News vom 01.11.2017

SMS-Spam: Angeblicher Millionengewinn

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.11.2017

Ob per SMS, Mail oder App-Nachricht: Betrüger nutzen jeden Kanal, um potenzielle Opfer zur Preisgabe sensibler Daten oder zur Zahlung von Geld zu verführen. Besonders gefährlich wird es, wenn Ausweisdokumente in falsche Hände geraten.

Das Portal Onlinewarnungen.de, das Berichte über digitale Betrugsversuche sammelt, macht auf eine aktuelle Betrugsmasche aufmerksam, die mit einer dubiosen SMS beginnt. Angeblich stammt sie von Apple und wartet mit guten Nachrichten auf: In der Weihnachtsziehung des IT-Konzerns für Deutschland habe man eine Million Dollar gewonnen, meldet sie auf Englisch. In der SMS wird die E-Mail-Adresse info@apple-iprize.com genannt, an die man seinen Namen und seine Adresse senden soll.

In einem weiteren Schritt soll man eine Kopie seines Personalausweises oder Führerscheins an einen Spediteur schicken, der dann einen Scheck mit dem Gewinn vorbeibringt. Der angebliche Transportdienstleister bittet vorab um die Erstattung von Auslagen, etwa für Notarkosten, Steuern oder Bescheinungen von Behörden.

Kombination zweier Maschen

Sie haben es sich bestimmt schon gedacht: Natürlich stammt die SMS nicht von Apple und es gibt keinen Gewinn. Hier werden zwei bekannte Betrugsmaschen kombiniert. Wie bei „Phishing“-Versuchen üblich, geben die Betrüger vor, dass die Nachricht von einer vertrauensvollen Marke stammt und fragen nach sensiblen Informationen oder Daten. Was dann folgt, ist als Vorschussbetrug bekannt: Man soll einen kleinen Betrag im Voraus erstatten, der im Verhältnis zum Gewinn, der dem potenziellen Opfer in Aussicht gestellt wird, winzig erscheint.

Ausweiskopien: Bei Betrügern begehrt

Kopien des Ausweises oder Führerscheins an Betrüger zu schicken, kann heikel sein. Wichtige persönliche Daten wie Name und Vorname, Adresse und Geburtsdatum werden so abgegriffen. Mit ihrer Hilfe werden dann unter Umständen Profile auf Webshops erstellt. Kopien von Identitätsnachweisen dienen oft als Ausgangspunkt für weitere Betrügereien und werden in Untergrundmärkten gehandelt.

Mut zum Misstrauen

Unsere Tipps lauten:

  • Seien Sie stets kritisch, wenn Sie Benachrichtigungen von großen Marken über ungewöhnliche Kanäle oder mit ungewöhnlichen Inhalt erhalten – sei es per SMS, E-Mail, Anruf oder auch WhatsApp. Oft kommen solche Nachrichten in Form von Spam-Mails. Betrüger sind aber virtuos darin, auch andere Kanäle zu nutzen.
  • Seien Sie besonders misstrauisch, wenn Ihnen eine überraschende Geldzahlung in Aussicht gestellt wird. Vor allem, wenn Sie erst Geld vorstrecken sollen, um an eine andere Zahlung zu kommen. Klingt eine Nachricht zu gut, um wahr zu sein, ist sie sehr wahrscheinlich schlicht nicht wahr. Und wenn Sie nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen haben, ist es so gut wie ausgeschlossen, dass Ihnen trotzdem ein Gewinn winken könnte.
  • Und schließlich: Seien Sie sehr zurückhaltend dabei, Scans oder Fotos Ihres Ausweises zu verschicken. Das Missbrauchspotenzial solcher Dokumente ist enorm, wenn sie in die falschen Hände geraten.

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Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

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