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In-App-Käufe, Abofallen, Datenschutz: Probleme bei mobilen Spielen

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.06.2015

Spiele gehören zu den beliebtesten Apps auf Smartphones und Tablets. Viele Spiele sind auf den ersten Blick kostenlos – jedenfalls ist die Installation der App gratis. Wer nicht aufpasst, für den kann der Spielspaß trotzdem schnell teuer werden.

Clash of Clans, Candy Crush, Hay Day – Spiele auf dem Smartphone verkürzen Wartezeiten, machen U-Bahn-Fahrten interessanter und bieten Gesprächsstoff auf dem Pausenhof. Laut Statistik spielen fast die Hälfte aller Nutzer zumindest gelegentlich Spiele auf ihrem Smartphone oder Tablet.

In-App-Käufe

Spiele sind ganz vorne dabei, wenn es ums Geld ausgeben auf Mobilgeräten geht. Dabei sind viele der Spiele-Apps selbst kostenlos. Die Hersteller verdienen trotzdem: über die In-App-Käufe. Dabei können die Nutzer im Spiel Ausrüstungsgegenstände, Leben oder mehr Spielzeit dazu kaufen. Bei Candy Crush muss man zum Beispiel nach fünf verlorenen Spielen eine Zwangspause einlegen – erst nach dreißig Minuten gibt es wieder ein neues Leben. Oder man kauft für 0,89 Euro 5 Leben und kann gleich weiterspielen.

Das läppert sich schnell, wenn man nicht aufpasst: Eine Sprecherin von King – der Firma, die Candy Crush produziert – sagte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dass man pro Level höchstens 20 Euro ausgeben kann. Was beruhigend sein sollte, ist aus anderer Perspektive eher besorgniserregend: Candy Crush hat mehr als 1000 Level – und es werden immer mehr.

Andere Spiele funktionieren ähnlich: Clash of Clans ist ein Online-Strategie-Spiel für Android und iOS. Es steht regelmäßig an der Spitze der Apps mit den höchsten Umsätzen: Clash of Clans generiert laut der Marktbeobachtungsfirma Appdata täglich mehr als 13 Millionen Dollar Umsatz. Hier können Nutzer „Juwelen“ kaufen, mit denen sie ihren Spielfortschritt beschleunigen können.

Vor allem wenn Kinder und Jugendliche solche Spiele auf dem Smartphone oder Tablet spielen, müssen ihre Eltern sie darauf aufmerksam machen, dass es bei In-App-Käufen um reales Geld geht. Eltern und Kinder sollten fest vereinbaren, wie viel Geld dort ausgegeben werden darf. Zur Sicherheit können Eltern solche In-App-Käufe auch komplett sperren.

Wie genau das geht, erklärt der Ratgeber In-App-Käufe: Worauf muss ich achten.

Abofallen

Außerhalb dieser grundsätzlich legalen Möglichkeiten versuchen unseriöse Anbieter per Abofalle Geld abzubuchen. Besonders perfide ist das sogenannte WAP-Billing. Dabei überträgt das Smartphone beim Klick auf ein Werbebanner oder ähnliches die Telefonnummer an den Anbieter. Dieser kann die Nummer dann nutzen, um kostenpflichtige Dienste darauf zu buchen. Sie werden direkt über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Der Nutzer merkt zunächst oft nichts davon. Erst wenn auf der Rechnung unbekannte Posten stehen, fängt die Suche nach dem Verursacher an.

Solche Fallen tarnen sich auch als kostenlose Punkte für Spiele. Dabei wird dem Spieler angeboten, kostenlos eine bestimme Menge an Spielwährung zu erhalten. Im Hintergrund schließt er damit aber ein Abo ab, bei dem wöchentlich ein bestimmter Betrag von der Handyrechnung oder der Prepaid-Karte abgebucht wird.

Wieder aus solchen Verträgen heraus zu kommen, ist leider schwierig: Auf der Rechnung muss nur der Name und die Adresse des Anbieters stehen – für welche Leistung genau die Zahlung erfolgt ist, ist oft nicht leicht herauszufinden, so dass die Kündigung solcher „Dienste“ nicht immer einfach ist.

Mehr Informationen zu dem Thema Abofallen finden sich in unserem Ratgeber Unbekannte Kosten auf der Handyrechnung. Ähnliche Maschen finden sich auch bei kostenpflichtigen SMS.

Sicherheitslücken bei Spielen

Spiele-Apps können Sicherheitslücken enthalten – sowohl absichtliche, als auch unabsichtliche. Unabsichtliche Sicherheitslücken werden normalerweise bald von den Entwicklern geschlossen. Apps aktuell halten und Updates installieren, wenn sie zur Verfügung stehen, ist deshalb für alle Smartphone- und Tablet-Nutzer wichtig.

Ausführlicher dazu, wieso es wichtig ist sein System aktuell zu halten, in unserem Text Wieso Updates?

Die Folgen von Schadsoftware reichen dabei von lästig bis gefährlich: Von unerwünschten Werbeeinblendungen bis zur Zerstörung der Gerätesoftware ist alles möglich. Die meisten Schadprogramme für Smartphones sind „SMS-Trojaner“. Sie verschicken SMS an kostenpflichtige Nummern und verursachen damit Kosten. Viele Schadprogramme lesen persönliche Informationen oder die Zugangsdaten für das Online-Banking aus; sie versenden E-Mail-Spam, buchen kostenpflichtige Abos oder löschen Daten.

Schadprogramme können als Fälschungen bekannter Apps auf das Smartphone oder Tablet kommen, aber auch über Links von Werbebannern oder WhatsApp-Nachrichten. Nutzer können selbst viel tun, um solchen Programmen aus dem Weg zu gehen: Der wichtigste Tipp dabei ist, Apps nur aus seriösen Quellen zu installieren (zum Beispiel dem Play-Store bei Google oder App-Store bei iOS) und dort vorher die Bewertungen zu lesen.

Mehr Infos zu Schadsoftware und ihren Folgen gibt es im Text Schadprogramme auf dem Smartphone.

Jugendschutz

Der letzte Aspekt, der für Spiele-Apps relevant ist, betrifft den Jugendschutz. Viele Spiele-Apps sind speziell auf Kinder oder Jugendliche zugeschnitten. Es gibt aber ausreichend Spiele, die Erwachseneninhalte bieten, entweder Gewaltinhalte oder solche sexueller Art. Einige App-Stores haben dabei ein internes Jugendschutz-System etabliert, das man über die Einstellungen des Smartphones oder Tablets (bei iOS und Windows) oder direkt im App-Store (Play-Store bei Android) einschalten kann.

Mehr zum Thema Jugendschutz und Smartphones für Kinder sicher einrichten bietet unser Ratgeber Geräte für Kinder sicher einrichten.

Geschrieben von

Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

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