Kinder und Jugendliche

iOS-Geräte mit anderen teilen

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.06.2015

Wer iOS-Geräte in der Familie gemeinsam nutzen will, muss Kompromisse machen. Der vollständige Schutz privater Daten und Zugänge ist nicht möglich. Doch Nutzer können den Zugriff auf Apps und Daten detailliert steuern, besondern bei der „Kindersicherung“.

Anm. Okt. 2018: Dieser Text behandelt die Einstellungen bei iOS 8. Die Einschränkungen sind inzwischen (iOS 12) unter dem Punkt Bildschirmzeit zu finden.

Mobile Geräte mit iOS 8 sind auf die Benutzung durch Einzelpersonen zugeschnitten. Ist das iPhone oder iPad entsperrt, können standardmäßig sofort alle Funktionen ohne Einschränkungen genutzt werden. Bei einigen Apps, Einstellungen und Diensten ist das jedoch nicht wünschenswert. Um das iPhone oder iPad auch mal aus der Hand geben zu können, beispielsweise an Kinder oder Gäste, können einige Funktionen für das Gerät eingeschränkt werden.

Einschränkungen aktivieren: mein Telefon gehört mir

Unter Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen können die Einstellungen des Gerätes mit einer vierstelligen Zahlenkombination geschützt werden. Diese Funktion ist als Kindersicherung entstanden, schützt aber wichtige Inhalte und Zugänge nur bedingt. Im Einzelnen lassen sich dort folgende Einschränkungen einrichten:

  • Datenschutzeinstellungen: Die vom Benutzer vorgenommenen Datenschutzeinstellungen können hier gesperrt werden. Der Mitnutzer kann dann die Einstellungen nicht mehr ändern. Die Einstellungen selbst werden unter Einstellung > Datenschutz im Hauptmenü angezeigt. Das gilt auch für die Einschränkungen bei Social Media (Twitter, Facebook), Mikrofon-Freigabe, Standortfreigabe oder Bluetooth.
  • Einkäufe und Installieren sperren: Einkäufe über das Apple-Konto können ebenfalls eingeschränkt werden. Die Stores iTunes und iBooks, sowie die Möglichkeit, Podcasts zu kaufen, können gesperrt werden. Auch die Installation und Löschung von Apps sowie In-App-Käufe können per Einschränkung verboten werden.
  • Altersfreigaben beachten: Für viele Arten von Medien können sehr differenziert Inhaltsbeschränkungen vorgenommen werden. Dabei ist die Beschränkung im Einzelnen vom ausgewählten Land abhängig. Für Deutschland können für Filme, Sendungen und Apps Altersbeschränkungen nach den Kennzeichnungen von FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) bzw. USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ausgewählt werden. Für Musik, Bücher, Siri und Websites können anstößige Inhalte gesperrt werden. Darunter versteht Apple Inhalte, bei denen sexualisierte Darstellungen vermutet werden. Browser können so eingeschränkt werden, dass nur bestimmte Websites besucht werden können.
  • Anwendungen sperren und „Game Center“: Der Browser Safari, die Kamera, Facetime und Siri können jeweils einzeln gesperrt werden. Diese werden dann dem eingeschränkten Nutzer gar nicht mehr angezeigt. Auch können für Spiele unter „Game Center“ die Funktion „Freunde suchen“ und der Mehrspielermodus deaktiviert werden.
  • Weitere Einstellungen: Es lassen sich auch einige grundlegende Einstellungen im Mobilgerät sperren. Dazu gehört die Hintergrundaktualisierung, die maximale Lautstärke und die mobile Datennutzung, die dann durch den eingeschränkten Benutzer nicht verändert werden können. Ebenfalls kann die Einrichtung neuer Accounts für E-Mail, Kontakte oder Kalender verboten werden.

Zugangshürden und Datensparsamkeit: meine Daten gehören mir

Grundsätzlich gilt: Wer ein entsperrtes iOS-Gerät aus der Hand gibt, muss dem Mitnutzer viel Vertrauen entgegen bringen. Gerade gespeicherte Inhalte (zum Beispiel Fotos) und Zugänge (zum Beispiel zu sozialen Netzwerken wie Twitter) lassen sich dann kaum noch vor fremdem Zugriff schützen – mit einigen Ausnahmen:

  • Datenschutz durch Zugangshürden: Einige Programme bieten zusätzlichen Schutz. So lässt sich beispielsweise in der App zum Cloud-Dienst „Dropbox“ ein Passwortschutz einstellen. Dann wird auch auf dem entsperrten Gerät eine vierstellige Zahlenkombination abgefragt, bevor man auf die Cloud-Daten zugreifen kann. Bei allen Apps sollte so eine Zugangshürde, wenn möglich, eingerichtet werden – vor allem bei Banking-Apps, E-Mails und Online-Shops.
  • Datenschutz durch Datensparsamkeit: Letztlich sind nur die Daten und Zugänge gefährdet, die überhaupt gespeichert wurden. Mit sensiblen Daten sollten Sie also vorsichtig umgehen. Insbesondere, wenn weitere Zugangshürden nicht möglich sind, sollte beispielsweise das Online-Banking auf dem Familien-iPad gar nicht erst eingerichtet werden, wenn die Kinder dort keine Überweisungen ausführen sollten. Ansonsten verzichten Sie darauf, Passwörter beim App-Zugang (zum Beispiel Facebook) zu speichern.

Mehr zum Thema bei mobilsicher.de

 

 

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