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News vom 08.05.2018

Französische iOS-Apps gaben Standortdaten weiter

Ein Artikel von Stefan Mey, veröffentlicht am 08.05.2018

Apple hat mehrere französische Apps aus dem App-Store geworfen. Medienberichten zufolge haben sie Standortdaten von Nutzern an eine Werbefirma gegeben, ohne dass Nutzer dem zugestimmt hatten. Die Weitergabe lief über einen Software-Baustein eines Werbedienstleisters, der in den Apps eingebaut war.

Apple hat die Apps verschiedener Medien aus dem App-Store verbannt. Darunter waren auch die Apps der französischen Tageszeitung "Le Figaro", des Magazins "Closer" und der Rezeptseite "Marmiton". Das berichtet das IT-Magazin Mac & I unter Berufung auf einen Artikel der französischen Wirtschaftswebseite Journal du Net.

Der IT-Konzern hat den Anwendungen vorgeworfen, dass sie gegen eine Passage in den Regeln für iOS-Entwickler verstoßen. Die jeweiligen Apps sollen die Aufenthaltsorte von Nutzern ohne deren Zustimmung an das französische Werbeunternehmen "Teemo" übermittelt haben. Teemo liefert standortbezogene Werbung aus, die Nutzer für den Besuch eines lokalen Geschäfts interessieren soll. Die jeweiligen Entwickler hatten einen Programmcode, das heißt: mehrere Zeilen Programmieranweisung, von Teemo in ihre Apps eingebaut.

Zumindest Le Figaro hat mittlerweile reagiert und den Code von Teemo entfernt. Mittlerweile ist die App der Tageszeitung wieder für iOS verfügbar.

Ein unmoralisches Angebot

Das Onlinemagazin Buzzfeed hat in einem Bericht von März 2018 Einblicke in das Geschäftsmodell des Werbenetzwerks Teemo gegeben. Die Redaktion hatte von Teemo eine Mail mit dem Angebot erhalten, dass das Unternehmen monatlich jeweils vier Euro für die Daten von 1.000 Nutzern zahlen würde. Alles, was man tun müsse, wäre, die Dienste von Teemo in die eigene App zu integrieren.

Zweischneidig: Module in Apps

Das Werbenetzwerk Teemo stellt ein fertiges Software-Modul bereit, das App-Entwickler in ihre Apps einbauen können. Solche Module, die in der Tech-Sprache auch "Software Development Kit" (SDK) heißen, bieten Entwicklern verschiedene Funktionen und sind oft kostenlos nutzbar. Sie helfen beispielsweise bei der Analyse von Nutzeraktivitäten oder binden die Apps an ein Werbenetzwerk an, so dass die Entwickler zusätzliches Geld verdienen können. Sie werden deshalb häufig und zahlreich eingebaut.

Wenn es in Apps Probleme bei dem Umgang mit Daten gibt, geht das oft nicht auf eine direkte Entscheidung der Entwickler zurück. Stattdessen kommt der problematische Umgang durch eines der Module in der Anwendung.

Den Anbietern der App kann man allerdings Fahrlässigkeit vorwerfen. Sie interessieren sich mitunter zu wenig für die Frage, was die praktischen Module tatsächlich mit den Daten ihrer Nutzer machen.

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