News vom 19.10.2018

Nach EU-Urteil: Google erlaubt alternative Betriebssysteme

Ein Artikel von , veröffentlicht am 19.10.2018

Nachdem Google eine Wettbewerbsstrafe von vier Milliarden Euro kassiert hat, kommt der Konzern der EU-Kommission entgegen: So dürfen Hersteller ab jetzt Handys mit alternativen Betriebssystemen vertreiben und müssen keine Google-Apps zwangsinstallieren. Beides wurde in der Vergangenheit moniert.

Im Juli dieses Jahres verdonnerte die EU-Kommission den Google-Konzern zu einer Rekordstrafe von vier Milliarden Euro.

Konkret ging es um das Smartphone-Betriebssystem Android und die Google-Apps: Bisher zwang Google den Herstellern von Android-Geräten einen „Alles oder Nichts“-Vertrag auf. Wer seinen Kunden ein Android-Gerät mit vorinstalliertem Google-Play-Store liefern wollte, musste auch Googles Suchmaschine und Googles Browser Chrome vorinstallieren.

Zudem verbot es Google in seinen Lizenzbedingungen, dass Hersteller zusätzlich Geräte mit anderen Betriebssystemen verkaufen, die mit Googles Diensten nicht kompatibel sind. Nicht zuletzt deshalb hatten alternative Betriebssysteme wie LineageOS bisher praktisch keine Chance.

Damit, so urteilte die EU-Kommission im Juli, missbraucht Google seine Marktmacht und behindert den freien Wettbewerb. Google hat zwar Widerspruch gegen das Urteil eingelegt, kommt der EU-Kommission aber dennoch entgegen: Ab 29. Oktober dürfen Hersteller die Google-Apps einzeln lizenzieren und Geräte mit alternativen Betriebssystemen vertreiben.

Das hat allerdings einen Preis: Google hat angekündigt, künftig Geld von den Herstellern zu verlangen, wenn sie Google-Produkte auf ihren Geräten vorinstallieren wollen.

Wem das Betriebssystem Android eigentlich gehört, erfahren Sie im Beitrag Wie viel Google steckt in Android?

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Kinder und Jugendliche 

Cybermobbing: Zahlen und Fakten

Für viele Schüler beginnt mit der Schule nach den Sommerferien wieder das tägliche Spießrutenlaufen - auch online. Wir geben einen Überblick, wie häufig Cybermobbing ist, wo und wie es stattfindet und wie drastisch die Auswirkungen sein können.

Mehr
Kostenfallen 

In-App-Käufe, Abofallen, Datenschutz: Probleme bei mobilen Spielen

Spiele gehören zu den beliebtesten Apps auf Smartphones und Tablets. Viele Spiele sind auf den ersten Blick kostenlos - jedenfalls ist die Installation der App gratis. Wer nicht aufpasst, für den kann der Spielspaß trotzdem schnell teuer werden.

Mehr
YouTube-Video 

Schnüffelmodule in kostenlosen Apps

Werbung in Apps ist oft nervig, aber noch problematischer ist, dass Werbemodule darin oft viele Daten ausspähen. Diese gehen nicht nur an die App-Entwickler, sondern auch an Werbefirmen. Wir erklären, was Sie tun können, um Ihre Daten zu schützen.

Ansehen
YouTube-Video 

Was ist sicherer: Android oder iOS?

Uns erreicht immer wieder die Frage, was eigentlich sicherer ist: Android oder iOS? Im Video vergleichen wir die beiden mobilen Betriebssysteme anhand von drei Punkten: Updates, Appstores und Privatsphäre.

Ansehen