Ratgeber

5 Gründe, warum Smartphones sicherer sind als einfache Handys

Ein Artikel von , veröffentlicht am 09.02.2016, bearbeitet am29.01.2020
Wer heute noch ein "Dumb Phone" nutzt, ist unsicherer unterwegs. Foto: Pixabay, CC0

Sind moderne Smartphones unsicherer als ihre Vorfahren, die einfachen Mobiltelefone? Regelmäßige Berichte über Sicherheitslücken bei iPhones und Android-Geräten nähren diese Annahme. Doch der Eindruck täuscht.

Jedes Jahr werden weltweit über eine Milliarde Smartphones verkauft. Entsprechend ist auch die Berichterstattung und die Medienpräsenz ihrer Sicherheitsprobleme groß. Doch Smartphones sind nicht generell unsicherer als einfache Mobiltelefone. Sie bieten sogar eine ganze Reihe von Sicherheitsvorteilen.

1. Datensicherung

Es kommt vor, dass ein Mobiltelefon kaputt oder verloren geht. Neben den Anschaffungskosten ist es besonders ärgerlich, wenn die auf dem Telefon gespeicherten Daten weg sind. Ob es Urlaubsfotos, SMS oder die Telefonnummern aller Bekannten sind - ein Backup schützt vor jeder Menge Frust.

Bei modernen Smartphones ist ein solches Backup der persönlichen Daten relativ einfach. Im Gegensatz dazu ist eine Datensicherung bei einfachen Handys entweder gar nicht möglich oder Sie brauchen spezielle Kabel, Software und eine Menge Geduld.

2. Verschlüsselte Daten

Neue iPhones und Android-Geräte sind ab Werk komplett verschlüsselt. Damit können persönliche Daten, Fotos und auch die Daten anderer - zum Beispiel SMS oder Rufnummern von Freunden - von Dritten nicht ausgelesen werden. Selbst ältere, unverschlüsselte Smartphones bieten noch einigen Schutz, wenn sie eine sichere Bildschirmsperre haben.

Bei den einfachen Mobiltelefonen ist das anders. Sie bieten keine Verschlüsselung und auch keinen Schutz durch Sperrcodes. Stattdessen muss man sich auf die PIN der SIM-Karte verlassen, die sich ziemlich leicht umgehen lässt. Wer das Telefon in die Hand bekommt, kann etwa durch Wechsel der SIM-Karte Nachrichten und Kontakte im Telefonspeicher lesen.

3. Verschlüsselte Kommunikation

Bei einfachen Mobiltelefonen gibt es keinen Weg um das Mobiltelefonnetz herum. Jede Nachricht ist eine SMS, jeder Anruf geht über das Telefonnetz GSM (Global System for Mobile Communications).

Dabei ist längst bekannt, dass sich SMS und Anrufe über das GSM-Telefonnetz von technischen Expert*innen leicht abhören lassen. Nicht nur vom eigenen Telefonanbieter, sondern auch von Angreifer*innen.

Bei Smartphones wird zwar GSM ebenfalls verwendet, allerdings lässt es sich bei manchen Modellen ganz ausschalten. Bei den anderen lässt sich das GSM-Netz zumindest deaktivieren. Stattdessen kann dann über das Internet kommuniziert werden - mit Hilfe von Apps die bestenfalls komplett verschlüsselt sind.

4. Quelloffene Software

Einfache Mobiltelefone sind eine Blackbox, ein Gerät also, dessen Funktionsweise den Nutzerinnen verborgen bleibt. Klingt das auch im ersten Moment halb so wild - man muss ja schließlich auch den Toaster nicht aufschrauben, um sich ein Brot zu toasten - ist es doch die Grundlage für alle Nutzer*innensicherheit.

Hat der Toaster aber einen gefährlichen Konstruktionsfehler, wird dieser nur entdeckt, wenn seine Bauweise regelmäßig überprüft wird. So ist es auch bei jeder Software und jedem Mobiltelefon.

Viele Android-Varianten sind zumindest in großen Teilen quelloffen. Bei ihnen können Fehler von Sicherheitsforscher*innen entdeckt und zeitnah behoben werden. Gleiches gilt auch für Apps, wenn deren Quellcode offen liegt.

Die einfachen Mobiltelefone schneiden hier äußerst schlecht ab. Die integrierte Software ist nicht frei zugänglich, gravierende Sicherheitslücken können so unentdeckt über viele Jahre existieren und ausgenutzt werden, ohne dass sich die Nutzer*innen überhaupt der Gefahren bewusst sind.

Alles Wichtige zum Thema Quelloffenheit erfahren Sie hier: Open-Source-Software: Zwischen Entwicklung und Philosophie.

5. Updates

Selbst wenn Softwarefehler entdeckt und behoben werden, ist bei einfachen Mobiltelefonen kein Mechanismus vorgesehen, diese Aktualisierungen an die Verbraucher auszuliefern. Sicherheits-Updates, die bei Smartphones üblich sind, sind bei einfachen Mobiltelefonen gar nicht vorhanden.

Wenn über Schwachstellen berichtet wird, kann das also beides bedeuten: ein Problem, aber auch eine Lösungsmöglichkeit. Wenn Schwachstellen bekannt werden, können sie repariert werden.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Mit dem Smartphone sicher auf Reisen – 7 Tipps

Auch im Urlaub ist das Smartphone immer dabei. Doch einige Tricks und Maschen von Kriminellen zielen besonders auf ahnungslose Touristen. Wer sein Smartphone in der Ferne nutzen möchte, sollte daher ein paar Punkte beachten. Hier kommen unsere Tipps.

Mehr
Schadprogramme 

Schadprogramme: Was tun bei Infektionen?

Ihr Android-Gerät ist plötzlich extrem langsam, überträgt ungewöhnlich viele Daten, es erscheinen seltsame Warnungen, oder es spielt anderweitig verrückt? Dann könnte es sein, dass Sie sich ein Schadprogramm eingefangen haben. Diese Tipps können Ihnen dann helfen.

Mehr
Ratgeber 

Surfen mit Tor (Android)

Das Anonymisierungs-Netzwerk Tor kann dabei helfen, einen Teil der Spuren, die man beim Surfen im Netz hinterlässt, zu verschleiern. Welche Android-Software man für Tor braucht und wie man sie benutzt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Mehr
Ratgeber 

iOS 11: Polizeitaste und Tracking-Schutz

Seit dem 19. September 2017 ist die neueste Version von Apples Betriebssystem iOS verfügbar, und wird an iPhones und iPads verteilt. Auch in Sachen Sicherheit und Privatsphäre gibt es wieder einige Neuigkeiten – wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Mehr