News vom 21.12.2015

Kripo warnt vor Lösegeld-Programm

Ein Artikel von , veröffentlicht am 21.12.2015

Die Kripo Köln registriert derzeit ungewöhnlich viele Smartphone-Nutzer, die Opfer einer perfiden Schadsoftware werden. „Allein in den vergangenen zwei Monaten waren es knapp hundert Betroffene – und die Welle dauert noch an“, so ein Sprecher der Polizei.

Das gab die Kripo Köln in einer Pressemeldung vergangene Woche bekannt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Lösegeld-Programm. Einmal auf dem Gerät, sperrt es den Bildschirm, so dass Nutzer das Gerät nicht mehr bedienen können. Auf diesem Sperrbildschirm steht eine Nachricht, die den Nutzer veranlassen soll, einen Geldbetrag für die Entsperrung zu bezahlen.

Der Betrag soll in der Regel über Prepaid-Karten an eine anonyme Adresse im Internet übertragen werden. Die Polizei rät ausdrücklich davon ab, zu bezahlen. „Die Sperre wird dadurch nicht aufgehoben“, so ein Sprecher der Kripo Köln.

Ungewöhnlich ist, dass sich das Schadprogramm offenbar allein dadurch installieren kann, dass der Nutzer eine entsprechend präparierte Internetseite mit dem Smartphone aufruft. Diese sogenannten „drive-by“-Infektionen lassen sich eigentlich durch eine einfache Sicherheitskonfiguration unterbinden.

Möglicherweise ist dieses Schadprogramm aber in der Lage, diese Sicherheitsmechanismen zu umgehen. „Das hat eine neue Qulität“, so die Kripo Köln. Wer hinter der Schadsoftware steckt, und auf welchen Seiten sie auf Nutzer lauert, ist bislang noch nicht bekannt.

In einigen Fällen ist es dem Schadprogramm gelungen, sich sogenannte "Root-Rechte" zu verschaffen - auch bei Geräten, die vorher nicht gerootet waren. In diesem Fall kann man die Infektion nur noch durch Zurücksetzen auf Werkseinstellungen entfernen. Bei Geräten mit Android-Versionen 2.x und älter lässt sich die Infektion nach Angaben der Kölner Polizei gar nicht mehr entfernen.

 

 

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Touch ID und Co: Wie sicher sind Fingerabdruck-Sensoren?

Das Smartphone oder Tablet per Fingerabdruck zu entsperren, hört sich praktisch an. Doch es gibt Berichte darüber, dass diese Sensoren gehackt werden können. Seitdem sind viele Nutzer verunsichert. Was ist an den Warnungen dran und worauf muss man achten?

Mehr
Ratgeber 

Android One: Pures Android für aktuellere Geräte

Bei Android One passen Hersteller das Android-System nicht selbst für ihre Geräte an, sondern bekommen eine fertige Version von Android-Entwickler Google. Auch Handys und Tablets, die nicht von Google produziert werden, bekommen so schneller Updates. Das macht sie sicherer - und Google stärker.

Mehr
Schadprogramme 

Schadprogramme auf dem Handy: Was Sie darüber wissen sollten

Trojaner, Würmer, oder einfach Schadprogramme – es gibt sie längst auch bei Smartphones und Tablets. Aber wie groß ist das Problem wirklich? Was machen solche Schadprogramme und wie fängt man sie sich ein? Wir geben einen Überblick.

Mehr
Ratgeber 

Online-Banking mit Smartphone und Tablet

Das eigene Bankkonto von Unterwegs aus verwalten, Rechnungen bezahlen, Überweisungen prüfen? Das geht schon längst - mit dem Smartphone oder Tablet. Doch wie sicher ist der Bankbesuch per Handy? Wir erklären wo die größten Risiken lauern und wie Sie diese in den Griff bekommen.

Mehr