News vom 01.11.2018

Kindersicherungs-Apps im Check: Unser Ergebnis

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.11.2018

Sperrzeiten einrichten, Apps blockieren und schauen, was das Kind auf dem Smartphone macht: Kindersicherungen finden sich in den App-Stores zu Hauf. Doch viele davon sind nicht empfehlenswert. Wir haben das Angebot gesichtet und zu den Marktführern gute Alternativen gefunden.

Smartphones eröffnen auf ihren kleinen Bildschirmen nahezu unbegrenzte Welten. Für Eltern stellt sich irgendwann die Frage: Soll mein Kind ein eigenes Handy bekommen oder nicht?

Verschiedene Apps versprechen, Smartphones kindersicher zu machen. Eltern können mit diesen Programmen unter anderem:

  • maximale Laufzeiten für das Gerät oder für einzelne Apps festlegen,
  • über Block-Listen bestimmte Apps blockieren oder über Erlaubt-Listen nur bestimmte Apps zulassen,
  • Webfilter aktivieren,
  • sich auf dem Elterngerät Protokolle über die Smartphonenutzung des Kindes anzeigen lassen,
  • das Kindergerät orten.

Auch Kinder haben Privatsphäre

In unserer aktuellen Reihe stellen wir acht Apps und Gerätefunktionen vor, die versprechen, eine effektive Kindersicherung auf das Smartphone zu bringen. Bei unseren Tests hat uns vor allem die Frage interessiert, wie respektvoll die App-Anbieter mit den Daten der Kinder umgehen.

Persönliche Daten von Kindern gelten zu Recht als besonders schützenswert, denn Kinder sind, wie es in einem  Kommentar zur Datenschutz-Grundverordnung der EU heißt, „der betreffenden Risiken, Folgen und Garantien und ihrer Rechte bei der Verarbeitung personenbezogener Daten möglicherweise weniger bewusst“.

Viele Apps haben uns nicht überzeugt: Sie speichern die Daten der Kinder unserer Ansicht nach nicht sicher genug und ermöglichen teilweise eine zu detaillierte Überwachung des Kindergeräts. Das stellt für uns einen zu großen Eingriff in die Privatsphäre des Kindes da.

Empfehlenswert: Kids Zone und JoLo Kindersicherung

Zwei Apps können wir jedoch guten Gewissens empfehlen. Am überzeugendsten finden wir die App eines einzelnen Entwicklers aus Halle/Saale: JoLo Kindersicherung.

Update (09.01.2019): JoLo wird durch die neuere App TimeLimit vom selben Entwickler abgelöst.

Diese App speichert die meisten Daten lokal auf dem Gerät und Eltern erhalten nur begrenzt Einblick in die Smartphone-Nutzung des Nachwuchses. Die Daten, die ausgetauscht werden, sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sodass niemand außer den Nutzern sie lesen kann.

Unser zweiter Sieger heißt Kids Zone. Die App hat keine Überwachungsfunktion und überträgt keine Daten an den Anbieter. Aus Datenschutzperspektive schneidet sie daher gut ab. Der Funktionsumfang ist jedoch nur für kleinere Kinder ausreichend.

Ein Überblick über alle Tests finden Sie hier: Serie: Kindersicherungs-Apps im Check.

Geschrieben von

Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

Weitere Artikel

Körper und Gesundheit 

Apple Health und Google Fit – Gesundheit und Fitness mit Apple und Google

Sowohl Apple als auch Google warten mit eigenen Entwicklungen zum Thema Fitness und Gesundheit auf. Doch sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Ausrichtung. Auch beim Umgang mit den Daten der Nutzer weichen sie voneinander ab.

Mehr
Ratgeber 

Mail-App FairEmail kurz vorgestellt (Android)

FairEmail ist ein datenschutzfreundlicher E-Mail-Client für Android. Die App zur Verwaltung von Mails auf dem Smartphone ist werbefrei und analysiert die Nutzung nicht. Anbieter ist der niederländische Entwickler Marcel Bokhorst.

Mehr
Ratgeber 

Anleitung: Synchronisierung mit Google-Konto stoppen (bis Android 6)

In der Standard-Einstellung synchronisiert Android Kalender, Kontakte und mehr mit dem verknüpften Google-Konto. Wer seine Kontakte nicht mit Google teilen möchte, muss die Übertragung ausschalten. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie es geht.

Mehr
Ratgeber 

Neue Regeln beim Banking: Was ändert sich?

Am 14. September 2019 ist die europäische Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 (Payment Services Directive) in Kraft getreten. Eine Folge: Die TAN-Listen auf Papier darf nicht mehr genutzt werden. Viele Nutzer*innen steigen daher auf Banking-Apps um. Wir erklären was sich ändert und worauf Sie achten sollten.

Mehr