Backup

Komplett-Backup bei Android: So geht’s

Ein Artikel von , veröffentlicht am 06.09.2015, bearbeitet am31.03.2018

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei Android-Geräten alle Daten zu sichern: Entweder über Cloud-Dienste oder lokal auf dem eigenen Computer. Wir zeigen Varianten für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene.

Kein Komplett-Backup frei Haus

Wer sein Android-Gerät mit einem Google-Konto verknüpft hat, kann die eingebaute Backup-Möglichkeit nutzen. Dabei werden unter anderem auch Informationen über installierte Apps sowie die Benutzerdaten gespeichert, zum Beispiel die WLAN-Zugänge. Allerdings ist diese Variante weit entfernt von einem Komplettbackup aller Daten. Denn das Betriebssystem selber wird dabei nicht gesichert.

Was mit Backup genau gemeint ist, welche Optionen es gibt und was zu beachten ist, erklären wir im Hintergrundbeitrag Was ist eigentlich ein Backup?.

Backup-Apps brauchen Root-Zugriff

Im Android-Universum gibt es zahlreiche gute Apps, mit denen sich Backups einzelner Daten oder eine Komplettsicherung durchführen lassen. Sie haben in der Regel aber einen Haken: Das Smartphone oder Tablet muss dafür gerootet sein. Beim Rooten erhält der Nutzer vollständigen Zugriff auf das Betriebssystem. Der Eingriff ist jedoch aufwändig und nicht ohne Risiken.

Was genau es mit Rooten auf sich hat, erfahren Sie im Hintergrundtext Was ist Rooten und Jailbreak?.

Sofern das Gerät gerootet ist, kann man die Komplett-Sicherung zum Beispiel mit der App „Titanium Backup root“ machen. Sie ist eine der bekanntesten Backup-Apps. Mit ihr lassen sich sowohl einzelne Apps als auch das gesamte Gerät sichern. Die App ist – vor allem in der kostenpflichtigen Variante – zwar sehr funktionstüchtig, jedoch ist die Benutzerführung sehr unübersichtlich.

Auch über sogenannte Custom Recoverys lassen sich Backups anlegen, sogenannte NANDroid-Backups. Das sind Dateien, die ein komplettes Abbild des Betriebssystem darstellen. Neben dem Betriebssystem an sich sichern sie auch alle Dateien und Einstellungen auf dem Smartphone. So können Sie Ihr Android-Gerät wieder auf den Zustand herstellen, in dem es sich zum Zeitpunkt des NANDroid-Backups befunden hat.

Bei den dafür benötigten Custom Recoverys handelt es sich im Grunde um rudimentäre Betriebssysteme, die ein Gerät soweit hochfahren können, dass Sie als Nutzer entscheidende Eingriffe am eigentlichen Betriebssystem vornehmen können. Zum Beispiel eine Wiederherstellung, oder eben ein Backup. Besonders beliebt sind derzeit die Programme Clockwork Mod Recovery (kurz CWM) und das Team Win Recovery Project (kurz TWRP).

Wichtig: Diese Backups lassen sich nur mit dem Recovery-System zurückspielen, mit dem sie erzeugt wurden.

Komplett-Backup ohne Root

Wer sein Android-Gerät nicht rooten kann oder möchte und über gute PC-Kenntnisse verfügt, kann auch ein Komplettbackup über den PC durchführen. Das Smartphone oder Tablet muss dafür mindestens über die Android-Version 4.0 oder neuer verfügen.

Die Software „Holo-Backup“, mit der diese Art von Backup über eine relativ einfache Benutzeroberfläche durchgeführt werden konnte, wird leider nicht weiter entwickelt.

Um dennoch ein komplettes Backup zu erstellen, muss man Teile der Entwickler-Software für Android-Apps herunterladen und über die Windows-Kommandozeile ausführen, ein auf PCs vorinstalliertes Programm namens „Eingabeaufforderung“, über das Sie einen Rechner mit Textbefehlen steuern können. Das ist eher etwas für Experten und Experimentierfreudige.

Eine gute Schritt-für-Schritt Anleitung für ein Komplettbackup ohne Root hat die Webseite www.netzwelt.de zusammengestellt. Sie benötigen dazu einen PC und die Android-Entwicklungs-Umgebung „Android Studio“ sowie das „Java Development Kit“.

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