Ratgeber

Android-Apps ersetzen: Cloud-Dienst

Ein Artikel von , veröffentlicht am 15.03.2020, bearbeitet am11.12.2021

Auf den meisten Android-Geräten sind die kostenlosen Cloud-Dienste Google Drive oder Dropbox vorinstalliert. Wenn Sie dort Inhalte speichern, können Google und Dropbox theoretisch alles mitlesen. Wir empfehlen sichere Alternativen.

Ausgangslage

Auf fast allen Geräten ist eine App vorinstalliert, die es Ihnen ermöglicht, Daten auf einem Server im Internet zwischenzulagern. Sehr häufig ist das Google Drive, Googles eigener Cloudspeicher.

Auch die Dropbox-App findet sich oft in der Standardausstattung eines neuen Smartphones. Über diese Cloud-Apps können Sie Ihre Daten auch mit anderen Geräten synchronisieren.

Datenübertragung

Alles, was Sie auf Google Drive ablegen, wird mit Ihrem Google-Konto verknüpft und analysiert. Ob Daten dort verschlüsselt abgelegt werden, ist unklar.

Die Dropbox verschlüsselt alle Daten, hat aber die Möglichkeit, diese gegebenenfalls zu entschlüsseln und Behörden zur Verfügung zu stellen. Der Dienst wurde 2012 gehackt - dabei wurden 68 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörter erbeutet.

Gegenmaßnahmen

Deinstallieren oder deaktivieren Sie die Apps Google Drive und Dropbox. Rufen Sie dazu in den Geräteeinstellungen den PunktAppsauf. Richten Sie sich bei Bedarf einen sicheren Cloudspeicher ein - Auswahl gibt es hier zum Glück genug.

Cloud-Apps - Empfehlungen

  • Tresorit (Play-Store): Cloud-Dienst aus der Schweiz, Server in Europa, automatische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Inhalte. Für acht Euro im Monat gibt's 500 Gigabyte Speicherplatz, nutzbar von  bis zu fünf Geräten pro Nutzer*in.
    Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel Cloud-Dienst Tresorit kurz vorgestellt.
  • luckycloud (Play-Store): Quelloffener Cloud-Dienst aus Berlin, betreibt eigene Server in Deutschland. Privatnutzer*innen zahlen einen Euro im Monat für drei Gigabyte Speicherplatz, es gibt außerdem Angebote für Teams und Firmen. luckycloud analysiert seine Nutzer*innen nicht und verschlüsselt die abgelegten Daten bei Bedarf Ende-zu-Ende.
    Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel Cloud-Dienst luckycloud kurz vorgestellt.
  • OwnCloud (F-Droid, Play-Store): Etabliertes Open-Source-Produkt. Ermöglicht es, einen eigenen Cloud-Speicher zu betreiben. Dazu benötigt man einen eigenen Server oder Webspace, wie ihn viele für die eigene Webseite nutzen. Einmal eingerichtet, kann man über die OwnCloud-App bequem darauf zugreifen. Inhalte sind nicht automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
  • Nextcloud (F-DroidPlay-Store): 2016 spaltete sich eine Entwicklergruppe von OwnCloud ab und entwickelte den Code unter dem Namen Nextcloud weiter. Sie gilt als die modernere Variante der beiden Cloudlösungen. Inhalte sind nicht automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

 

Hinweis: Wenn Sie Google Drive oder Dropbox nicht aufgeben möchten oder können, können Sie Ihre Inhalte mit der App Cryptomator selbst Ende-zu-Ende verschlüsseln, bevor Sie sie dort ablegen.

Die Autorin

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Inga Pöting

Seit 2022 baut sie für den ITUJ e.V. ein Team gegen digitale Gewalt auf. Mehr Infos dazu unter: www.ein-team.org. Davor leitete sie die Redaktion bei mobilsicher.de, recherchierte und schrieb Texte, gab Beiträgen von anderen den letzten Schliff und betreute den YouTube-Kanal.

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