News vom 20.05.2019

Hätten Sie’s gewusst? Google erfasst Einkäufe durch E-Mail-Analyse

Ein Artikel von , veröffentlicht am 20.05.2019

Google analysiert den Inhalt von E-Mails, die an Gmail-Adressen gesendet werden. Anhand von Bestellbestätigungen oder Rechnungen erkennt ein Algorithmus getätigte Einkäufe und listet sie im Google-Konto unter „Käufe“ auf. Die Praxis ist nicht neu, aber bisher kaum bekannt.

Wer eine E-Mail-Adresse von Google nutzt, macht Abstriche in Sachen Privatsphäre: Der Konzern erfährt nicht nur, wann Sie per E-Mail mit wem kommunizieren, sondern analysiert auch den Inhalt jeder verschickten und empfangenen E-Mail.

Was Google aus diesen Inhalten extrahiert, kann man eindrucksvoll unter dem Menüpunkt „Käufe“ im eigenen Google-Konto sehen. Am Computer finden Sie den Punkt so:

  1. Im Google-Konto einloggen (www.google.de aufrufen, oben links auf "Anmelden" tippen)
  2. Im Menü links auf den Punkt "Zahlungen und Abos" klicken
  3. Unter dem Punkt "Käufe" auf "Käufe verwalten" klicken

Zunächst wenig überraschend: Dort sind alle Käufe zu sehen, die man zum Beispiel über Googles Play-Store oder über den Google Assistant abgewickelt hat.

Wie der Journalist Todd Haselton vergangenen Freitag im US-Nachrichtensender CNBC berichtete, landen dort allerdings auch Käufe von ganz anderen Online-Händlern - etwa von Amazon -, sofern man bei dem Kauf seine Gmail-Adresse angegeben hat.

Dann landen Kaufbestätigung und Rechnung im Gmail-Konto – wo Google sie automatisch auswertet, den Kauf erkennt und listet.

Nicht neu – aber hätten Sie's gewusst?

Dass Google die Inhalte von Gmail-Nachrichten auswertet, ist nicht neu. Bis 2017 wurden diese Informationen auch für interessensbasierte Werbung verwendet. Nach heftiger Kritik versprach Google, die Auswertung in Zukunft nicht mehr für Werbezwecke zu verwenden.

Ausgewertet wird aber trotzdem – um Spam und Phishing zu erkennen und eben auch, um getätigte Käufe aufzulisten.

Auch die „Käufe“-Übersicht im Google-Konto ist nicht neu. Sie wurde bereits Anfang des Jahres von etlichen Medien besprochen.

In Googles Begleitblatt zu der Funktion erwähnt der Konzern durchaus, woher die Informationen kommen:

Als Quelle für die Einkaufsliste nennt Google auch Bestellbelege und Bestätigungen, die man in Gmail erhält.

Um die Käufe aus der Liste zu entfernen, muss man die entsprechende E-Mail löschen, so der CNBC-Bericht.

Unklar ist derzeit noch, ob Google auch E-Mails von anderen Mail-Accounts auswertet, wenn man diese in sein Gmail-Konto miteingebunden hat.

Mehr zu dem E-Mail-Dienst von Google erfahren Sie in unserem Beitrag Was Sie über Gmail wissen sollten.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

YouTube Kids: Gut, aber nicht perfekt

YouTube Kids ist eine angepasste Version der Youtube-App. Alle Inhalte werden hier gefiltert, und Eltern können Einstellungen vornehmen, beispielsweise ein Zeitlimit einrichten. Unser Fazit: Nicht perfekt, aber für Kinder besser als die normale Youtube-App.

Ansehen
Schwerpunkt 

Alles rund um Messenger

Wie sicher ist es, Nachrichten übers Internet zu verschicken? Worauf sollten Sie bei der Auswahl eines Messengers achten? Und was ist eigentlich das Problem mit WhatsApp? Auf dieser Seite finden Sie unsere Beiträge und Tests zum Thema Messenger.

Mehr
Browser und Suchmaschinen 

Chrome Inkognito-Modus: Privat, aber nicht anonym

Der sogenannte Inkognito-Modus von Googles Chrome-Browser ist hilfreich, wenn man zum Beispiel ein Gerät mit anderen gemeinsam nutzt. Denn in diesem Modus speichert der Browser keine Daten über das eigene Surfverhalten. Aber Achtung: Gegenüber den Webseiten und dem Internetanbieter ist man damit nicht anonym.

Mehr
Spyware & Überwachung 

Das ist die Ermittlungsmethode „Stille SMS“

Mithilfe stiller SMS bringen Behörden das Handy überwachter Personen dazu, den groben Standort zu verraten. Verschiedene Bundes- und Landesbehörden setzen diese Ermittlungsmethode ein. Die verdächtigten Betroffenen erfahren nicht immer davon.

Mehr