Ratgeber

Cloud-Dienst luckycloud kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.03.2020

Der Cloud-Speicher luckycloud betreibt eigene Server in Deutschland und bietet eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das Basispaket gibt’s für einen Euro pro Monat.

Das ist luckycloud

luckycloud ist ein Cloud-Speicher für Privatnutzer*innen, Teams und Unternehmen. Die Idee: eine sichere deutsche Cloud, unabhängig von Großkonzernen. Die Berliner luckycloud GmbH besteht seit 2015.

14 Tage kann man den Cloud-Dienst testen, danach ist er kostenpflichtig. Speicherplatz und Nutzer*innenanzahl lassen sich frei wählen und auch nachträglich noch anpassen. Einzelnutzer*innen bekommen luckycloud ab einem Euro pro Monat (3 GB Speicherplatz).

luckycloud gibt es für Android und iOS sowie für den Desktop (Windows, Linux und macOS).

Hinweis: Für die Nutzung auf dem iPhone greift luckycloud auf die App Seafile zurück, hier geht es zur Anleitung.

Eine Übersicht zu Cloud-Diensten auf Android finden Sie hier: Android-Apps ersetzen: Cloud-Dienst.

So funktioniert luckycloud

Mit luckycloud kann man Dokumente, Fotos und andere Dateien auf einem zentralen Server speichern. Das ist nicht nur ein praktisches Backup für die Urlaubsfotos, falls das Smartphone in den Pool fällt.

Nutzer*innen können mit unterschiedlichen Geräten jederzeit online auf ihre Dateien zugreifen oder sie mit Anderen teilen. Über Freigabe-Links (wahlweise mit Ablaufdatum und Passwort) kann man Dateien auch mit Personen teilen, die kein luckycloud-Konto haben.

Falls man eine Datei versehentlich löscht oder überschreibt, bietet der Dienst 30 Tage lang die Möglichkeit, sie wiederherzustellen.

Zugriff auf die Cloud bekommt man per Smartphone-App, über einen Client für den Computer oder über die Webseite, die man im Browser aufruft.

Für den Computer bietet der Clouddienst einen sogenannten Sync-Client. Ordner, die mit dem Sync-Client verbunden sind, werden automatisch in die Cloud geladen und synchronisiert. Dafür muss der Computer mit dem Internet verbunden sein.

Die App fürs Smartphone bietet bisher keine Synchronisation externer Ordner - man muss seine Daten direkt in der App ablegen, um sie auch von anderen Geräten aufrufen zu können. Einen automatischen Foto-Upload gibt es bisher nur als Beta-Version.

Download und Anmeldung

In der App meldet man sich einfach mit einer bestehenden E-Mail-Adresse an und legt ein Passwort fest.

Will man den Cloud-Dienst auf dem Computer installieren, muss man einen Umweg gehen. Denn luckycloud nutzt als Client keine eigene Software, sondern Seafile. Das sind Open-Source-Programme zum Teilen von Dateien. Daher benötigt man nach Download des Clients neben den eigenen Anmeldedaten auch die Server-Adresse von luckycloud (https://storage.luckycloud.de). Auf der Webseite gibt es guten Support.

So speichert luckycloud Ihre Daten

luckycloud ist quelloffen und betreibt eigene Server in Deutschland. Dadurch unterliegt die Cloud dem deutschen Datenschutzrecht. Außerdem haben keine Drittunternehmen Zugriff auf die Server. Der Anbieter verpflichtet sich, keinerlei Daten zu sammeln oder weiterzugeben. Auch IP-Adressen werden nicht gespeichert.

Auf dem Weg zwischen Nutzer*in und Server sorgt eine Transportverschlüsselung dafür, dass die Daten sicher sind. Ordner können zusätzlich Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden. Zum Öffnen wird dann ein Passwort festgelegt, das verschlüsselt bei luckycloud gespeichert wird. Freigabe-Links für Externe können dann jedoch nicht erstellt werden, da für die Entschlüsselung ein Account erforderlich ist.

Falls ein Gerät gestohlen werden sollte, kann es über den Browserzugang von der Cloud getrennt und die Dateien aus der Ferne gelöscht werden (Remote Wipe). Außerdem lässt sich die Cloud per Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen.

Anfang 2018 gab es bei luckycloud einen Serverausfall, bei dem viele Nutzer*innen ihre Daten verloren. Die Fehler sind laut Unternehmensangaben behoben und die Daten nun durch regelmäßige Backups geschützt.

Vor- und Nachteile

Positiv:

  • Optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Eigene Server in Deutschland
  • Optionale Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Keine Analyse von Nutzer*innendaten
  • Remote Wipe
  • Offener Quellcode (Open Source)

Negativ:

  • Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Freigabe-Links

Der Autor

E-Mail

c.ranft@mobilsicher.de

PGP-Key

0x94ADA5BC38277873

Fingerprint

CFD9 C6EB C584 87E9 F22D AC85 94AD A5BC 3827 7873

Christoph Ranft

Christoph Ranft arbeitet als Journalist und Theaterpädagoge in Bochum. Seit 2021 erklärt er bei mobilsicher.de Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Als Teil der Videoredaktion kümmert er sich außerdem um alles, was mit Gestaltung zu tun hat. Er hat Philosophie und Germanistik studiert.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

E-Mail-App K-9 Mail einrichten: So geht’s! (Android)

K-9 Mail ist eine App, in der Sie Ihre E-Mails abrufen und verwalten können. Wir empfehlen K-9 Mail, da die App vorbildlich mit Ihren Daten umgeht. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie sie einrichten und Ihre Postfächer hinzufügen.

Ansehen
YouTube-Video 

iPhone-Privatsphäre: 3 gute Dinge an iOS 14

Wie jedes Jahr ist auch diesen Herbst Apples neue Betriebssystem-Version für iPhones erschienen. Was bringt iOS 14 Gutes für Privatsphäre und Sicherheit? Die drei wichtigsten Punkte auf einen Blick.

Ansehen
YouTube-Video 

Google Family Link: Was Sie über die App wissen sollten (Android)

Google Family Link - so heißt Googles App für die Kindersicherung von Smartphones und Tablets. Mit der App kann man zum Beispiel Nutzungszeiten festlegen und bestimmte Apps sperren. Mit seinem Hunger nach Daten verschont Google aber auch die Kleinen nicht.

Ansehen
Ratgeber 

Facebook-Login und Co.: Daten verwalten und löschen

Facebook sammelt nicht nur Daten im eigenen Netzwerk, sondern auch mit Hilfe von Dritten. Wichtige Funktionen sind dabei der "Login mit Facebook" und die "Aktivitäten außerhalb von Facebook". Was dabei passiert und welche Daten Sie selbst löschen können, erfahren Sie hier.

Mehr