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re:publica 2019: tl;dr? Wann lange Texte nötig sind – und wann nicht

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Das Motto der diesjährigen Netzkonferenz re:publica in Berlin lautet too long; didn’t read (tl;dr). Wir sind vor Ort und diskutieren mit. Denn die Frage, wie lang Texte eigentlich sein dürfen, beschäftigt uns in unserem Redaktionsalltag immer wieder. Beim Lesen und beim Schreiben.

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Die diesjährige Netzkonferenz re:publica, die vom 6. bis 8 Mai in Berlin stattfindet, widmet sich dem Kleingedruckten. In unserer Zeit der Bilderflut geht es um Texte, die ausführlich, komplex, trocken oder schwer zugänglich sind. Was mitschwingt: Die Aufforderung, genau hinzuschauen, es sich nicht zu leicht zu machen, sorgfältig zu recherchieren und zu lesen.

Als Redaktion, die sich täglich mit AGB’s, Datenschutzerklärungen, Nutzungsbedingungen und Co. beschäftigt, um Apps und Online-Dienste für Sie richtig einzuordnen und zu erklären, freuen wir uns über das Motto „too long; didn’t read“. Denn lange Texte zu lesen, ist anstrengend. Wir tun es trotzdem – manchmal mit sportlichem Ehrgeiz, manchmal, weil es einfach sein muss.

Wir werden dabei häufig ein Gefühl nicht los: Lange Erklärungen schaffen nur vermeintlich Transparenz. Oft werden wichtige Punkte verschwiegen, abschreckende Bleiwüsten werden von Nutzer*innen schneller weggeklickt.

Kurze Datenschutzerklärungen, bitte!

Unsere kleine Utopie zur re:publica 2019: Wir wünschen uns Datenschutzerklärungen, die so kurz sind, dass  „too long; didn’t read“ (wahlweise: too lazy, didn’t read) keine Rolle mehr spielt.

Denn: Je mehr ein Unternehmen erklären muss, desto stärker fragen wir uns, was eigentlich konkret im Hintergrund passiert. In unseren App-Tests können wir häufig Datenverkehr erkennen, über den der App-Anbieter nicht oder nur sehr schwammig aufklärt.

Und hier stehen wir selbst vor der Herausforderung: Wie können wir komplexe, technische Informationen so aufbereiten, dass sie einerseits konkret und hilfreich, andererseits noch ansprechend zu lesen sind? Manchmal sind lange Texte mit vielen Details und entsprechender Einordnung notwendig. Sonst sind Sie später nicht klüger als vorher.

Wir freuen uns, dass Sie bereit sind, diesen Weg mit uns zu gehen und sich immer wieder in wertschätzenden und anregenden Leserbriefen an uns wenden.

Über die re:publica 2019

Im Mittelpunkt der Konferenz mit knapp 20.000 Teilnehmer*innen aus 80 Ländern stehen wieder Fragen der digitalen Gesellschaft, es geht um die Debattenkultur im Netz, um Populismus, Politik, Haltung und Technik.

Zum ersten Mal in der Geschichte der re:publica eröffnete mit Frank-Walter Steinmeier ein Bundespräsident die Veranstaltung. In seiner Rede nannte er „die Demokratisierung des Digitalen“ eine wichtige Aufgabe und bedankte sich bei den Machern und Unterstützern, die mit der re:publica einen wertvollen Impuls geben.

Die re:publica verzichtet passend zum Motto auf stylische Deko, stattdessen hängen Buchstaben an die Decke des Veranstaltungszentrums Station: Eine 480 Meter lange Stoffbahn mit dem gesamten Text von Herman Melvilles „Moby Dick“, einer der berühmtesten Wälzer der Weltliteratur.

Wir sind am Dienstag und am Mittwoch weiter vor Ort. Wenn Sie auch da sind: Schicken Sie uns eine Mail, sprechen Sie uns an, wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Moby Dick an der Decke der Station Berlin

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