Ratgeber

pEp – sichere Mail-App für iPhones

Ein Artikel von , veröffentlicht am 21.06.2020

Mit pEp gibt es endlich eine privatsphärefreundliche Alternative zu Apple Mail. Die quelloffene Mail-App ist frei von Tracking und Werbung – und bietet außerdem automatische E-Mail-Verschlüsselung. Für Android ist sie auch zu haben.

Das ist pEp

pEp ist eine quelloffene Mail-App, die keine Werbung einbindet und Nutzer*innen nicht trackt. Es gibt sie schon länger für Android, seit 2020 auch für iOS.

Die pEp-App kostet im App Store 3,49 Euro, Voraussetzung ist die iOS-Version 11. Im Google Play-Store kostet pEp 1,99 Euro, für den Desktop bieten die Entwickler*innen ein Add-On für Microsoft Outlook an.

Lange hatte es an guten Alternativen zur Mail-App von Apple gemangelt.

Apple Mail war aufgrund einer Schwachstelle im Frühjahr 2020 nicht sicher nutzbar, mobilsicher.de berichtete.

pEp (Eigenschreibweise p≡p, ausgesprochen „pep“) steht für „pretty Easy privacy“ und bezeichnet die von den Anbieter*innen entwickelte Verschlüsselungstechnik.

"Pretty easy" (engl.= "ziemlich einfach") verweist auf die automatische Verschlüsselung von E-Mails ohne das Zutun der Nutzer*innen. Diese besondere Funktion von pEp können, müssen Sie aber nicht nutzen.

So funktioniert pEp

In der pEp-App können Sie wie bei herkömmlichen Mail-Apps verschiedene E-Mail-Konten einbetten, um all Ihre E-Mails unter einem Dach zu haben. pEp funktioniert mit allen gängigen E-Mail-Diensten, getestet haben wir posteo, mailbox.org, GMX, Gmail und T-Online.

Für die Einrichtung müssen Sie lediglich Ihre E-Mail-Adresse mit zugehörigem Passwort eingeben. Hierbei gibt es zwei Sonderfälle:

  1. Manche E-Mail-Dienste, etwa T-Online, haben ein eigenes Passwort für Mail-Apps, das sich von dem Passwort unterscheidet, das Sie für den Login verwenden. Schauen Sie dazu auf den Support-Seiten Ihres Mail-Anbieters nach.
  2. Bei manchen Konten müssen Sie die Server-Daten Ihres E-Mail-Dienstes manuell eingeben. Die Angaben finden Sie auf dessen Webseite.

Die pEp-App gibt es auf Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen. Das Design der pEp-App ist schlicht, die Bedienung einfach und die Voreinstellungen können so übernommen werden. Durch die Synchronisierungsfunktion ist es zudem möglich, pEp auf mehreren Geräten zu nutzen.

Nicht wundern: Zum Synchronisieren zweier Geräte wird der Posteingang der eingebundenen E-Mail-Dienste als Kommunikationskanal verwendet. In den Voreinstellungen ist die Synchronisierungsfunktion automatisch aktiviert.

So kann es passieren, dass Sie auch auf Geräten, auf denen Sie pEp nicht nutzen, automatische pEp-E-Mails auftauchen. Diese löschen sich nach kurzer Zeit von selbst. Die Entwickler*innen arbeiten an einem Update, das diese E-Mails in Zukunft ausblenden soll.

pEp: Sicherheit und Datenschutz

Wie unser Datentest gezeigt hat, ist die App frei von Trackern und Werbung. Zudem ist die App quelloffen. Das heißt, dass der Code öffentlich einsehbar ist und von unabhängigen Dritten kontrolliert werden kann.

Zum Vergleich: Apples hauseigene Mail-App lässt sich durch uns nicht analysieren und der Code ist durch Dritte nicht überprüfbar, da Apple die Software entsprechend abgeriegelt hat.

In puncto Privatsphäre steht pEp den nur für Android-Geräte verfügbaren Mail-Apps K-9 Mail und FairEmail in nichts nach. Genau wie diese Dienste kann die App  sowohl auf Android als auch auf iOS als gewöhnliche Mail-App genutzt werden, ohne dass Sie die Verschlüsselungsoption zu nutzen.

Nicht alle Mail-Apps gehen so gut mit Ihren Daten um wie pEp. Hier geht es zu unserem Text Was Sie über Mail-Apps wissen sollten.

Extra: Automatische E-Mail-Verschlüsselung

pEp bietet ein Verfahren, das Mails standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das heißt, dass nur Sender*in und Empfänger*in die Mails im Klartext lesen können. Voraussetzung dafür ist, dass das Gegenüber ebenso eine Verschlüsselungstechnik verwendet und zu Beginn des Nachrichtenverkehrs verifiziert wurde.

Ampelfarben zeigen in der App jeweils an, wie sicher die Kommunikation mit einem Kontakt ist. Sollte eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation nicht möglich sein, werden die Mails jedoch trotzdem gesendet - mit einer herkömmlichen Transportverschlüsselung.

Das Lesen mit pEp verschlüsselter E-Mails ist Nutzer*innenberichten zufolge außerhalb der pEp-App nur mit dem pEp-Add-On für Outlook möglich. Gegenüber mobilsicher.de kündigten die pEp-Entwickler*innen für die kommenden Monate die Veröffentlichung einer pEp-Version für den Desktop-Client Mozilla Thunderbird an.

pEp-Nutzer*innen können auch mit Nutzer*innen anderer Dienste verschlüsselte E-Mails austauschen, solange das Verschlüsselungsverfahren PGP ("Pretty Good Privacy") verwendet wird.

Mehr zum Verschlüsselungsverfahren PGP erfahren Sie in unserem Artikel E-Mails auf dem Handy verschlüsseln.

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