App-Test

Verkehrs-App Blitzer.de Pro im Test (iOS)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 11.12.2017, bearbeitet am13.12.2017
Bild: CC0 Pixabay / geralt

Blitzer.de Pro ist eine kostenpflichtige App, die den Nutzer vor stationären und mobilen Blitzern warnt. Die App ist für iOS und Android (unter dem Namen Blitzer.de Plus) verfügbar. Unser Test auf iOS zeigt, dass die Warnung vor Blitzern und anderen Gefahren erfreulich datensparsam funktioniert.

Version

2.1.2

Betriebssysteme

iOS

Links

Apple App Store (iOS)
Google Play (Android)
Weblink
HINWEIS: Manuell durchgeführte App-Analysen wie diese gelten grundsätzlich nur für die getestete App-Version und haben damit den Charakter einer Momentaufnahme. Aktuelle Testberichte für mehr als 30.000 Android-Apps finden Sie seit Oktober 2020 über unseren AppChecker.
HINWEIS 2: Der Einsatz von Blitzer-Apps ist inzwischen gesetzlich verboten. Zum Zeitpunkt unseres Tests im Jahre 2017 war er das noch nicht.

Was kann Blitzer.de Pro?

Der Download der Blitzer-App „Blitzer.de Pro“ aus Apples App-Store kostet derzeit 0,49 Euro. 14 Tage lang informiert der integrierte „Gefahrenwarner“ dann über stationäre und mobile Blitzer, aber auch andere Gefahren, wie Unfälle, Stau oder Dauerbaustellen. Nach Ablauf der 14-tägigen Testperiode entfällt die Warnung vor mobilen Blitzern, außer der Nutzer entscheidet sich zum In-App Kauf „Mobile Gefahren“ für 9,99 Euro.

Ein besonderes Merkmal: Die App kann Warnungen gezielt nur für die Route melden, auf der man gerade unterwegs ist. Die Informationen bekommt der Dienst unter anderem von aktiven Nutzern: Jeder, der die App nutzt, kann selber Gefahren melden. Laut Hersteller hat der Dienst über vier Millionen aktive Nutzer.

Mit der App Blitzer.de gibt es auch eine kostenlose Version, die über eingeschränkte Fuktionen verfügt.

Anbieter der App ist die Eifrig Media GmbH mit Sitz in Hamburg.

Unser Test im Überblick

Die App verlangt nach der Installation Zugriff auf den Standort des Nutzers. Nach dem Start der App verbindet sie sich zu den Servern der Eifrig Media GmbH, zu dem Kartendienstleister Skobbler, zu Google und zu Apple. Vorbildlich: Das Kartenmaterial, das Skobbler für die App bereit stellt, stammt von dem freien und offenen Kartenprojekt OpenStreetMap.

Die Eifrig Media GmbH informiert in ihrer Datenschutzerklärung transparent über die Erfassung und Verwendung der übermittelten Daten. Allerdings gibt es keinen Hinweis auf die anderen eingebundene Unternehmen.

Was in unseren App-Reviews eher selten vorkommt: Beinahe würde die App das Prinzip der Datensparsamkeit erfüllen.

Die wichtigsten übermittelten Informationen im Überblick

  • GPS-Positionsdaten (Längen- und Breitengrad)
  • Geräte-ID (von Blitzer.de erzeugt)
  • Aktuelle Geschwindigkeit
  • (Himmels-)Richtung bzw. Fahrtrichtung
  • Gerätemodell, Hersteller, Version des Betriebssystems (zum Beispiel iOS 11)

Unsere Testergebnisse im Detail

Getestet haben wir die Version 2.1.2, die wir aus dem Apples App-Store heruntergeladen haben. Dieser Test gilt nicht für andere Versionen.

Auf welche Daten kann die App zugreifen?

Blitzer.de Pro fordert nach der Installation die Berechtigung Standort an. Für eine App der Kategorie „Verkehr“ ist diese Berechtigung auf iOS nichts ungewöhnliches. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass man seinen Aufenthaltsort während der App-Nutzung mit der Eifrig Media GmbH teilt.

Wohin verbindet sich die Blitzer-App?

Hauptdienst Blitzer.de Pro: Die App baut mehrere Verbindungen zu den Servern der Eifrig Media GmbH auf, um den eigentlichen Dienst zu erbringen. Die Kommunikation erfolgt vollständig unverschlüsselt. Das ist unserer Ansicht nach nicht optimal - eigentlich ist eine TLS-Verschlüsselung bei solchen Datenverbindungen inzwischen Standard.

Was TSL-Verschlüsselung bedeutet, erfahren Sie in unserem Ratgeber TSL/SSL: Fragen und Antworten.

Neben technischen Informationen, wie den Übertragungszeitpunkt, werden unter anderem folgende Informationen bei der App-Nutzung übermittelt, die kombiniert eventuell personenbeziehbar sind:

  • GPS-Positionsdaten (Längen- und Breitengrad)
  • Eine Geräte-ID, die von Blitzer.de generiert wird
  • Versionsnummer der App (2.1.2)
  • Aktuelle Geschwindigkeit
  • (Himmels-)Richtung bzw. Fahrtrichtung

Skobbler: Zur Darstellung des Kartenmaterials nutzt die App den Dienst Skobbler, der Karten von OpenStreetMap in die App einbindet. Dahinter steckt die Telenav GmbH, mit Sitz in Berlin. Unmittelbar nach dem Start der App wird eine Verbindung zu Skobbler aufgebaut, allerdings neben der IP-Adresse keine weiteren Informationen übermittelt, die eventuell personenbeziehbar sind.

Apple: Unmittelbar nach dem Start nimmt die App Verbindung zu unterschiedlichen Adressen von Apple auf. Der Grund: Die App nutzt verschiedene Apple-Dienste, zum Beispiel um In-App-Käufe über den App-Store abwickeln zu können.

Google: Verbindungen zu Google (Schriftarten, Google Analytics und Google DoubleClick) werden innerhalb der App immer dann aufgebaut, wenn der Nutzer das Impressum oder die Datenschutzerklärung über das Menü „Mehr“ abruft. Gleiches gilt für den Menüpunkt „atudo“, bei dem anschließend alle weiteren Daten von der Webseite der Eifrig Media GmbH geladen werden. Neben technischen Informationen, wie den Übertragungszeitpunkt, werden unter anderem folgende Informationen übermittelt, die kombiniert eventuell personenbeziehbar sind:

  • GPS-Positionsdaten (Längen- und Breitengrad)
  • Versionsnummer der App (2.1.2)
  • Gerätemodell und Hersteller
  • iOS-Version
  • Eingestellte Sprache
  • Aufgerufene Webseite

Hinweis: Während der herkömmlichen App-Nutzung werden keinerlei Verbindungen zu Google aufgebaut oder die oben genannten Informationen übermittelt.

Wie sicher speichert die App meine Daten?

Bei diesem Kriterium prüfen wir im Normalfall, wie Apps beispielsweise sensible Anmelde-Informationen auf dem Smartphone hinterlegen und wie diese geschützt werden. Für die Nutzung von Blitzer.de Pro ist allerdings kein Nutzerkonto notwendig.

Was sagt die Datenschutzerklärung?

Innerhalb der App ist die Datenschutzerklärung über Mehr Datenschutz erreichbar.

Insgesamt informiert die Eifrig Media GmbH transparent über die Erfassung und Verwendung der übermittelten Daten und Informationen.

Nach unsere Auffassung weist die Datenschutzerklärung allerdings nur ungenügend darauf hin, mit welchen Drittanbietern Blitzer.de Pro zusammenarbeitet und welche Daten übermittelt werden. Dies gilt insbesondere bei der Nutzung der Google-Services, bei der die App unter anderem den Standort an Google übermittelt, sobald Informationen von der Webseite (über die Menüpunkte Mehr und atudo) eingebunden werden.

Werden nur notwendige Daten erhoben?

Würde die Eifrig Media GmbH die Einbindung von Drittanbietern beim Aufruf der Menüpunkte „Mehr“ und „atudo“ entfernen, würde Blitzer.de Pro das Prinzip der Datensparsamkeit aus unserer Sicht vollständig umsetzen.

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Einmal im Monat schicken wir Ihnen aktuelle mobilsicher-Lesetipps direkt ins Postfach. Hier geht's zur Anmeldung.

Weitere Artikel

Ratgeber 

App-Test Uber: Taxis und Fahrdienste per App bestellen

Uber ist eine kostenlose App, die Taxis, Fahrdienste und außerhalb Deutschlands auch private Mitfahrgelegenheiten vermittelt. Die Bezahlung erfolgt über Kreditkarte oder PayPal. Ein mögliches Problem: Die Übermittlung einer Vielzahl sensibler Informationen.

Mehr
Ratgeber 

Tracking in Apps: Das können Sie tun (Android)

Viele Apps enthalten Software-Bausteine von Drittanbietern, zum Beispiel von Tracking- oder Werbefirmen. Von außen sieht man das allerdings nicht. Wir geben Tipps, wie Sie Apps mit unliebsamen Modulen vermeiden können.

Mehr
Ratgeber 

Quiz: Tracking mit dem Handy

Sind Sie in Sachen Privacy und Sicherheit ein richtiger Durchblicker, oder glauben das vielleicht nur? Sind Sie ein Angsthase, oder ein Träumer? In unserem Quiz zur dritten Woche des Cyber-Security-Monats dreht sich alles um die Analyse Ihrer Internet-Nutzung über Ihr Handy - das sogenannte Tracking.

Mehr
Ratgeber 

Passwortsperre für Google Drive bei iOS einrichten

Auch Nutzer von Apples iOS bewahren sensible Daten auf Google Drive auf, die geschützt werden sollten. Dafür lässt sich auf dem iPhone oder iPad ein Sicherheitscode vorschalten. Wir zeigen, wie man die vierstellige Zahlenkombination einrichtet oder ändert.

Mehr