News vom 04.11.2019

Xhelper: Android-Schadprogramm lässt sich nicht entfernen

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.11.2019

Das neue Schadprogramm Xhelper scheint unkaputtbar: Es überlebt sogar einen „Hard Reset“, also das Zurücksetzen des Smartphones auf Werkseinstellungen. Bisher sind 45.000 Android-Handys betroffen. Momentan zeigt die App nur Werbespam – aber sie könnte durchaus noch bösartiger werden.

Bekannt ist die Schadsoftware namens Xhelper schon länger – nun hat der IT-Sicherheitsdienstleister Symantec Zahlen und eine genaue Analyse veröffentlicht:

Mehr als 45.000 Geräte soll der Trojaner laut Firmenangaben in den letzten sechs Monaten infiziert haben. Das Problem: Einmal infiziert, lässt sich das Gerät kaum mehr von dem Trojaner befreien. Sobald man die Schadsoftware entfernt, installiert sie sich wieder neu – selbst dann, wenn man das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt hat.

Auch Antivirensoftware kann Xhelper bislang nicht zuverlässig entfernen. Wie der Schädling das bewerkstelligt, ist noch nicht geklärt.

Infektion über Apps außerhalb des Play-Stores

Der Trojaner gelangt über bösartige Webseiten auf die Geräte von Nutzer*innen. Auf solchen Webseiten – auf die man häufig ungewollt gelangt – werden Apps zum Herunterladen angeboten, in denen der Trojaner versteckt ist. Man muss die App also eigenhändig installieren und die Einstellung „aus unbekannten Quellen“ freischalten.

Xhelper taucht laut Symantec hautsächlich in den USA, Indien und Russland auf, verbreitet sich aber rasant weiter. Das Programm schaltet Werbung und Spam-Benachrichtigungen, ist aber ansonsten unschädlich. Es könnte aber von den Herstellern durchaus um bösartigere Eigenschaften erweitert werden.

Unsere Tipps

  • Installieren Sie nichts von Webseiten, auf die Sie über ungewollt zugesendete Links oder Weiterleitungen gelangt sind.
  • Installieren Sie Apps nur in Ausnahmefällen von Webseiten, wenn Sie ganz genau wissen, um welche App es sich handelt und warum sie nicht in einem vertrauenswürdigen Store verfügbar ist.
  • Tippen Sie in diesem Fall die Adresse der Webseite von Hand in die Browserzeile ein.
  • Stellen Sie die Einstellung „aus unbekannten Quellen“ danach wieder auf „aus“.
Was Sie über Schadprogramme auf Smartphones wissen sollten, haben wir im Beitrag Viren auf dem Handy für Sie zusammengetragen.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

begleitet mobilsicher.de seit der Gründung – zuerst als freie Autorin, dann als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt, das 2020 um den AppChecker erweitert wurde. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Reportage: Eine Woche ohne Google-Apps

Ein Alltag ohne Google Maps, die Google-Suche und den Play-Store – kann das gutgehen? Unsere Autorin hat für mobilsicher.de zehn Marktführer-Apps von ihrem Smartphone geworfen. Wie es ihr mit den datensparsamen Alternativen ging, erzählt sie hier.

Mehr
YouTube-Video 

Handy-Kostenfallen: Mit 3 Tipps sind Sie sicher | mobil & safe

Mit dem Handy etwas gekauft, obwohl man gar nicht wollte - das ist schnell passiert! Zum Beispiel durch ungewollte Abos oder versteckte Kosten in Apps. Wir haben 3 einfache Tipps, wie Sie mit dem Handy nicht mehr in Kostenfallen tappen.

Ansehen
YouTube-Video 

Einzelne iPhone-App freigeben – so geht’s

Bevor Sie Ihr iPhone einer anderen Person in die Hand geben, können Sie es über eine System-Funktion auf eine einzige App beschränken. Ihre anderen Apps und Daten bleiben dann geschützt. Wir zeigen, wie es geht.

Ansehen
Ratgeber 

„Nicht in jeder Beziehung sind die Handys durch Sperr-Codes geschützt“

Wenn Frauen in ihren Beziehungen Gewalt erleben, spielt häufig das Smartphone eine Rolle: Nachrichten werden kontrolliert, der Standort überwacht. Wann es Zeit ist, Grenzen zu setzen und wohin Betroffene sich wenden können, erklärt Diplom-Psychologin Stefanie Pfingst im Interview.

Mehr