App-Test

App-Test Schlaftracker „Sleep as Android“: Vorbildlich

Ein Artikel von , veröffentlicht am 30.10.2017
Bild: CC0 Pixabay / geralt

Bei dem beliebten Schlaf-Tracker „Sleep as Android“ gibt es in Sachen Privatsphäre nichts zu meckern – aufgezeichnete Schlafprotokolle und Geräusche bleiben lokal auf dem Gerät. Trotzdem überzeugt sie mit großem Funktionsumfang. Unser Fazit: empfehlenswert.

Version

20170926

Betriebssysteme

Android

Links

Google Play (Android)
F-Droid (Android-Alternative)
Weblink

Was kann „Sleep as Android“?

Sleep as Android ist eine Wecker-App mit vielen Zusatzfunktionen. So zeichnet die App Schlafgeräusche und Bewegungen auf und versucht damit, Schlafphasen sowie Schnarchen zu registrieren. Auch eine „intelligente“ Weckfunktion ist mit im Paket. Die Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten sind sehr umfangreich und gut durchdacht.

Mit mehr als 50 Millionen Downloads (Google Play-Store) ist Sleep as Android einer der am meisten genutzten Schlaf-Tracker. Entwickelt hat ihn das tschechische Unternehmen „Urbandroid Team“, gegründet von Petr Nálevka, mit Sitz in Prag. Die Firma hat noch einige andere Produkte rund um das Thema Schlaf-Tracking entwickelt, die mit der App kompatibel sind.

Sleep as Android ist eine Freemium-App – die volle Funktionalität kann man zwei Wochen testen, und dann für 3,99 Euro per in-App-Kauf freischalten (Stand Oktober 2017). In der kostenfreien Version wird Werbung geschaltet und die Funktionen sind eingeschränkt - so kann man nur einige Tage pro Woche Geräusche und Bewegungen aufzeichnen.

Es gibt eine ausführliche Dokumentation der eingesetzten Methodik – allerdings nur auf Englisch.

Wie belastbar die Schlafphasenmessungen von Schlaf-Trackern sind, ist umstritten. Schnarchgeräusche und Schlafzeiten zu protokollieren, kann jedoch sinnvoll sein. Mehr zu den Hintergründen finden Sie in unserem Beitrag Sind Schlaf-Tracker Unsinn?

Unser Test im Überblick

Sleep as Android kann trotz der umfangreichen Zugriffsrechte ausgesprochen privatsphärefreundlich genutzt werden. Die App funktioniert ohne Anmeldung. Erfasste Schlaf-Daten bleiben lokal auf dem Gerät, es sei denn, man teilt sie selbst per Facebook oder Twitter. Es werden keine eindeutigen Merkmale wie die IMEI-Nummer oder die Geräte-ID erfasst.

Als Drittanbieter sind Google-Analytics und Googles Werbenetzwerk Doubleclick eingebunden. Google erhält zwar keine Schlaf-Daten, erfährt aber, dass man die App nutzt.

Die Technische Analyse führte der IT-Experte Mike Kuketz durch.

Übermittelte Informationen im Überblick:

  • Gerätehersteller und Modell
  • Android-Version
  • Eingestellte Sprache

Unser Test im Detail

Getestet haben wir die Version 20170926 aus dem Play-Store und das Betriebssystem Android 6.0.1. Dieser Test gibt keine Auskunft über abweichende Versionen.

Hinweis: In diesem Test haben wir die App auf die Aspekte Datenschutz und Privatsphäre getestet. Der Test gibt keine Auskunft darüber, wie gut die Funktionen sind und ob die Messungen genau und die Auswertungen wissenschaftlich gestützt sind.

Ausführliche Informationen dazu, wie unsere App-Rezensionen aufgebaut sind, welche Tests wir durchführen und was wir damit erreichen wollen, finden Sie im Hintergrundtext Was untersuchen wir in App-Rezensionen?

Auf welche Daten kann die App zugreifen?

Die App fordert relativ viele Zugriffsrechte. Auf der Webseite des Anbieters sind diese Rechte aber schlüssig erklärt. So benötigt die App zum Beispiel Zugriff auf die Kamera, damit der „Licht-Wecker“ funktioniert. Die wichtigsten Erklärungen haben wir neben den einzelnen Zugriffsrechten vermerkt.

Identität/Kontakte

Kalender

  • Kalendertermine sowie vertrauliche Informationen lesen (die App kann den Alarm automatisch an Feiertage und eingetragene Termine anpassen)
  • Ohne Wissen der Eigentümer Kalendertermine hinzufügen oder ändern und E-Mails an Gäste senden

Standort

Telefon

Fotos/Medien/Dateien/Speicher

Kamera

Körpersensoren / SmartWear

Mikrofon

Sonstige

In unserem Text App-Berechtigungen entschlüsselt erklären wir, was die einzelnen Zugriffsrechte bedeuten. Klicken Sie auf den Namen der Berechtigung, um zur entsprechenden Erklärung zu gelangen.

Wohin verbindet sich die App?

In unserem Test hat die App folgende Informationen übertragen:

Hauptdienst: Sleep as Android

  • Android-Version

Push-Nachrichten: Google (GCM) Der Dienst wird benötigt, um Push-Nachrichten zu übermitteln (GCM). Es werden (wie üblich) eine Menge Gerätedaten übermittelt:

  • Geräte-Modell, zum Beispiel: Nexus 5
  • Hersteller, zum Beispiel: LGE
  • Betriebssystem, zum Beispiel: Android 6.0.1
  • Bildschirmgröße, zum Beispiel: 1080x1800
  • Welche App genutzt wird, in diesem Fall Sleep as Android

Werbung: Google Doubleclick Es werden dieselben Daten übermittelt, wie an Google GCM (siehe oberer Abschnitt)

Tracking: Google-Analytics Folgende Daten werden übermittelt:

  • Android-Version: 6.0.1
  • Eingestellte Sprache: de
  • App: com.urbandroid.sleep

Weitere Dienste: Die App bietet Schnittstellen zu einigen anderen Diensten. Zum Beispiel zu Facebook, Twitter und Spotify. An diese Dienste gehen nur dann Informationen, wenn man sich innerhalb der App dort anmeldet.

Was sagt die Datenschutzerklärung?

Die Datenschutzerklärung der App passt auf eine DIN-A4 Seite. Leider ist sie nicht in Deutscher Sprache verfügbar und somit vermutlich nicht rechtskräftig. Da aber ohnehin keine Daten ohne weitere Nachfrage erhoben werden, dürfte das in diesem Fall keine Rolle spielen.

Quintessenz: Nutzerdaten werden nur in sogenannten „Bug-Reports“ gesammelt, also in Meldungen über Fehlfunktionen. Diese Reports muss der Nutzer oder die Nutzerin manuell per E-Mail senden und man kann vorher sehen, was darin steht. Mehr Transparenz kann man sich wohl kaum wünschen.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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