Ratgeber

Was kann Firefox OS? Teil 1: Grundlagen und Einstellungen

Aus dem Kontrollraum

Firefox OS ist ein junges Betriebssystem, das vor allem Wert auf Datenschutz legt. Viele Funktionen, die von Android und iOS bekannt sind, gibt es auch für Firefox OS. Lohnt sich der Umstieg für Sie? Dieser Beitrag hilft bei der Entscheidung.

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Datenschutz · Datensparsamkeit · Einstellungen · Firefox OS · Ortung
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Nutzerdaten und Berechtigungen von Apps verwalten

Installierte Apps sind unter Einstellungen > Anwendungsmanager zu finden. Neben Informationen über den verwendeten Speicherplatz und einem Button zum Deinstallieren der App werden hier auch die Berechtigungen aufgeführt.

  • App-Berechtigungen: Bei jeder App, die Berechtigungen haben möchte, werden diese einzeln angezeigt. Die Nutzerin kann Berechtigungen einzeln erteilen oder ablehnen. Zum Beispiel kann sie auswählen, ob sie die Nutzung von Standortdaten für diese App jeweils pauschal erlaubt oder verbietet, oder ob sie bei jedem Start der App gefragt werden möchte. So kann man beispielsweise auch der Facebook-App den Zugriff auf seine gespeicherten Kontakte verwehren.
  • Nutzerdaten: Apps sammeln Nutzerdaten und speichern diese auf einem bestimmten, ihnen zugewiesenen, Bereich im Smartphone ab. Das sind etwa Lesezeichen oder Spielstände. Auf diese Daten haben die Apps dann auch Zugriff. Alle Daten, die eine App in ihrem Bereich gespeichert hat, kann man mit dem Button „Nutzerdaten löschen“ entfernen. Auch den Zwischenspeicher kann man auf Knopfdruck leeren.
Mehr über Standortdaten finden Sie in unserem Hintergrundartikel: Allgegenwärtig: Ortsbasierte Dienste

Die Verbindung zum Computer

Die Verbindung zwischen einem Firefox-Smartphone und dem Computer geht per USB-Kabel direkt und ohne Hindernisse. So lassen sich einfach Daten wie Musiktitel und Filme zur mobilen Nutzung übertragen oder auch Fotos von unterwegs auf dem heimischen Computer absichern. Mit der uneingeschränkten Kabelverbindung rollt man jedoch auch für potentielle Angreifer den roten Teppich aus. Welche Daten vom Computer aus zu sehen sein sollen, kann deshalb kleinteilig verwaltet werden.

  • USB-Speicher aktivieren: der Zugriff vom Computer aus lässt sich mit einem Regler aktivieren. Das Telefon kann dann wie ein USB-Stick verwendet werden. Die Option befindet sich direkt in der Einstellungs-App.
  • Medienspeicher über USB teilen: Unter Einstellungen > Medienspeicher können Nutzer entscheiden, ob sie den Zugriff auf Musik, Bilder, Filme und dergleichen über die USB-Verbindung teilen möchten. Diese Einstellung kann für die SD-Karte und den eingebauten Speicher einzeln getroffen werden.
  • USB-Speicher später deaktivieren: Ist der Zugriff auf den Medienspeicher erlaubt und ein Computer verbunden, so kann die Deaktivierung für später vorbereitet werden. Schiebt man den Regler in dieser Situation auf USB-Speicher deaktivieren, so wird diese Einstellung erst wirksam, wenn die Verbindung getrennt wird.
  • Synchronisieren per App: Wer auf dem Computer den Firefox-Browser mit dem Add-on „Firefox OS Assistant“ ausrüstet, kann mit der mobilen App „PC-Sync“ auf Kontakte und Medien zugreifen. So kann man beispielsweise auch Kontakte in das Smartphone importieren. Die Verbindung erfolgt über WLAN oder USB.

Updates und Backups

Jede Software auf Geräten mit Internet-Verbindung muss aus Sicherheitsgründen regelmäßig aktualisiert werden. Vor größeren Updates wird ein Backup empfohlen, um Daten wiederherstellen zu können, falls dabei etwas schief geht.

  • Automatische Updates: Unter Einstellungen > Geräteinformationen > Systemaktualisierungen > Einstellungen kann man einstellen, in welchen Abständen das Gerät nach verfügbaren Updates suchen soll. Man kann auch einschränken, dass die Aktualisierungen nur ausgeführt werden, wenn das Gerät über WLAN verbunden ist, um Kosten zu sparen.
  • Backups sind schwierig: Für komplette Systembackups gibt es keine fertige Lösung bei Firefox OS. Über die Verbindung zum Computer können jedoch die Daten im Medienspeicher gesichert werden. Auch der regelmäßige Export von Kontakten mit „PC-Sync“ ist zu empfehlen. Für Einstellungen und App-Daten konnten wir keine einfache Backup-Lösung finden.
Mehr über Updates finden Sie in unserem Hintergrundartikel: Wieso Updates?

Das Firefox-Konto

Auch bei Firefox OS gibt es die Möglichkeit, ein Konto einzurichten (vergleichbar mit der Apple-ID oder dem Google-Konto). Damit können weitere Dienste genutzt werden. Im Gegensatz zu Android und iOS ist das Gerät mit Firefox OS aber auch ohne Konto gut benutzbar.

  • Fernortung mit find.firefox.com: Aus Datenschutzperspektive sollte der Einsatz von Fernortungsmöglichkeiten sorgfältig überlegt sein. Für diejenigen, die sich dafür entscheiden, bietet Firefox OS eine fertige Lösung an. Ist „Mein Gerät finden“ auf dem Gerät aktiviert, kann man es bei Verlust orten, klingeln lassen, sperren oder die Daten von Ferne löschen.
  • Einkaufen im Marketplace: Sind im Firefox-Konto Zahlungsdaten hinterlegt, kann man im Marketplace Geld ausgeben. Die erworbenen Apps sind dann auch auf Android-Geräten im Firefox-Browser nutzbar. Kostenlose Apps lassen sich auch ohne Firefox-Konto herunterladen.
Mehr über Fernortung finden Sie in unserem Hintergrundartikel: Mobilgeräte aus der Ferne orten

Basissicherung für Firefox-OS-Geräte

Ähnlich wie bei Apple und Android-Geräten, gelten auch für Firefox-Smartphones einige Grundregeln für die Geräteeinstellungen, die maßgeblich sind für die Sicherheit der mobilen Geräte:

  • Bildschirmsperre: Unter Einstellungen > Bildschirmsperre können Sie eine vierstellige PIN vergeben. Diese sollte nicht leicht zu erraten sein und regelmäßig geändert werden.
  • Verbindungen kappen: Nicht benötigte Funkverbindungen sollten Sie stets ausstellen. WLAN, Mobilfunkverbindungen und Bluetooth werden angezeigt, wenn Sie auf dem Bildschirm von ganz oben nach ganz unten wischen. Durch Tippen auf das jeweilige Symbol können die Verbindungen aktiviert und deaktiviert werden.
  • Updates ausführen: Sind Updates verfügbar, fragt Firefox OS, ob Sie diese installieren wollen. Updates schließen oft Sicherheitslücken und sind deshalb generell zu empfehlen.
  • Entwickler-Schnittstellen geschlossen lassen: Für Software-Entwickler gibt es weitere Einstellungsmöglichkeiten für Verbindungen zum Computer. Unter anderem kann externes Debugging erlaubt werden (ähnlich wie bei Android). Standardmäßig ist das deaktiviert. Nur wer sich auskennt, sollte hier Änderungen vornehmen, denn sonst können Angreifer unter Umständen die Bildschirmsperre umgehen.
Im zweiten Teil unseres Ratgebers „Apps und Co“ erfahren Sie, welche Funktionen und Apps das Firefox-OS bereitstellt, und wo es größere Lücken gibt.

Mehr Informationen zum Firefox OS, zum Beispiel, wer es entwickelt hat und wozu, haben wir in unserem Hintergrundtext „Firefox OS: Betriebssystem mit eingebautem Datenschutz“ zusammengestellt.

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