Ratgeber

Swisscows: Suchmaschine aus der Schweiz

Ein Artikel von , veröffentlicht am 07.09.2019

Der Schweizer Dienst Swisscows will die Konkurrenz im Feld der alternativen Suchmaschinen noch überbieten. Er sammelt keinerlei Nutzer*innendaten und verzichtet auf Drittanbieter. Finanziert wird er durch Spenden und Sponsoren, die auch Anzeigen schalten dürfen.

Das ist Swisscows

Der Schweizer Dienst Swisscows hat die Konkurrenz im Feld der alternativen Suchmaschinen genau im Blick - und wirbt mit noch mehr Privatsphäre und Sicherheit. Laut Herstellerangaben befinden sich die Server in der Schweiz. Es gibt keine Zusammenarbeit mit Drittanbietern.

Swisscows wurde 2014 von der Humbee AG mit Sitz in Egnach gestartet. Der Dienst baut einen eigenen Such-Index auf, nutzt aber zusätzlich die Listen von Bing (Microsoft). Nach Angaben des Herstellers werden keinerlei Nutzer*innendaten gesammelt. Konkret heißt es auf der Webseite:

"Die einzigen Informationen, die wir speichern, sind die Summe der täglich auf unserer Website eingegebenen Suchanfragen (ein Maßstab für den gesamten Traffic auf unserer Seite), eine Aufschlüsselung dieses Traffic nach Sprache und reine Gesamt-Statistiken."

Swisscows will "familienfreundlich sein" und blockt daher "sexuelle und/oder pornografische Inhalte". Was genau das bedeutet, erklärt die Webseite nicht. Eine entsprechende Nachfrage von mobilsicher blieb bisher unbeantwortet.

Der Dienst bietet für iOS auch eine App, die unter dem Namen „Swisscows Search“ in Apples App-Store steht. Alternativ kann man Swisscows in einem beliebigen Browser als Startseite oder als Standardsuchmaschine einrichten.

Geschäftsmodell: Sponsoren und Spenden

Der Dienst wirbt auf der Webseite um Spenden seiner Nutzer*innen, langfristig soll eine Stiftung die Suchmaschine tragen.

Außerdem arbeitet Swisscows mit Sponsoren zusammen. Diese erhalten im Gegenzug auch ein schmales Werbebanner auf der Suchseite. Ansonsten bindet Swisscows keine Anzeigen ein.

Swisscows: Trefferlisten und Info-Cluster

Die Suchmaschine setzt auf ein ungewöhnliches Design. Über eine thematische Kachelansicht können Nutzer*innen ihre Anfragen verfeinern, der Hersteller nennt diese "Informations-Cluster". Als Antwort auf eine Suchanfrage erscheint zunächst die gewohnte Liste mit Treffern. Zusätzlich kann man über einen Klick auf ein Feld links im Bild eine Aufschlüsselung in verwandte Begriffe öffnen.

So führt der Suchbegriff "Privatsphäre" zum Beispiel zu den Themen "Google-Konto", "Facebook", aber auch zum Konkurrenten Qwant. Neben speziellen Suchen für Bilder, Produkte, Videos und Musik bietet die Webseite auch einen Übersetzungsdienst an, den der russische Anbieter Yandex bestückt.

Zu unserer Übersicht alternativer Suchmaschinen geht es hier.

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