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Ratgeber: Handy geklaut oder verloren? So sorgen Sie vor

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Bild: MR, CC BY 2.0

Jeden Tag werden unzählige Mobilgeräte gestohlen oder irgendwo verloren. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um Ihr Gerät auf diesen Fall vorzubereiten. Im Verlustfall können diese Vorkehrungen den Schaden zumindest zu begrenzen.

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Backup · Bildschirmsperre · Diebstahl · Handy verloren · Handyortung · IMEI
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Bildschirmsperre einrichten

Sie finden die Funktion in den Geräteeinstellungen beim Punkt Sicherheit. Ohne Sperre sind alle anderen Diebstahlschutz-Maßnahmen wirkungslos. Unbefugte, die Ihr Gerät in die Hand bekommen, haben vollen Zugriff.

Telefonspeicher verschlüsseln

Verschlüsseln Sie Ihre Daten vollständig. Ab Android 3.0 ist diese Funktion vorinstalliert. Sie befindet sich in der Regel bei den Geräteeinstellungen unter dem Punkt Sicherheit. So können Unbefugte keine Informationen von dem ausgeschalteten Handy extrahieren. Bei neueren Geräten ist die Verschlüsselung ab Werk aktiviert.

Sicherungskopie anlegen

Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig.

SIM-Karten PIN nicht deaktivieren

Die SIM-Karte ist standardmäßig mit einer PIN gesperrt. Die PIN erhalten Sie in der Regel bei Vertragsabschluss von Ihrem Mobilfunkanbieter. Die PIN wird immer abgefragt, wenn Sie Ihr Telefon einschalten. Sie sollten diese PIN-Abfrage nicht deaktivieren. Sonst können Diebe Ihre SIM-Karte herausnehmen und in einem anderen Gerät benutzen.

Google-Konto: starkes Passwort verwenden

Wenn auf Ihrem Gerät der „Android Geräte-Manager“ eingeschaltet ist, können Sie Ihr Mobilgerät über Ihr Google-Konto orten, und sogar löschen. Wenn Sie IGoogles Backup-Funktion nutzen, können Sie im Google-Konto auch auf alle Inhalte aus dem Smartphone zugreifen. Der Haken: Wer sich die Zugangsdaten zu Ihrem Google-Konto verschafft, kann das dann auch.

Sichern Sie das Google-Konto daher mit einem starken Passwort oder nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Google-Konto: Mailadresse zur Wiederherstellung

Wenn Sie beim Einloggen in ihr Google-Konto auf „Passwort vergessen“ klicken, schickt Google Ihnen eine Mail mit dem Bestätigungslink für ein neues Passwort an eine hinterlegte Mailadresse. Standardmäßig ist dies die Adresse, mit der Sie sich in das Google-Konto einloggen. Wenn Sie mit Ihrem Gerät E-Mails empfangen, kann es sein, dass dieser Bestätigungslink auf Ihrem Handy landet. Wenn ein Dieb Ihr Handy klaut, und es ist nicht gesperrt, kann er dann einfach ein neues Passwort für Ihr Google-Konto anfordern.

Sie können aber auch eine andere Adresse für die Wiederherstellungs-Mail hinterlegen. Der Vorteil: Wenn Sie Ihr Smartphone nicht mit dieser zweiten Mailadresse verknüpfen, kann ein Dieb Ihr Passwort nicht neu anfordern, weil die Mail mit dem Bestätigungslink dann nicht von dem gestohlenen Gerät empfangen wird.

Loggen Sie sich dafür in Ihr Google-Konto ein, klicken Sie oben rechts auf Ihre Login-Adresse, und dann auf „Mein Konto“. Klicken Sie unter Anmelden und Sicherheit auf „Bei Google Anmelden“ und dann auf „E-Mail für die Wiederherstellung“. Geben Sie nun eine extra Mailadresse ein, die Sie sonst nicht zur Kommunikation nutzen und die nicht mit dem Mobiltelefon verknüpft ist.

Optional: Sicherheitsapps nutzen

Sicherheitsapps gibt es im Play-Store und vom Hersteller vorinstalliert auf dem Gerät. Auch der „Android Geräte-Manager“, der zum Android-Betriebssystem gehört, bietet alle wichtigen Funktionen. Neben Schutz vor Schadsoftware gehört dazu auch Fernortung, Fernsperrung und Fernlöschung. Diese Fernzugriffsdienste lassen sich zwar leicht umgehen, indem Diebe das Gerät einfach ausschalten. Aber es gibt einige Szenarien, in denen sie nützlich sein können.

Falls Sie eine App oder Funktion verwenden, die im Verlustfall Fernzugriff anbietet, muss diese den Status „Geräte-Administrator“ haben. Sonst kann sie nicht funktionieren. Sie finden den Punkt in den Geräteeinstellungen unter Sicherheit.

Optional: Reaktivierungsperre einrichten (Kill-Switch)

Einige Hersteller bieten auf ihren neueren Geräten eine Reaktivierungssperre an, darunter Samsung. Die Funktion findet man, wenn vorhanden, in den Geräteeinstellungen unter dem Punkt Sicherheit. Voraussetzung ist ein Nutzerkonto bei dem entsprechenden Hersteller. Ist die Reaktivierungssperre eingeschaltet, lässt sich das Gerät auch nach dem Zurücksetzen nur einrichten, wenn man die Login-Daten für das Nutzerkonto angibt.

Debugging-Modus deaktivieren, falls aktiv

Eigentlich brauchen nur Programmierer diesen Modus, daher ist er normalerweise deaktiviert. Zum Aktivieren muss man einer speziellen Anleitung folgen. Wenn Sie ihn einmal einschalten, denken Sie daran, ihn nach Gebrauch unbedingt wieder auszuschalten. Ansonsten lässt sich die Bildschirmsperre leicht umgehen.

Wichtige Daten und Telefonnummern notieren

Notieren Sie sich folgende Informationen, die Sie im Notfall schnell finden können sollten:

  • IMEI-Nummer (auch Seriennummer): Erscheint, wenn Sie *#06# eingeben. Mit dieser Nummer kann die Polizei das Gerät unter Umständen identifizieren.
  • Zentraler Kartensperrdienst: Unter der Nummer 116 116 (oder aus dem Ausland: +49 30 4050 4050) können Sie die SIM-Karte sperren, sodass niemand auf Ihre Kosten telefonieren kann.
  • SIM-Kartennummer: Steht auf der SIM-Karte oder in dem Brief, mit dem Sie auch die PIN für die SIM-Karte erhalten haben. Sie brauchen sie eventuell, um die Karte zu sperren.
  • Falls Sie diese verwenden: Alle Passwörter und Codes für ihre Sicherheits-Apps. Zum Beispiel das Codewort für die Sperr-SMS.
  • Notieren Sie sich, welche sensiblen Zugangsdaten Sie im Gerät hinterlegen. Im schlimmsten Fall lassen sich Kreditkarten, Bankkonten, E-Mail-Zugänge, Bezahldienste (wie Paypal) oder Kundenkonten (wie bei Amazon) so schneller schützen oder sperren.

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