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News vom 09.04.2018

Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook will Nutzer informieren

Ein Artikel von Stefan Mey, veröffentlicht am 09.04.2018

Ab dieser Woche wird es spannend: Weltweit knapp 90 Millionen Nutzer will Facebook ab diesem Montag benachrichtigen, ob sie von der Datenweitergabe im Zuge des Cambridge-Analytica-Falls betroffen sind. Auch circa 300.000 deutsche Facebook-Nutzer sind dabei.

Ab Montag beginnt Facebook Nutzer benachrichtigen, deren Daten die Analysefirma Cambridge Analytica erfasst und möglicherweise für unlautere Zwecke missbraucht hat. Das hat Facebook in einem Artikel auf dem Firmenblog angekündigt. Demnach soll die Benachrichtigung prominent am oberen Rand der Nachrichtenübersicht (Newsfeed) auftauchen. In der Ankündigung heißt es, man „werde es Personen mitteilen, wenn ihre Informationen möglicherweise unangemessen mit Cambridge Analytica geteilt worden sind.“

Zudem werde man allen Nutzern anzeigen, welche Drittanbieter-Apps sie auf Facebook nutzen, welche Daten sie mit ihnen teilen und wie sie die Verbindung kappen können.

Potenziell 300.000 deutsche Nutzer betroffen

Nach jetzigem Stand sind weltweit bis zu 87 Millionen Nutzer vom Cambridge-Analytica-Skandal betroffen. Das US-amerikanische Unternehmen hat über eine interne App persönliche Daten abgreifen können, wenn die Nutzer ein Drittanbieter-App installiert hatten. Zusätzlich gelangte die Firmen auch an die Daten von deren Facebook-Freunden.

Bei der App handelte es sich um einen Persönlichkeitstest namens „thisisyourdigitallife“. Als brisant gilt vor allem, dass Cambridge Analytica diese Daten genutzt haben soll, um die Nutzer bei der US-Wahl zu beeinflussen – zugunsten des heutigen US-Präsidenten Donald Trump. Nach aktuellen Erkenntnissen betrifft die Datenweitergabe bis zu 310.000 deutsche Nutzer.

Verschiedene Datenskandale

Facebook stand in den letzten Monaten wegen diverser Skandale in der Kritik. Im März 2018 kam heraus, dass das soziale Netzwerk in der Vergangenheit Telefonie- und SMS-Daten von Nutzern der Android-Apps „Facebook Messenger“ und „Facebook Lite“ abgegriffen hat. Zudem laufen in mehreren Ländern der EU Gerichtsverfahren: Datenschutzbehörden möchten dem Konzern verbieten, Daten aus Facebook und der Facebook-Tochter WhatsApp miteinander abzugleichen. Letzter Stand in Deutschland ist, dass das Oberverwaltungsgericht Hamburg einen Widerspruch von Facebook gegen eine Verbotsverfügung des Hamburger Datenschutzbeauftragten abgelehnt hat.

Interessant wird sein, wie Facebook und WhatsApp die EU-Datenschutz-Grundverordnung umsetzen, die am 25. Mai in Ländern der Europäischen Union Wirkung entfaltet. Die Verordnung stellt nach Meinung von Kritikern eine Verbesserung des Datenschutzniveaus im Internet dar. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat zuletzt in einem Interview erklärt, dass der Konzern ernsthaft an einer Umsetzung arbeitet.

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