Körper und Gesundheit

Notfallpass auf dem Handy: Alle wichtigen Infos

Ein Artikel von , veröffentlicht am 10.12.2019, bearbeitet am08.07.2020
Foto: iStock

Ein digitaler Notfallpass lässt sich bei iPhones und Android-Handys über den gesperrten Bildschirm aufrufen. Ersthelfer*innen können dann auf Notfallinformationen zugreifen. Wie der Notfallpass funktioniert, erfahren Sie hier.

Das ist der Notfallpass

Einen digitalen Notfallpass kann jede*r auf seinem Android-Smartphone oder iPhone selbst einrichten. Im Notfall können Ersthelfer*innen, Rettungskräfte oder Ärzt*innen dann Informationen zur Gesundheit abrufen.

Welche Informationen Sie hinterlegen, entscheiden Sie selbst. Wenn Sie es erlauben, kann jede Person auf Ihre Notfalldaten zugreifen – auch wenn das Handy gesperrt ist.

Hinterlegen können Sie neben Notfallkontakten zum Beispiel Angaben zu Blutgruppe, Allergien, Medikamenten und Krankheiten.

Zusätzlich können Sie Ihren Vor- und Familiennamen, Adresse und Geburtsdatum eintragen, bei iOS und einigen Android-Geräten auch das Gewicht, die Größe und Angaben zur Organspende. Android-Nutzer*innen können zusätzlich noch beliebig Daten ergänzen.

Wer kann einen Notfallpass anlegen?

Jede Person mit einem neueren Smartphone. Bei Android ist der Notfallpass seit Version 7.0 mit an Bord.

Bei iPhones ist die Funktion seit der iOS-Version 8 in der vorinstallierten Health-App integriert; bei älteren Versionen kann man die Health-App aus dem App Store herunterladen. Ab iOS 11 können Nutzer*innen mit der Funktion „Notruf SOS“ automatisch eine Textnachricht an den lokalen Rettungsdienst und eigene Notfallkontakte senden lassen.

Notfallpass auf iOS einrichten

Navigieren Sie auf Ihrem iPhone oder iPad zu Einstellungen > Health > Notfallpass. Zunächst können Sie einstellen, ob Sie Zugriffe im Notfall erlauben, per Voreinstellung ist der Schieberegler auf „Im Sperrzustand zeigen“ gesetzt. Neben Angaben zu Ihrer Person können sie Ihre Gesundheitsdaten eingeben.

Weiter unten finden Sie die Option, Notfallkontakte einzugeben. Hierzu tippen Sie auf Notfallkontakt und können anschließend aus Ihrem Telefonbuch Nummern auswählen. Außerdem lässt sich die Beziehung zum Kontakt (z.B. Elternteil, Schwester, Freund) angeben. Abschließend oben rechts auf Fertig tippen.

Notfallpass auf Android einrichten

Grundsätzlich sind zwei Wege möglich. Bei manchen Smartphone-Herstellern funktioniert nur einer, bei anderen beide.

Weg 1: Tippen Sie auf dem Sperrbildschirm auf Notruf > Notfallinformationen (hier zwei Mal tippen) > bearbeiten (Stiftsymbol oben rechts). Anschließend müssen Sie Ihren Bildschirm entsperren, danach können Sie Informationen eintragen und Notfallkontakte aus Ihrem Telefonbuch auswählen.

Weg 2: Öffnen Sie die Geräteeinstellungen und dort den Menüpunkt Nutzer (manchmal auch Nutzer & Konten oder System). Dort können Sie den Punkt Notfallinformationen antippen und bearbeiten.

Bei Samsung-Geräten mit Android 7 oder 8.0 funktioniert folgender Weg: Öffnen Sie die Kontakte-App und navigieren Sie zu Eigener Samsung Account > Medizinische Notfallinformationen. Hier tragen Sie Ihre Notfallinformation ein. Weiter unten unter ICE-Notfallkontakte können Sie Kontakte auswählen (ICE = In Case of Emergency).

Infos im Notfall finden

Sind Sie einmal Ersthelfer*in und möchten im Smartphone einer verunglückten Person deren Notfallinformationen abrufen, erreichen Sie diese direkt über den Sperrbildschirm. Aktivieren Sie dazu den Bildschirm und tippen Sie anschließend auf auf Notfall (Apple) bzw. Notruf (Android).

In der nächsten Ansicht finden sich beim iPhone und bei Samsung-Geräten unten links Buttons für den Notfallpass. Bei Huawei, Motorola und Sony erscheint der Button Notfallinformationen oberhalb des Tastenfelds. Tippen Sie auf den Button, um Gesundheitsdaten und Notfallkontakte anzuzeigen.

Was passiert eigentlich, wenn wir die 112 wählen? Das haben wir in der Rettungsleitstelle in Potsdam erlebt: "Wo sind Sie?" - Warum diese Frage beim Notruf immer noch gestellt werden muss.

Gesundheitsdaten sind sensibel

Gesundheitsdaten gehören zu den besonders sensiblen personenbezogenen Daten. Bevor Sie Notfallinformationen festlegen, wägen Sie daher zunächst das Risiko ab.

Ein Notfallpass ergibt nur dann Sinn, wenn Ersthelfer*innen diesen im Sperrzustand abrufen können. Das bedeutet aber auch, dass jede*r andere darauf zugreifen kann, wenn Ihr Gerät verloren geht oder Sie es irgendwo liegen lassen. Einige Hersteller, darunter Apple, Samsung und Sony, informieren über diesen Umstand, bevor Ihre Daten abgespeichert werden.

Tragen Sie daher nur solche Informationen ein, von denen Sie nicht fürchten, dass sie in falschen Händen Schaden anrichten könnten.

Wenn Sie sicher gehen möchten, dass Rettungskräfte Sie über Ihr Smartphone eindeutig identifizieren können, sollten Sie auf dem Gerät auch Ihren Namen angeben – direkt im Notfallpass oder als Nachricht auf dem Sperrbildschirm.

Tipps

  • Wenn Ihnen das Eintragen Ihrer Gesundheitsdaten auf dem Handy zu heikel ist, können Sie sie alternativ Ihren Notfallkontakten mitteilen, die Sie im Notfall weitergeben.
  • Wer oft im Ausland unterwegs ist, sollte seine Notfallnummern im internationalen Format (+49 …) abspeichern.
  • Der Notfallpass kann auch nützlich sein, wenn ein Handy verloren geht - ist ein Notfallkontakt hinterlegt, kann der*die Finder*in Sie darüber kontaktieren.

Wie sicher sind meine Daten?

Sowohl bei Apple als auch bei Android werden die Daten aus dem Notfallpass lokal auf dem Gerät gespeichert und nicht ins Internet übertragen.

Apple weist im iPhone-Menü explizit darauf hin, dass die hinterlegten Daten nicht mit anderen Apps geteilt werden. Samsung hat laut eigener Aussage keinen Zugriff auf die Daten, andere Hersteller von Android-Geräten liefern dazu keine explizite Information.

Nach unserem Kenntnisstand können Daten aus dem Notfallpass derzeit nicht von Android-Apps ausgelesen werden. Sollte sich dies mit der Weiterentwicklung des Android-Systems ändern, werden wir hier darüber informieren.

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Einmal im Monat schicken wir Ihnen aktuelle mobilsicher-Lesetipps direkt ins Postfach. Hier geht's zur Anmeldung.

Weitere Artikel

Ratgeber 

How Facebook knows which apps you use – and why this matters

Looking for a new partner, perhaps on Tinder? Or on Curvy, for people with curves, or Grindr maybe, the gay dating app? Fighting your smoking addiction with the app “Kwit”, or monitoring your depressive cycles with “Moodpath”? If you do, chances are Facebook knows all about it. And you can’t know that it does.

Mehr
Browser und Suchmaschinen 

Ecosia: Suchen und Bäume pflanzen

Die Suchmaschine Ecosia wird in Berlin entwickelt und setzt auf Umweltschutz. Wer sie nutzt, unterstützt das Pflanzen von Bäumen. In Sachen Datenschutz könnte das Unternehmen aber noch mehr für die Nutzer*innen tun. Die Ecosia-Apps können wir momentan nicht empfehlen.

Mehr
YouTube-Video 

5 Sicherheitstipps für Android

Per Voreinstellung lassen Android-Handys auch dann persönliche Informationen nach außen dringen, wenn der Bildschirm gesperrt ist. Mit unseren Tipps können Sie Ihr Smartphone sicherer machen - damit es die Geheimnisse, die Sie ihm anvertrauen, auch wirklich für sich behält.

Ansehen
Verkehr & Navigation 

Serie: Die beliebtesten Navigations-Apps im Check

Navigations-Apps gibt es inzwischen für jeden Geschmack – die meisten bringen einen zuverlässig von A nach B. Aber wie gehen die verschiedenen Dienste mit Nutzerdaten um? Das haben wir bei den beliebtesten Navi-Apps untersucht. Einen Überblick gibt es hier.

Mehr