News vom 07.11.2019

EU will Elektronik-Hersteller zu mehr Nachhaltigkeit verpflichten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 07.11.2019

Ein Recht auf Reparatur von Smartphones könnte in der EU schon bald gesetzlicher Standard werden. Das fordern Verbraucher*innenverbände in Reaktion auf eine neue Verordnung der EU-Kommission. Sie verpflichtet Elektronik-Hersteller zu ressourcenschonenden Maßnahmen.

Ab 2021 sollen Hersteller von Fernsehern und anderen Elektro-Geräten über die Garantiezeit hinaus nicht nur Ersatzteile, sondern auch Anleitungen an Reparaturdienstleister liefern müssen. Diese wegweisende Entscheidung traf die EU-Kommission Anfang Oktober. Sie reagierte damit auf jahrelange zivilgesellschaftliche Forderungen nach einer Abkehr von der Wegwerfgesellschaft.

Voraussetzung ist, dass die Dienstleister ihre technische Kompetenz nachweisen können und entsprechend versichert sind. Dieser Nachweis kann über die Aufnahme in staatliche Dienstleisterregister erfolgen. Anders als in anderen EU-Staaten müsste ein solches in Deutschland erst noch eingerichtet werden.

Übertragung auf Smartphones wahrscheinlich

Für Smartphones gilt diese neue Regelung bislang nicht. Siddharth Prakash vom Freiburger Öko-Institut betonte jedoch gegenüber dem Computermagazin c't, dass es für die Kommission schwierig werden würde, den einmal eingeschlagenen Pfad wieder zu verlassen. Er gehe davon aus, dass diese Regelung nach und nach auf PCs, Notebooks und hoffentlich auch Smartphones übertragen werde.

Letzteres fordert im selben Artikel auch Elke Salzmann vom Bundesverband der Verbraucherzentralen: "Die Mehrheit der Verbraucher wünscht sich auch bei Handys eine längere Lebensdauer."

Software-Updates genauso wichtig

Um nicht nur die Lebensdauer von Smartphones zu erhöhen, sondern sie auch für die gesamte Nutzungsdauer sicher zu machen, reicht ein Recht auf Reparatur allerdings nicht aus. Beim Kauf eines Smartphones empfehlen wir außerdem, immer auf die Ausstattung mit einem aktuellen Betriebssystem zu achten. Auch die langjährige Versorgung mit Updates sollte gewährleistet sein.

Die Entwickler*innen des Fairphones versuchen, aus fair gehandelten Rohstoffen unter guten Arbeitsbedingungen ein langlebiges Smartphone herzustellen. Alle Hintergründe finden Sie in unserem Artikel Fairphone: Das bessere Smartphone?

Der Autor

E-Mail

t.baulig@mobilsicher.de

PGP-Key

0x16234D8513F50164

Fingerprint

7979 1AA9 7078 4137 55CC 142D 1623 4D85 13F5 0164

Thorsten Baulig

Thorsten Baulig macht Sie auf unseren Social Media-Kanälen und im monatlichen Newsletter auf unsere neuesten Beiträge und wichtige Branchennews aufmerksam - und ist immer auch auf Ihre Meinung zu diesen Themen gespannt. Außerdem kümmert er sich bei mobilsicher um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zuvor studierte er Kulturwissenschaft in Siegen und Berlin, organisierte Kulturprojekte und arbeitete im Verlag.

Weitere Artikel

Checkliste 

App-Berechtigungen entschlüsselt (Android)

„Zugriffsrechte jeder App prüfen“ - so lautet ein beliebter Sicherheitshinweis für Android-Nutzer. Aber was bedeuten die einzelnen Rechte überhaupt? Und wozu ist welche Berechtigung nötig? In dieser Liste erläutern wir Zugriffsrechte verständlich und kritisch.

Mehr
YouTube-Video 

Wrapper: Facebook ohne Facebook-Apps

Facebook verlangt von seinen mobilen Nutzern, das soziale Netzwerk und den Messenger einzeln als Apps zu installieren. Diese Apps kosten jedoch viel Akku und lesen viele Nutzerdaten aus. Wer eine Alternative sucht, die mehr Komfort bietet als die Browser-Version, kann sogenannte „Wrapper“ einsetzen.

Ansehen
Ratgeber 

iOS 13: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Die 13. Auflage von Apples mobilem Betriebssystem iOS bringt etliche Neuerungen rund um Datenschutz und Sicherheit. So erschwert Apple den Zugriff auf Standort und Bluetooth für übergriffige Apps und verbessert die Ortungsfunktion von verlorenen Geräten. Die wichtigsten Änderungen stellen wir hier kurz vor.

Mehr
Ratgeber 

Kurz vorgestellt: Passwort-Manager KeePass fürs Smartphone

Passwort-Manager helfen, viele verschiedene sichere Passwörter im Alltag zu verwalten. Wir empfehlen dafür das Programm KeePass, da es Passwörter nicht im Internet speichert und als offenes Projekt von vielen Beteiligten kontrolliert wird. Das Programm können Sie auch auf dem Smartphone nutzen.

Mehr