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So funktioniert Datenübertragung per NFC

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.08.2015, bearbeitet am24.03.2017

NFC steht für Nahfeldkommunikation und ermöglicht den kabellosen Austausch von Daten zwischen Geräten oder Datenträgern. Die Technik kommt etwa beim Bezahlen an der Supermarktkasse und beim Übertragen von Smartphone-Dateien zum Einsatz. Wir erklären, wie sie funktioniert.

So funktioniert NFC

Diebstahlsicherungen im Kleidergeschäft kennt jeder: Wenn der kleine Sicherheitsapparat noch am gekauften Pullover hängt, heulen am Ausgang die Sirenen los. Denn die unscheinbaren Schranken an der Tür bemerken, dass der im Apparat enthaltene Chip an ihnen vorbeigeschmuggelt wird und lösen Alarm aus.

Die Schranken sind Sendestationen, die den Chip mit Strom versorgen. Die Chips antworten der Sendestation nur, wenn sie gefragt werden und nur mit den Informationen, auf die sie programmiert wurden. Deshalb nennt man sie "passiv".

NFC-Übertragung zwischen "aktiven" Geräten funktioniert ähnlich. Zwei NFC-taugliche Einheiten können Daten kabellos austauschen. Wer zum Beispiel sein altes Android-Smartphone gegen ein neues tauschen will, kann beim Einrichten beide Geräte aneinander halten - und schon werden alle Einstellungen und Apps auf das neue Smartphone übertragen. Beide Geräte müssen dafür NFC-tauglich sein, das neuere muss mindestens Android 5.0, das ältere mindestens Android 4.0 installiert haben.

Bezahlen mit dem Smartphone

Das wohl wichtigste Anwendungsgebiet für NFC: Das kontaktlose Bezahlen an der Supermarktkasse. Das geht inzwischen nicht nur per Bankkarte, sondern auch per Smartphone.

Die Daten der EC- oder Kreditkarte werden dabei im Smartphone in einem geschützten Bereich gespeichert und beim Einkaufen per NFC an das Bezahlterminal übertragen. Dafür müssen Kunden ihr Smartphone an der Kasse an das Terminal halten.

Wie Sie das Smartphone für kontaktloses Bezahlen nutzen können, erfahren Sie hier: Bezahlen mit dem Handy: So funktioniert die NFC-Technik.

Praktisch: NFC-Tags programmieren

NFC funktioniert jedoch nicht nur zwischen zwei Geräten, auch sogenannte NFC-Tags können mit dem Smartphone kommunizieren. Das sind kleine Aufkleber, die man zum Beispiel auf seinen Nachttisch kleben kann. Smartphone-Besitzer können nun ihr Telefon so programmieren, dass automatisch bestimmte Dinge erledigt werden, wenn das Gerät auf den Nachttisch gelegt wird: Zum Beispiel der Flugmodus aktiviert oder der Wecker gestellt wird.

Auch Firmen können NFC-Tags nutzen: So könnten zum Beispiel an Schaufenstern oder in Kinoplakaten solche Sticker integriert sein, damit Smartphone-Nutzer sich den Trailer zu dem Film ansehen können, oder über Sonderangebote informiert werden.

Android-Smartphones können fast alle NFC-Funktionalitäten nutzen, bei iOS war das lange nicht möglich und Nutzer mussten auf die Freischaltung des Konzern-eigenen Dienste Apple Pay warten. Mittlerweile können aber auch externe Apps die NFC-Technologie in iOS-Geräten nutzen.

Kritiker warnen vor Sicherheitslücken

Ganz ohne Sicherheitslücken scheint das System aber nicht zu sein. Experten der Hackerorganisation Chaos Computer Club weisen seit Jahren darauf hin, dass Angreifer Daten vom Smartphone über NFC einfach auslesen können. Unter Versuchsbedingungen konnte dies bei verschiedenen Geräten demonstriert werden.

Anfang Oktober 2019 ist eine Sicherheitslücke bekannt geworden, dank der über die NFC-App „Android Beam“ heimlich Apps auf Geräte mit Android 8, 9 und 10 installiert werden können. Wer das Sicherheitsupdate von Oktober 2019 hat, ist geschützt. Wenn Sie das Update nicht erhalten, sollten Sie der App "Android Beam" die Berechtigung "Apps aus unbekannten Quellen installieren" entziehen.

Um ein Smartphone über den NFC-Chip anzugreifen, müssten Hacker aber bis auf wenige Zentimeter an das Gerät herankommen. Da dieses Szenario unter Alltagsbedingungen eher unwahrscheinlich ist, halten Befürworter die Technologie für sicher.

Keine unbekannten NFC-Tags auslesen

Angriffsfläche bieten jedoch unbekannte NFC-Tags. Denn Hacker könnten leicht zugängliche Tags umprogrammieren – zum Beispiel solche auf einem Kinoplakat. So könnten sie schädlichen Code in das Smartphone einschleusen, das sich mit diesem Tag verbindet.

Deshalb raten Experten dazu, nur selbst programmierte NFC-Tags zu nutzen und NFC zu deaktivieren, wenn man es nicht braucht. Zudem sollten Nutzer immer die neueste verfügbare Android-Version auf ihrem Smartphone nutzen. Denn bei älteren Versionen wie 2.3 (Gingerbread) gibt es noch Sicherheitslücken, die bei den folgenden Versionen geschlossen wurden.

NFC ist genauso wie WLAN oder Bluetooth nur eine weitere Schnittstelle, an der Daten ausgetauscht werden können. Welche Daten das sind, hängt von der App ab, die auf die Schnittstelle zugreift. Es liegt in der Hand der Nutzer, Apps, die zu viele persönliche Daten über NFC preisgeben oder nicht sicher programmiert sind, einfach nicht zu installieren.

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