsächlich macht.

Ghostery gleicht die Adressen von Drittanbieter-Elementen auf Webseiten mit einer unternehmenseigenen Liste ab, auf der bekannte Tracker und Werbeelemente aufgelistet sind. Es gibt den Dienst zum einen als Browser-Erweiterung, unter anderem für den Firefox-Browser auf Android, zum anderen als eigenständige Browser-Apps für Android und iOS.

Ghostery wurde ursprünglich von der US-Marketing-Firma Ghostery Inc. gegründet. Mittlerweile gehört der Dienst dem deutschen Browseranbieter „Cliqz International GmbH“. Der wiederum ist ein Teil des Burda-Verlags, dem größten deutschen Zeitschriftenverlag.

Fragwürdiges Geschäftsmodell

Im Jahr 2013 geriet der Dienst in die Kritik, als bekannt wurde, dass er Daten von Nutzern, die einer harmlos klingenden Datenweitergabe-Funktion zugestimmt hatten, an Werbevermarker weiterreicht.

Aus der aktuellen Datenschutzerklärung und den FAQ´s geht aber hervor, dass diese Zusammenarbeit nicht mehr stattfindet. Der Schritt, den Quellcode zu veröffentlichen ist auch als Versuch zu sehen, nach diesem Debakel verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen.

Allerdings erwähnt Ghostery in der aktuellen Datenschutzerklärung einen Punkt „Angebote“. Daraus geht hervor, dass der Dienst seinen Nutzern offenbar Angebote oder Werbung von Firmen anzeigt, solange diese nicht per Opt-out widersprechen. Wie diese Angebote aussehen und ob von den Firmen dabei Geld fließt, ist unklar.

Vorteil Open-Source

Den Umstieg auf eine Opensource-Lizenz begründet das Unternehmen hinter Ghostery mit dem Ziel, transparenter zu sein. Wir begrüßen das. Bei sogenannter proprietärer Software gilt der Quellcode als Betriebsgeheimnis.

Bei Opensource-Software dagegen können externe Entwickler mit entsprechendem Knowhow überprüfen, was genau eine Anwendung macht und ob es beispielsweise Fallstricke beim Umgang mit Nutzerdaten gibt. Bei einem Dienst, der Nutzerinteressen schützen will, halten wir das für angemessen.

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