Ratgeber

Ankaufsportale: Darauf solltet ihr achten, wenn ihr ein Handy verkauft

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.02.2024
Foto: Charles O'Rear / U.S. National Archives

Dem alten Gerät ein zweites Leben bescheren und dann auch ein noch ein bisschen Geld verdienen. Großartig! Wir haben Tipps für euch, damit das gut klappt.

Wer sein gebrauchtes Handy verkaufen will, ist auch hierzulande längst nicht mehr auf private Käufer via eBay angewiesen – denn inzwischen gibt es eine ganze Reihe großer, professioneller Ankäufer.

Wir haben uns die wichtigsten angeschaut und erklären, welche Regeln ihr beim Verkaufen beachten solltet.

  1. Achtet darauf, ob der Ankäufer euer Handy überhaupt nimmt. Manche wollen etwa nur iPhones.
  2. Wenn der Ankäufer den Zustand deines Handys nicht so gut bewertet wie du, kannst du dann vom Kauf zurücktreten?
  3. …und wer zahlt in diesem Fall die Kosten für den Rückversand?

Damit ihr das nicht selber nachlesen müsst, haben wir die wichtigsten online-Ankäufer für euch gecheckt. Ihr findet die Ergebnisse in unserem HandyHelfer. Wenn ihr dort das Handy eingebt, das ihr verkaufen wollt, zeigen wir euch in Schritt 6 alle passenden Ankäufer an. Dort könnt ihr auch die genauen Konditionen für Rückversand und Konfliktmanagement nachlesen. Wie alles von mobilsicher ist das kostenlos und werbefrei.

 

Richtig vorbereitet für den Verkauf

Wenn ihr ein Handy verkauft, wollt ihr sicher nicht, dass eure Daten von dem Gerät verloren gehen. Und sie sollen auch nicht in die falschen Hände gelangen. Wie ihr die Daten sichert und anschließend zuverlässig löscht, erklären wir ebenfalls für alle üblichen Smartphonemodelle im HandyHelfer. Das funktioniert nämlich von Handy zu Handy etwas anders.

 

Will überhaupt jemand mein altes Handy kaufen?

Grundsätzlich gilt, dass ein Handy umso mehr Geld einbringt, je neuer es ist und je hochwertiger und beliebter das Modell ist.

Faustregel: War es ein Spitzenmodell? Ist es vor weniger als vier Jahren erschienen? Ist es technisch in Ordnung? Wenn ihr zwei von drei Fragen mit Ja beantworten könnt, stehen die Chancen sehr gut, dass ihr es noch verkaufen könnt.

Zeit ist Geld: Der Wertverfall bei Handys verläuft ähnlich wie bei Neuwagen: Am Anfang ist die Kurve sehr steil, später flacht sie ab. Jeden Tag, den euer Handy sinnlos in der Schublade liegt, kostet euch Geld.

Zum Vergleich haben wir euch hier mal ein paar Modelle aufgelistet.

Hinweis: Dies ist nur eine Momentaufnahme, die Preise ändern sich je nach Nachfrage und können sich von Portal zu Portal deutlich unterscheiden.

iPhone 14 Pro Max (erschien 2022)   Ankauf für rund 1000 Euro

Google Pixel 3 (erschien 2018)           Ankauf für rund 100 Euro

Microsoft Lumia 950 (erschien 2015)  Ankauf 20 Euro.

Samsung Galaxy S5 (erschien 2014) Ankauf für rund 70 Euro

 

Bemerkenswert ist, dass zum Beispiel das Betriebssystem Windows Mobile, das auf dem Lumia läuft, längst eingestellt wurde. Auch das Samsung Galaxy S5 hat sein Supportende schon vor langer Zeit erreicht. Das Kriterium „weit verbreitetes Spitzenmodell“ kann also durchaus das Kriterium „Alter“ schlagen.

Probiert es doch mal selber aus: Gebt einfach euer Modell bei einem der Anbieter auf der Webseite ein. Wir empfehlen für den Anfang das Vergleichsportal handyverkauf.net. Das ist selber kein Ankäufer, sondern eine Sammelplattform, auf der die Preise von sechs großen Online-Ankäufern automatisch verglichen werden. Dort bekommt ihr also eine recht gute erste Preisschätzung.

In unserem HandyHelfer findet ihr neben dieser Plattform auch noch viele weitere Ankäufer.

 

Wie kommt der Preis zustande?

Eine wichtige Rolle für den Preis spielt der Zustand des Handys.

Die Ankaufsplattformen nutzen alle ein ähnliches Modell, um den Zustand eines Handys zu beurteilen und ordnen sie dann nach Kategorien, die so oder so ähnlich heißen:

  1. Neuwertig: Am Gerät sind keine Kratzer oder ähnliches zu sehen.
  2. Sehr gut: Gebrauchsspuren sind nur aus geringem Abstand zu erkennen.
  3. Gut: Auch aus größerem Abstand kann man Spuren des Gebrauchs sehen.
  4. Okay: Hier sind Kratzer sehr deutlich zu sehen.

Bei all diesen Kategorien wird vorausgesetzt, dass alle technischen Funktionen einwandfrei sind. Je nach Ankaufsportal kann man auch Geräte anbieten, bei denen etwas kaputt ist, zum Beispiel das Display oder das Mikrofon. Ein wichtiger Faktor ist auch die Kapazität des Akkus. Häufig verlangen die Ankäufer, dass sie noch mindestens 85 Prozent oder mehr beträgt.

So findet ihr heraus, wie viel Kapazität euer Akku noch hat

Öffnet die Einstellungen und navigiert zum Punkt Akku oder Batterie. Bei vielen Handys wird euch hier ein Punkt angezeigt, der Batteriezustand, Batteriegesundheit oder -kapazität heißt. Er wird entweder in Prozent oder mit Worten bewertet. Leider gibt es diese Anzeige nicht bei allen Handys – in dem Fall hilft eine Diagnose-App weiter, zum Beispiel BatteryBot (F-Droid).

 

Lohnt sich eine Reparatur vor dem Verkauf?

Es kann Fälle geben, in denen ihr am Ende mehr Geld erzielt, wenn ihr das Gerät vor dem Verkauf reparieren lasst. Unsere Tipps für die Reparatur findet ihr in einem separaten Artikel. Das ist natürlich mit etwas Aufwand verbunden. Ob es euch den wert ist, müsst ihr im Einzelfall abwägen.

So könnt ihr euch dazu ein Urteil bilden:

  1. Informiert euch bei einem Ankaufsportal, wie viel ihr für das beschädigte Gerät bekommt.
  2. Lasst euch dann den Preis anzeigen, den ihr für das Gerät in dem Zustand nach der Reparatur bekommen würdet.
  3. Ihr bekommt jetzt vermutlich mehr Geld angeboten. Wie viel mehr ist es?
  4. Bei den Reparaturdiensten oder Werkstätten gibt es eine Preisschätzung für die Reparatur. Diesen Betrag könnt ihr mit dem vergleichen, den ihr im Ankauf für das reparierte Gerät mehr bekommt.

Beispiel: Für ein Gerät mit kaputtem Akku zahlt euch der Ankäufer 200 Euro. Mit getauschtem Akku zahlt er euch 300 Euro. Die Werkstatt berechnet euch 70 Euro für den Tausch des Akkus. Ihr bekommt so also 30 Euro mehr. Ist euch das der Aufwand wert?

Einige Schäden kann man eventuell selbst beheben. Im HandyHelfer haben wir viele davon aufgelistet und geben Tipps zur Selbstreparatur.

 

Schummeln bringt nichts

Was passiert, wenn ich beim Ankaufsportal einfach angebe, dass mein Handy funktioniert, obwohl das gar nicht stimmt? Mal abgesehen von der Moral – es fliegt wahrscheinlich auf und dann habt ihr selbst den größten Ärger damit.

Die Ankäufer können mit spezieller Software ziemlich genau sehen, was in dem Handy vorgeht. Damit können sie alle Funktionen schnell prüfen und werden merken, wenn etwas nicht stimmt.

Wenn der Ankäufer ein Handy erhält und findet, dass der Zustand in Wirklichkeit schlechter ist, als du angegeben hast, kann er vom Kaufvertrag zurücktreten.

Solche Meinungsverschiedenheiten über den Zustand kommen immer mal vor. Wichtig ist, dass der Ankäufer damit professionell und transparent umgeht. Wenn ein Ankäufer keine genauen Informationen bereitstellt, wie er in so einem Fall vorgeht, ist das kein gutes Zeichen.

Seriöse Käufer bieten dir in diesem Fall erstmal einen neuen (niedrigeren) Ankaufspreis an. Wenn du für diesen neuen Preis nicht verkaufen möchtest, schicken sie dir das Gerät zurück. Diese Retoure sollte für dich kostenlos sein.

Übrigens: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob alles funktioniert, könnt ihr auch ein Diagnose-Werkzeug nutzen. Dazu haben wir hier Infos.

 

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Jonas Bickelmann

Leitet die Redaktion von mobilsicher. Er studierte Philosophie, machte ein Volontariat bei einer Berliner Tageszeitung und schreibt nicht nur gerne über grünere Smartphones, sondern als freier Autor auch über Reisen und Kultur.

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