Kinder und Jugendliche

So funktioniert die Familienfreigabe bei iPhone und iPad

Ein Artikel von , veröffentlicht am 31.10.2018

Mit der „Familienfreigabe“ können Sie gekaufte Inhalte, etwa aus dem App Store, mit Ihren Familienmitgliedern teilen. Außerdem bietet die Funktion ein Familienfotoalbum, einen gemeinsamen Kalender und erlaubt die Fernsteuerung von Kindersicherungen. Wir geben einen Überblick.

Seit iOS 8 gibt es bei Apple die Funktion "Familienfreigabe". Das ist praktisch, denn damit können Sie und bis zu fünf Familienmitglieder die Einkäufe aus iTunes, Apple Books und aus dem App Store miteinander teilen. Außerdem funktioniert das Apple-Music-Familienabo nur darüber.

Daneben können Sie den iCloud-Speicher, Fotoalben, Kalender und Erinnerungen gemeinsam nutzen und die Funktion „Mein iPhone/iPad finden“ auch für die Geräte der Familienmitglieder verwenden. (Hinweis: Wenn Sie Ihren Standort lieber grundsätzlich für sich behalten, sollten Sie diese Funktion ausschalten.)

In unserem Ratgeber „Mein iPhone suchen“ schützt bei Diebstahl und Verlust erfahren Sie mehr zur Funktionsweise von „Mein iPhone suchen“.

Das ist die Familienfreigabe

Die Familienfreigabe funktioniert über die iCloud, die Sie dafür auf jeden Fall aktivieren müssen. Öffnen Sie dazu die EinstellungenIhres Geräts. Ganz oben sehen Sie dort Ihr Nutzerkonto, das Sie in der Regel schon mit einer Apple-ID verknüpft haben. Wenn Sie darauf tippen, kommen Sie im folgenden Fenster zum Menüpunkt "Familienfreigabe".

Jeder, der bei der Familienfreigabe mitmachen will, braucht also eine Apple-ID. Apple-IDs funktionieren auch auf Apple-Computern (Betriebssystem Mac OS). Außerdem können auch Windows-Nutzer, die iTunes verwenden, bei der Familienfreigabe mitmachen und Käufe bei iTunes mitnutzen.

So richten Sie die Familienfreigabe ein

Um die Funktion zu nutzen, muss ein Gruppenmitglied als Organisator fungieren und die anderen Mitglieder hinzufügen. Er kümmert sich um die Verwaltung der Gruppe. Der Organisator sollte auf jeden Fall volljährig sein. Er oder sie muss eine Zahlungsmethode unter seiner oder ihrer Apple-ID hinterlegt haben. Darüber können die Mitglieder auch Käufe tätigen. Darüber läuft auch die Authentifizierung für Kinderaccounts (mehr dazu im nächsten Abschnitt).

Die Organisatorin kann einstellen, ob sie Käufe von anderen zusätzlich freigeben muss. Wenn Kinder in der Familiengruppe sind, ist die Kauffreigabe für sie schon eingerichtet.

Auch kann die Organisatorin auswählen, welche Funktionen sie zum Teilen bereitstellt: Käufe teilen, Apple Music, iCloud-Speicher, Standort teilen und Bildschirmzeit. Jeder Punkt kann dann einzeln im Menü konfiguriert werden.

Beim Hinzufügen müssen die Mitglieder per Code noch einmal bestätigen, dass sie beitreten möchten.

Apple-ID für Kinder einrichten

Eine reguläre Apple-ID gibt es erst ab 16 Jahren. Vorher können Eltern aber für ihre Kinder Kinder-IDs einrichten, die mit dem Gerät des Kindes verknüpft sind.

Dafür muss sich der Organisator per Zahlungsmittel als volljährig authentifizieren und die Hinweise zum Datenschutz für Erziehungsberechtigte und den Geschäftsbedingungen zustimmen. Daraufhin kann die Apple-ID eingerichtet werden.

Dafür sollte man das richtige Geburtsdatum für das Kind angeben, da Apple danach entscheidet, welche Berechtigungen das Kind hat.

Inhalte und Käufe abstimmen

Wie bereits erwähnt, kann der Organisator festlegen, welche Funktionen er oder sie mit den anderen Mitglieder teilen möchte. Dabei gibt es die Möglichkeit, Inhalte auszublenden, die nicht geteilt werden sollen. Es ist also etwa einzeln wählbar, welche Musikalben oder E-Books mit den anderen geteilt werden.

Schon erwähnt haben wir die Kaufbestätigung: Dabei kann der Organisator den anderen Mitgliedern erlauben, auf eigene Faust über die hinterlegte Zahlungsmethode einzukaufen oder bestimmen, dass jeder Kauf von ihm oder ihr bestätigt wird. Die Mitglieder können aber weiterhin über ihre eigene (nicht geteilte) Zahlungsweise einkaufen oder Guthabenkarten verwenden.

Bildschirmzeit

Die Funktion „Bildschirmzeit“ gibt es bei Apples mobilem Betriebssystem iOS seit der Version iOS 12 (eingeführt im September 2018). Damit können Sie einschränken, in welchem Umfang das iPhone oder iPad genutzt werden kann.

Sie können zum Beispiel bildschirmfreie Zeiten festlegen und Zeitlimits für Apps einrichten. Dies dient der eigenen Nutzungsbeschränkung oder als Kindersicherung. Über die Familienfreigabe können Sie die "Bildschirmzeit" per Fernzugriff steuern.

Wir haben alle Funktionen für iOS 12 beschrieben. Bei älteren Versionen des mobilen Betriebssystems von Apple können die Menüpunkte abweichen. 

Geschrieben von

E-Mail

v.djordjevic@mobilsicher.de

PGP-Key

0x477808DD41C89FD3

Fingerprint

2297 8B0F AABB CE5A 6CCF D7F6 4778 08DD 41C8 9FD3

Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

Weitere Artikel

Schwerpunkt 

Alle App-Tests

Wie sicher sind Apps - und was machen sie mit Ihren Daten? Wir haben ausgewählte Apps genau unter die Lupe genommen und geben Tipps für Datenschutzfreund*innen.

Mehr
Ratgeber 

Allgegenwärtig: Ortsbasierte Dienste

Mobile Geräte nutzen vielfältige Techniken, um ihren Standort zu bestimmen. Diese Information brauchen sie, um auf die Örtlichkeiten zugeschnittene Dienstleistungen anzubieten.

Mehr
Ratgeber 

Android-Cleaner: Was bringen die „Systemoptimierer“?

Cleaner-Apps wollen das Smartphone schneller, das Gerät vielleicht sogar sicherer machen und mehr Speicherplatz schaffen. Was ist an den Versprechen dran? Sie nützen wenig bis nichts. Und zumindest eine dieser Apps ist sogar ein regelrechtes Schadprogramm.

Mehr
App-Test 

Navi-Apps im Check: Magic Earth – vorbildlich

Der Anbieter der Navigations-App Magic Earth zeigt viel Respekt für die Privatsphäre der Nutzer. Die App ist kostenlos, werbefrei und bietet umfangreiches Kartenmaterial und viele praktische Funktionen. Seit die Hersteller den Facebook-Tracker aus der App verbannt haben, gibt es wirklich nichts mehr zu meckern.

Mehr