Dieser Artikel wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Die Informationen könnten veraltet sein.
News vom 26.11.2015

Kann Google Android-Bildschirmsperren öffnen?

Ein Artikel von , veröffentlicht am 26.11.2015

Medien, Fachleute und Nutzer rätseln: Seit einigen Tagen kursiert die Nachricht, dass Google die Bildschirmsperre von Android-Geräten per Fernzugriff entfernen kann. Das stimmt aber nur eingeschränkt – eine neue Hintertür ist ebenfalls nicht aufgetaucht.

Auslöser für den Wirbel war ein Sicherheitsbericht der Staatsanwaltschaft von Manhattan, New York, der Anfang November erschien. In dem Bericht ging es unter anderem darum, welche Möglichkeiten Behörden haben, beschlagnahmte Mobilgeräte zu entsperren, um sie zu durchsuchen. Darin steht zu lesen:

For some other types of Android devices, Google can reset the passcodes when served with a search warrant...

Sinngemäß heißt das: Google kann bei einigen Android-Geräten die Bildschirmsperre zurücksetzen, und zwar per Fernzugriff – und tut das auch, wenn ein Durchsuchungsbefehl vorliegt.

Viele Medien griffen das Thema auf, und berichteten, dass „die meisten“ oder „über 75 Prozent“ der Geräte entsperrt werden können. Adrian Ludwig, Mitarbeiter bei Android Security, hat dazu mittlerweile Stellung bezogen. Laut Ludwig kann Google solche Geräte per Fernzugriff entsperren, die als entsperr-Methode die Mustereingabe nutzen, und eine Android-Version älter als 5.0 (Lollipop) installierst haben. Zudem darf das Gerät nicht verschlüsselt sein.

Einen Generalschlüssel zu jedem Android-Gerät hat Google also keineswegs. Ganz im Gegenteil: Die Bildschirmsperre ist ein effektiver und wichtiger Schutz gegen die meisten unerwünschten Zugriffe auf das Mobilgerät und sollte genutzt werden. Trotzdem hat auch sie Schwachstellen und kann unter bestimmten Umständen – nicht nur von Google – umgangen werden.

 

Wo diese Schwachstellen liegen und welche Angriffe es auf die Bildschirmsperre gibt, erklären wir in unserem frisch aktualisierten Hintergrundtext Wie sicher ist die Bildschirmsperre?

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0x2F021121044527DC

PGP Public Key

Download als .asc

Fingerprint

BC80 45E0 3110 EA00 A880 0827 2F02 1121 0445 27DC

Miriam Ruhenstroth

Begleitet mobilsicher.de seit der Gründung – zuerst als freie Autorin, dann als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt, das 2020 um den AppChecker erweitert wurde. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Samsung Kids einrichten – so geht’s

Sie haben ein Samsung-Handy mit Android 9 oder höher und wollen es ab und an Ihrem Kind in die Hand geben? Mit der App „Samsung Kids“ können Sie das Gerät so sichern, dass dabei kein Unglück geschieht. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie die App einrichten.

Mehr
Ratgeber 

Messenger-App Hoccer: 2020 eingestellt

Hoccer wurde von der Stiftung Warentest 2015 zum Testsieger in Sachen Datenschutz gekürt. Wegen der Coronakrise stellten die Betreiber*innen 2020 jedoch den Betrieb ein.

Mehr
Ratgeber 

Android: Lokales Backup mit MyPhoneExplorer

Mit der App MyPhoneExplorer könnt ihr die meisten Daten zwischen Android-Smartphone und Computer synchronisieren - ohne Umweg über die Cloud. Auch Backups lassen sich einfach erstellen und einspielen.

Mehr
Ratgeber 

Check-In-App Luca kurz vorgestellt

Während der Corona-Pandemie soll sie die Kontaktverfolgung in Geschäften oder Restaurants erleichtern. Die App wird von einem Berliner Start-up entwickelt und bereits von vielen Gesundheitsämtern verwendet, doch es gibt auch Kritikpunkte. Ein Überblick.

Mehr