Ratgeber

Kurz vorgestellt: Passwort-Manager KeePass fürs Smartphone

Ein Artikel von , veröffentlicht am 15.08.2018

Passwort-Manager helfen, viele verschiedene sichere Passwörter im Alltag zu verwalten. Wir empfehlen dafür das Programm KeePass, da es Passwörter nicht im Internet speichert und als offenes Projekt von vielen Beteiligten kontrolliert wird. Das Programm können Sie auch auf dem Smartphone nutzen.

Passwort-Manager wie KeePass sind eine gute Maßnahme für Nutzer, ihre eigene IT-Sicherheit zu erhöhen. Statistisch gesehen werden die meisten Nutzer über unsichere oder gestohlene Passwörter gehackt.

Ein Passwort-Manager ermöglicht es, für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort zu verwenden. Wenn ein Dienst gehackt wird - wie bei den Anbietern Dropbox oder LinkedIn kürzlich geschehen – und so Passwörter kompromittiert werden, ist dann nur dieser eine Dienst betroffen.

Das ist KeePass

Das Programm KeePass ist als Passwortmanager für Computer seit Jahren bewährt, es läuft auf Windows-, Apple- und Linux-Rechnern. Neben den Hauptanwendungen zum Installieren existieren auch Plugins für alle gängigen Browser.

Entwickler haben KeePass auch für Android und iOS angepasst und verschiedene Apps programmiert, die KeePass unterstützen. Mit diesen Apps erstellte Passwortdateien können später mit jedem Passwortmanager geöffnet und bearbeitet werden, der das entsprechende Dateiformat unterstützt.

Für Android bietet sich die kostenlose App KeePass2Android des deutschen Entwicklers Philipp Crocoll an. Der Quellcode der App ist öffentlich (Open Source) und steht unter offener Lizenz - man macht sich also nicht von einem einzelnen Anbieter abhängig, sondern verlässt sich auf ein etabliertes Open-Source-Projekt. Auch für iPhones und iPads gibt es KeePass-basierte Apps, zum Beispiel MiniKeePass.

Passwörter landen nicht im Internet

Cloudbasierte Passwortmanager – also Programme, die die hinterlegten Passwörter im Internet speichern – wie zum Beispiel LastPass oder Dashlane haben mitunter ein übersichtlicheres Design und bieten etwas mehr Komfort als KeePass. Da diese aber die Passwörter auf dem Server des Anbieters ablegen, kann der sie theoretisch einsehen.

KeePass geht einen anderen Weg. Passwörter speichert das Programm in einer gut gesicherten Datei, die man abspeichern kann, wo man will. Diese Datei kann man problemlos auf ein anderes Gerät übertragen und dort mit jeder App nutzen, die mit dem Dateiformat des KeePass-Passwortspeichers umgehen kann.

So können die am PC erstellten Passwörter auch auf dem Smartphone oder einem Tablet genutzt werden. Das ist wichtig, denn wer kann sich schon zufällig generierte Passwörter mit 10 oder mehr Zeichen merken und diese über eine Smartphonetastatur eingeben?

Wie Sie sich einzelne Passwörter im Alltag merken können, erfahren Sie hier: Was ist ein sicheres Passwort?

KeePass2Android trägt Login-Daten auch in Apps ein

Android-Nutzer können sich freuen: Mit Android 8.0 hat Google eine verbesserte Unterstützung für Passwort-Manager eingeführt. Die App KeePass2Android kann jetzt direkt an die Login-Felder von Apps "andocken" und die Passwörter übertragen.

Ganz problemlos funktioniert dies jedoch noch nicht. Denn die App denkt bei vielen Eingabefeldern – zum Beispiel auch bei Suchfeldern – dass es sich um eine Passwortabfrage handelt und bietet unter dem Feld ein entsprechendes Pop-up-Menü an. So geschehen zum Beispiel in der DB-App. Das kann lästig sein, weil dadurch wichtige Informationen verdeckt werden.

Insgesamt bringt KeePass2Android - auch für ältere Android-Versionen - einen guten Funktionsumfang mit. Zu nennen wäre hier die "Quick-Unlock"-Funktion, mit der man nicht jedesmal sein ganzes Masterpasswort eingeben muss, die Entsperrmöglichkeit per Fingerabdruck und einen Synchronisierungsmechanismus, um gleichzeitige Änderungen an verschiedenen Geräten zu erlauben.

Fazit

Trotz der kleinen Macken bietet sich der Passwort-Manager KeePass gerade auf dem Smartphone an, weil hier viele wichtige und vertrauliche Daten verarbeitet werden.

Außerdem loggen die meisten Nutzer sich bei Apps wie Spotify meist nur selten ein, wenn die App erneut installiert wird – mit einem Passwortmanager hat man das alte Passwort noch parat und muss nicht erst die Passwort-Wiederherstellen-Funktion nutzen.

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