Messenger

Messenger-App ginlo kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 05.09.2018, bearbeitet am30.07.2020
Bild: Brabbler AG

ginlo ist ein Messenger aus Deutschland mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Nachrichten können damit auch zeitversetzt gesendet und mit einem Ablaufdatum versehen werden. Seit 2020 gehört die App einer neu gegründeten GmbH.

Das ist ginlo

ginlo ist ein verschlüsselter Messenger für Android-Geräte und iPhones. Die App ist für private Nutzer*innen kostenlos. Mit ginlo Business bietet die ginlo.net GmbH eine Bezahlversion für Firmenkunden an. Der Messenger ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die Software soll bald quelloffen werden.

Eine erste Version wurde 2014 veröffentlicht, damals hieß die App noch SIMSme. Im März 2019 verkaufte die damalige Besitzerin, die Deutsche Post AG, den Dienst an die Münchner Brabbler AG und die App wurde in ginlo umbenannt. Im Januar 2020 übernahm der Brabbler-Mitgründer Karsten Schramm das Projekt aus der Insolvenz der Brabbler AG und überführte es in die neu gegründete ginlo.net GmbH.

Zwischenzeitlich war der Messenger nicht mehr in den App-Stores verfügbar, im Februar 2020 wurde jedoch eine neue Version im Google Play-Store und in Apples App Store veröffentlicht. Die neue Version ermöglicht nun auch verschlüsselte Anrufe und Videokonferenzen mit bis zu fünf Personen.

WhatsApp, Telegram, Threema und Co.: Hier geht's zu unserer Übersicht verschlüsselter Messenger.

Daten und Sicherheit

Für die Anmeldung bei ginlo müssen Sie eine aktive Handynummer angeben. Diese, sowie Profilname und -bild werden auf den Servern des Anbieters in unlesbarer Form (gehasht) gespeichert, bis man sein Profil löscht. ginlos Server befinden sich in Deutschland. Versendete Nachrichten werden auf den Servern 90 Tage lang Ende-zu-Ende-verschlüsselt gespeichert und dann gelöscht.

Der Messenger fragt bei der Einrichtung nach der Zugriffsberechtigung für das Telefonbuch und prüft dann, zu welchen Kontakten es bereits ginlo-Konten gibt. Die Nummern werden laut Datenschutzerklärung in unlesbarer Form abgeglichen und danach gelöscht.

Die App ist aber auch ohne Kontaktfreigabe nutzbar. In dem Fall müssen Sie die ginlo-ID ihrer Kontakte in Ihre App eingeben oder einen QR-Code scannen. Kontakte stellt die App über ein Ampelsystem dar: Die sicherste Stufe wird erreicht, wenn Sie die andere Person persönlich getroffen und den QR-Code gescannt haben.

ginlo übermittelt in der Standardeinstellung anonymisierte Absturzberichte. Das können Sie über folgenden Pfad abstellen: Menü > Einstellungen > Privatsphäre > Fehleranalyse.

Beim ersten Start fordert die App dazu auf, ein Passwort oder einen vierstelligen Zahlencode festzulegen. Sie können wählen, wann die App die Kombination abfragen soll. Nur Sie sind im Besitz dieses Passworts - sollten Sie es vergessen, ist kein Zugriff auf Ihr Profil und keine Wiederherstellung möglich.

ginlo bietet eine Selbstzerstörungsfunktion: Dabei verschwinden Nachrichten auf Empfängerseite zu einem frei wählbaren Zeitpunkt. Praktisch: Sie können eine Nachricht auch erst später senden lassen und dazu einen Zeitpunkt festlegen. Diese Optionen tauchen auf, wenn Sie eine Nachricht tippen (Uhrsymbol über dem Eingabefeld).

Die App Ginlo nimmt nach eigenen Angaben keinen Kontakt zu Trackern oder Drittanbietern auf.

Hinweis: Unser AppChecker findet bei Ginlo Hinweise auf einen Softwarebaustein (SDK) von dem Analysedienst Amplitude. Nach Angaben des Anbieters liegt das an der Implementation der Software Jitsi, die für die Videocall-Funktion verwendet wird und diese Elemente optional mitbringt. In unserem manuellen Test nahm die App während des Betriebes keinen Kontakt zu Amplitude auf.

Welche Daten erfasst und versendet meine App? Hier geht's zu unserem AppChecker.

Channel in ginlo

ginlo bietet eine „Channel“-Funktion, über die man Beiträge von Medien, Organisationen und Unternehmen abrufen kann. Die Auswahlliste bietet etwa die Kanäle der Tagesschau, des Versicherungskonzerns ARAG und dem Reisevermittler "Urlaubspiraten". 2020 wurde der Kanal "Coronainfo" eingeführt, in dem Informationen des Robert-Koch-Instituts und des Bundes veröffentlicht werden.

Beiträge werden von den Webseiten der Anbieter über die Funktion RSS eingebunden. ginlo erhebt von den Anbietern eine Einrichtungsgebühr, sagte ein ginlo-Sprecher auf Nachfrage von mobilsicher.de. Je nach Anbieter könnten noch weitere Gebühren anfallen.

Wenn Sie auf einen Link in einem der Kanäle klicken, öffnet Ihr Standardbrowser den Artikel auf der jeweiligen Webseite. Das bedeutet, dass die betreffenden Webseiten Sie beim Surfen tracken können. Sie können die "Channel"-Funktion aber auch ungenutzt lassen.

Welche Spuren Sie beim Surfen im Internet hinterlassen können, erfahren Sie im Beitrag Tracking im Internet: Cookies, Cache & Co.

Backup bei ginlo

Backups lassen sich in den Einstellungen erstellen, über den Pfad Einstellungen > Chats > Backup. ginlo speichert das Backup lokal auf dem Gerät. Von dort müssen Sie es auf Ihr neues Smartphone überspielen, zum Beispiel per USB-Kabel über einen Computer. Mehr zum Backup auf dieser Support-Seite.

Wenn Sie ein Backup erstellen, müssen Sie ein Passwort setzen, mit dem die App Ihre Daten verschlüsselt. Sie können manuell ein Backup erstellen oder regelmäßige automatische Backups aktivieren.

Vor- und Nachteile

Positiv:

  • Standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chats, Gruppenchats, Audio- und Videoanrufen
  • Auto-Zerstörungs-Timer für Nachrichten
  • Kostenlos für Privatpersonen
  • Optionaler Passwortwortschutz
  • Verschlüsselte lokale Backups
  • Nutzung ohne Adressbuchzugriff möglich

 

Negativ:

  • Telefonnummer für Nutzung nötig
  • Bisher nicht quelloffen (Open Source)
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