News vom 16.06.2021

Mit der Tracking Free Ads Coalition gegen personalisierte Werbung

Ein Artikel von , veröffentlicht am 14.06.2021, bearbeitet am16.06.2021

Tracking und passgenaue Werbung sind mehr als Nebenprodukte der werbefinanzierten Netzwelt – sie sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft. Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit der Tracking Free Ads Coalition für ein EU-weites Verbot personalisierter Werbung ein.

Wer in der EU werbefinanzierte Angebote nutzt, soll dabei nicht ausspioniert werden dürfen. Das ist das Ziel der Tracking Free Ads Coalition, eines Zusammenschlusses von EU-Politiker*innen verschiedener EU-Mitgliedsstaaten. Im Rahmen des Digital Services Act, eines geplanten EU-Gesetzespaketes, will die Initiative personalisierter Werbung im Netz juristisch einen Riegel vorschieben.

Nach ihrer Gründung Anfang 2021 stellt sich das Projekt mobilsicher.de heute als eine von 27 Partnerorganisationen hinter dieses Ziel.

Zum Hintergrund

Die Tracking Free Ads Coalition sieht in Werbetracking ein mehrdimensionales gesellschaftliches Problem.

Zum einen ermöglichen das massenhafte Sammeln von Daten und deren Zuordnung zu Nutzerprofilen immer genauere Aussagen über die Interessen von Nutzer*innen. Sie können so immer gezielter angesprochen und manipuliert werden.

Zum anderen beobachtet die Initiative in den vergangenen Jahren einen massiven Einbruch der Werbeeinnahmen für qualitativ hochwertige, beispielsweise journalistische Online-Angebote. Einer der Gründe: Die Werbeplätze werden kaum noch direkt vom Website- oder App-Betreiber an Werbetreibende vermittelt.

Die Vermittlung läuft stattdessen über große Tech-Unternehmen wie Google oder Facebook, die sich als Zwischenhändler in den Markt gedrängt haben. Auf ihren Online-Marktplätzen werden die Werbeplätze in Echtzeit an den Meistbietenden versteigert. Für das dann folgende zielgenaue Ausspielen von Werbung lassen sich die Tech-Riesen fürstlich bezahlen: 50 bis 70 % der erwirtschafteten Einnahmen behielten einige für ihre Dienste ein.

Zurück zur kontextbezogenen Werbung

Auch hier kann ein Verbot personalisierter Werbung greifen: Wenn Werbetreibende nicht mehr riesige Datenpools anzapfen können, um spezifische Nutzer*innen zu identifizieren, wird der inhaltliche Kontext eines Angebots für sie wieder interessanter.

Die Website einer regionalen Wochenzeitung oder einer Fachzeitschrift könnte ihre Werbeplätze wieder mit Verweis auf den exklusiven Zugang zu ihrer Leser*innenschaft vermieten. Gleichzeitig müssten sich die Leser*innen keine Sorgen mehr über die Sicherheit ihrer Daten machen. Eine klassische Win-Win-Situation also.

Der Autor

E-Mail

t.baulig@mobilsicher.de

PGP-Key

BE4B0538AA06645A

Fingerprint

3577 45E7 ECC4 7372 DFF8 0A80 BE4B 0538 AA06 645A

Thorsten Baulig

Thorsten Baulig macht Sie auf unseren Social Media-Kanälen und im monatlichen Newsletter auf unsere neuesten Beiträge und wichtige Branchennews aufmerksam - und ist immer auch auf Ihre Meinung zu diesen Themen gespannt. Außerdem kümmert er sich bei mobilsicher um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zuvor studierte er Kulturwissenschaft in Siegen und Berlin, organisierte Kulturprojekte und arbeitete im Verlag.

Weitere Artikel

App-Test 

App-Test: Kindersicherung Screen Time for Kids

Mit der App können Eltern das Smartphone ihres Kindes überwachen und die Nutzung einschränken. Allerdings landen dabei sehr viele Daten beim Anbieter, das Nutzerkonto ist schlecht gesichert und es gehen Informationen an Facebook.

Mehr
Ratgeber 

Verschlüsselte Messenger: Wire, Hoccer, Kontalk

Schnell mal eine Nachricht an Freunde und Bekannte schicken? Leicht gemacht, mit Instant Messengern. Dabei muss es schon lange nicht mehr WhatsApp sein. Hier stellen wir weitere sichere Messenger mit interessanten Features vor, die noch nicht so bekannt sind.

Mehr
Ratgeber 

Googles Telefon-App kurz vorgestellt

Mit Googles Telefon-App lassen sich Anrufe tätigen. Auf manchen Smartphones ist sie vorinstalliert, man kann sie außerdem aus dem Play-Store herunterladen. Wer einen Spam-Schutz sucht, findet hier eine gute Option.

Mehr
Ratgeber 

Touch ID und Co: Wie sicher sind Fingerabdruck-Sensoren?

Das Smartphone oder Tablet per Fingerabdruck zu entsperren, hört sich praktisch an. Doch es gibt Berichte darüber, dass diese Sensoren gehackt werden können. Seitdem sind viele Nutzer verunsichert. Was ist an den Warnungen dran und worauf muss man achten?

Mehr