Ratgeber

Android-Apps ersetzen: Cloud-Dienst

Ein Artikel von , veröffentlicht am 15.03.2020, bearbeitet am27.08.2020

Auf den meisten Android-Geräten sind die kostenlosen Cloud-Dienste Google Drive oder Dropbox vorinstalliert. Wenn Sie dort Inhalte speichern, können Google und Dropbox theoretisch alles mitlesen. Wir empfehlen sichere Alternativen.

Ausgangslage

Auf fast allen Geräten ist eine App vorinstalliert, die es Ihnen ermöglicht, Daten auf einem Server im Internet zwischenzulagern. Sehr häufig ist das Google Drive, Googles eigener Cloudspeicher.

Auch die Dropbox-App findet sich oft in der Standardausstattung eines neuen Smartphones. Über diese Cloud-Apps können Sie Ihre Daten auch mit anderen Geräten synchronisieren.

Datenübertragung

Alles, was Sie auf Google Drive ablegen, wird mit Ihrem Google-Konto verknüpft und analysiert. Ob Daten dort verschlüsselt abgelegt werden, ist unklar.

Die Dropbox verschlüsselt alle Daten, hat aber die Möglichkeit, diese gegebenenfalls zu entschlüsseln und Behörden zur Verfügung zu stellen. Der Dienst wurde 2012 gehackt - dabei wurden 68 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörter erbeutet.

Gegenmaßnahmen

Deinstallieren oder deaktivieren Sie die Apps Google Drive und Dropbox. Rufen Sie dazu in den Geräteeinstellungen den PunktAppsauf. Richten Sie sich bei Bedarf einen sicheren Cloudspeicher ein - Auswahl gibt es hier zum Glück genug.

Cloud-Apps - Empfehlungen

  • Tresorit: Cloud-Dienst aus der Schweiz, Server in Europa, automatische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Inhalte. Basisversion mit drei Gigabyte Speicherplatz und zwei Geräten kostenlos. Für acht Euro im Monat gibt's 200 GB Speicherplatz und mehr Geräte. App verfügbar im Google Play-Store.
    Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel Cloud-Dienst Tresorit kurz vorgestellt.
  • luckycloud: Quelloffener, kostenpflichtiger Cloud-Dienst aus Berlin, betreibt eigene Server in Deutschland. Privatnutzer*innen zahlen einen Euro im Monat für drei Gigabyte Speicherplatz, es gibt außerdem Angebote für Teams und Firmen. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erfolgt nicht automatisch, ist aber bei Bedarf leicht einzurichten. App verfügbar im Google Play-Store.
    Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel Cloud-Dienst luckycloud kurz vorgestellt.
  • OwnCloud: Etabliertes Open-Source-Produkt. Ermöglicht es, einen eigenen Cloud-Speicher zu betreiben. Dazu benötigt man einen eigenen Server oder Webspace, wie ihn viele für die eigene Webseite nutzen. Einmal eingerichtet, kann man über die OwnCloud-App (F-Droid, Google Play-Store) bequem darauf zugreifen. Inhalte sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
  • Nextcloud: 2016 spaltete sich eine Entwicklergruppe von OwnCloud ab und entwickelte den Code unter dem Namen Nextcloud weiter. Sie gilt als die modernere Variante der beiden Cloudlösungen. Inhalte lassen sich seit 2020 Ende-zu-Ende-verschlüsseln. App verfügbar in F-Droid und Google Play-Store.

 

Hinweis: Wenn Sie Google Drive oder Dropbox nicht aufgeben möchten oder können, können Sie Ihre Inhalte mit der App Cryptomator selbst Ende-zu-Ende verschlüsseln, bevor Sie sie dort ablegen.

Die Autorin

E-Mail

i.poeting@mobilsicher.de

PGP-Key

0x98926A6965C84F21

Fingerprint

7F5D B2F7 C59F 0547 D730 7DD7 9892 6A69 65C8 4F21

Inga Pöting

Inga Pöting ist Chefin vom Dienst bei mobilsicher.de. Sie gibt Texten den letzten Schliff, kümmert sich um die Webseite und erklärt Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Davor hat sie im Ruhrgebiet für verschiedene Zeitungen und Magazine geschrieben.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Marcel Bokhorst von FairEmail: „Ein geschlossener Quellcode und Datenschutz passen nicht zusammen“

Marcel Bokhorst entwickelt die quelloffene Android-App FairEmail. Neben Transparenz und Datenschutz ist ihm eine intuitive Bedienung wichtig. Dazu arbeitet er das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer in die App ein, sagt er im mobilsicher-Interview.

Mehr
Firewalls und VPNs 

VPN: Mehr Privatsphäre beim Surfen

Provider, Behörden, Kriminelle – sie alle können theoretisch verfolgen, welche Seiten Sie im Internet aufrufen und welche Daten Sie versenden. Ein Virtual Private Network (VPN) verschleiert Ihre Verbindungen - am Computer und am Smartphone.

Mehr
Betrug und Phishing 

Nicht lustig: Kettenbriefe auf WhatsApp

Lästige Kettenbriefe auf WhatsApp machen oft die Runde: Sie schüren Angst vor der Verwendung privater Fotos durch Online-Dienste, der man rechtzeitig wiedersprechen müsste - oder davor, dass WhatsApp kostenpflichtig wird. Nicht jede*r erkennt sie als das, was sie sind: Falschmeldungen. Wir erklären, was es mit dem Phänomen auf sich hat.

Mehr
Ratgeber 

Was Sie über Gmail wissen sollten

Gmail gehört zu den beliebtesten E-Mail-Diensten - wohl nicht zuletzt, weil jede*r Android-Nutzer*in bei der Einrichtung des Google-Kontos automatisch eine Gmail-Adresse erhält. Was wir an Gmail problematisch finden, erfahren Sie hier.

Mehr