Navi-Apps im Check: HERE WeGo – solides Mittelfeld

Hinter HERE WeGo stehen drei Giganten der klassischen Wirtschaft: die Autokonzerne BMW, Daimler und Volkswagen. Die kostenlose App verfügt über hochwertiges Kartenmaterial und schneidet in puncto Datenschutz ziemlich gut ab. Eine solide Konkurrenz zu Google Maps.

Version
2.0.12433
Betriebssystem
Android, iOS
App-Store- / Weblinks
Apple App Store (iOS)
Google Play (Android)
Weblink
Veröffentlicht am
Review Autor
Schlagworte
Kartendienst · Navigieren
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Auf einen Blick

Das ist HERE WeGo

HERE WeGo ist eine Navigations-App für Android und iOS. Nach eigenen Angaben kommt sie auf 22 Millionen Nutzer. Die App ist kostenlos und enthält unauffällige Werbung.

Entwicklerin ist die Firma HERE Apps LLC mit Sitz im US-amerikanischen Chicago. Das Mutterunternehmen ist allerdings europäisch: die HERE Global B.V. sitzt im niederländischen Eindhoven und ist mehrheitlich in der Hand der drei Autokonzerne Daimler und BMW sowie der Volkswagen-Tochter Audi.

HERE verfügt über eigenes Kartenmaterial, das sie für eigene Anwendungen nutzt und Geschäftspartnern zur Verfügung stellt. Nach Firmenangaben nutzen 80 Prozent aller Navigationssysteme in europäischen und nordamerikanischen Autos Kartenmaterial der Firma.

Die Navigations-App lässt sich online und offline nutzen und bietet eine sprachbasierte Navigation an. Außerdem zeigt sie Fahrtzeiten, Liniennetze, Fahrpläne für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr an.

Die App bittet um Daten

Wenn Sie in der App die Kartenansicht mit Verkehrsinformationen aktivieren, erhalten Sie per mobiler Datenverbindung Verkehrsinformationen in Echtzeit. Im Gegenzug übertragen Sie beim Fahren selbst Daten an die App, und zwar Ihren Standort sowie die Geschwindigkeit und die Fahrtrichtung des Fahrzeugs.

Die App fragt Sie zudem, ob sie Echtzeit-Verkehrsinfos auch dann übermitteln darf, wenn HERE WeGo im Hintergrund läuft. Dem müssen Sie nicht zustimmen.

Beim Installieren fragt die App, ob Sie zustimmen, dass Daten für die „Optimierung“ des Dienstes übermittelt werden: Konkret geht es um Standort- und Bewegungsdaten beim Fahren (dies wird auch aktiv, wenn Sie die Verkehrsfunktion einschalten), die Auswertung von Aktivitäten innerhalb der App sowie online und offline getätigte Suchen. Sie können Ihre Zustimmung in allen drei Fällen verweigern.

Unser Test im Überblick

HERE WeGo verlangt nach der Installation Zugriff auf den Gerätestandort. Will man die App nutzen, muss man zustimmen.

Sie können die App ohne Anmeldung nutzen. Ein Profil benötigen Sie, wenn Sie Orte abspeichern wollen.

Im Test haben wir gesehen, dass die App während der Nutzung Verbindung zu Facebook und einem Analysedienst aufnimmt und die Werbe-ID überträgt. Sämtliche beobachteten Datenübertragungen sind verschlüsselt.

Laut Datenschutzerklärung erhebt der Dienst Standort- und Verkehrsdaten nur anonym und verknüpft sie nicht mit persönlichen Daten, zum Beispiel mit eindeutigen Kennnummern oder dem Nutzerkonto.

Die Datenschutzerklärung ist ausführlich und transparent. Sie Informiert über das eingebundene Werbenetzwerk MoPub, das wir im Test aber nicht gesehen haben.

Fazit

HERE WeGo verfügt über hochwertiges Kartenmaterial und die Navigation funktioniert reibungslos. In Sachen Privatsphäre landet die App bei unserer Testreihe auf einem guten Platz. Würde die App auf die eingebundenen Dienste MoPub und Facebook verzichten, wäre sie nahezu optimal.

Unser Test im Detail

Getestet haben wir die Version 2.0.12433 die wir aus Googles Play-Store heruntergeladen haben. Dieser Test gilt nicht für andere Versionen. Getestet wurde für die Android-Version 7.1.2.

Die Technische Analyse führte Mike Kuketz durch

Übermittelte Informationen im Überblick:

  • Google Werbe ID
  • Geräte-Modell und Hersteller
  • Android-Version
  • Zeit, Sprache, Land
  • Mobilfunkanbieter

Auf welche Daten kann die App zugreifen?

HERE WeGo benötigt den Zugriff auf den Standort des Geräts.

Die App bittet bei der Nutzung auch um einen Zugriff auch das Telefonbuch. Das können sie verweigern.

Wohin verbindet sich die App?

Sämtliche Kommunikation, die wir beobachten konnten, ist verschlüsselt. Die Verbindung zum Hauptdienst ist zusätzlich durch die Methode der CERT-Pinnings geschützt.

Hauptdienst HERE: Neben technischen Informationen, wie den Übertragungszeitpunkt, übermittelt die App unter anderem folgende Informationen direkt beim Start:

  • Hersteller und Modell, zum Beispiel LGE, Nexus 5
  • Android-Version
  • Ort des Nutzers

Bei der Nutzung der Suchfunktion übermittelt der Dienst folgende Daten:

  • gesuchter Ort
  • Uhrzeit
  • gewähltes Verkehrsmittel (zum Beispiel: zu Fuß)

Hinweis: Einige Datenübertragungen sind so verschlüsselt, dass wir sie nicht auswerten konnten. Möglicherweise übermittelt die App noch andere Daten.

Facebook (graph.facebook.com): Die Daten gehen in kontinuierlichen Abständen an Facebook, ganz gleich, ob man dort ein Konto hat oder nicht. Die App übermittelt unter anderem Folgendes:

  • Google Werbe-ID
  • Name und Verison der App (Here WeGo)
  • Android-Versionsnummer, Gerätemodell
  • Land und Zeitzone
  • Mobilfunkanbieter (Unitymedia)

Apptimize.com: Apptimize ist ein Analysedienst, der zum Beispiel sogenannte AB-Tests durchführt. Firmensitz ist Kalifornien, USA. Während der Nutzung wird ein nichtssagender Identifier übermittelt. Allerdings ist ein Großteil der Daten so verschlüsselt, dass wir sie nicht analysieren konnten.

MoPub: Laut Ergänzung der Datenschutzerklärung für HERE Apps (siehe unten) kann die App auch Daten an das Werbenetzwerk MoPub weitergeben. In unserem Test konnten wir keine Verbindung zu MoPub beobachten. MoPub Inc. ist ein Tochterunternehmen von Twitter und hat seinen Geschäftssitz in San Francisco, USA. Der Werbedienst fungiert als „Mediator“, über den Entwickler mit einem einzigen Baustein mehrere Werbenetze einbinden können.

Laut Angaben aus der Datenschutzerklärung sammelt MoPub bei der Nutzung unter anderem folgende Daten: Werbe-ID, Gerätemodell und Gerätedetails (zum Beispiel Bildschirmgröße), Mobilfunkbetreiber und IP-Adresse. Wenn die Einstellungen innerhalb der App das zulassen, erhält MoPub auch Standortdaten.

Was sagt die Datenschutzerklärung?

Es gibt eine allgemeine Datenschutzerklärung für alle HERE-Produkte und eine Ergänzung für HERE Apps. Beide sind sehr ausführlich.

Die Erklärung „Datenschutz bei HERE WeGo, in der HERE App und HERE Maps“ listet auf, welche Arten von Informationen die Apps erfassen. Der Dienst speichert alle Informationen, die man selber bei der Registrierung angibt.

Zusätzlich erfasst HERE laut eigenen Angaben Standortdaten, Geschwindigkeit, Richtung, Zeitstempel, Daten zu Mobilfunk-, Bluetooth- und WLAN-Netzen in der Umgebung sowie Daten aus dem Satellitensystem. Diese Daten werden anonym erhoben und werden laut Datenschutzerklärung keiner einzelnen Person zugeordnet oder mit dem Nutzerkonto verknüpft.

Auch die Erfassung technischer Details, wie Gerätetyp, Netzbetreiberkennungen und IP-Adresse, die wir im Test beobachtet haben, wird beschrieben.

In der Ergänzung zur Datenschutzerklärung äußert sich der Anbieter auch detailliert zum eingebundenen Werbedienstleister MoPub, was wir vorbildlich finden.

Laut Datenschutzerklärung spielt MoPub standortbasierte Werbung ein, wenn Geräte den Standort mit dem Werbenetzwerk teilen. Das lasse sich im Einstellungsmenü der App unter „Location-based ads“ ändern. Diesen Punkt haben wir in unserem Test allerdings nicht in den Einstellungen gefunden. Es ist uns zudem unklar, ob die Weitergabe des Standorts an das Werbenetzwerk standardmäßig aktiviert oder nicht aktiviert ist.


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