Der Start mit iOS

So stellen Sie Ihre iCloud richtig ein

Ein Artikel von , veröffentlicht am 06.03.2018, bearbeitet am12.12.2019
Foto: Pexels, CC0

Wer ein iPhone oder iPad hat, nutzt meistens auch die iCloud. In der Standard-Einstellung landen dort sehr viele Daten – welche genau, machen sich die wenigsten klar. Hier führen wir durch die einzelnen Funktionen und geben Tipps zur Konfiguration.

Bevor Sie sie tagtäglich nutzen, sollten Sie Ihre iCloud einstellen, wie Sie es möchten. Die Voreinstellungen sind nicht unbedingt empfehlenswert. Wir geben hier zu jedem Punkt an, ob die Funktion standardmäßig aktiv ist – das heißt, ob Daten von diesem Dienst in der iCloud landen.

Getestet haben wir das mit einem iPhone 8 und iOS 13.2.3, das wir auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und mit einer neu angelegten Apple-ID verbunden haben.

Zu jedem Punkt geben wir an, ob diese Daten für jemanden sichtbar sind, der sich mit Ihren Zugangsdaten mit einem Browser über die Webseite icloud.com in Ihr Konto einloggt.

Hinweis: Mit Spezialsoftware, die ab rund 1.000 Euro auf dem freien Markt erhältlich ist, kann man über icloud.com mit Ihren Zugangsdaten auch die Daten extrahieren, die nicht sichtbar sind.

Einige Daten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt in der iCloud gespeichert. Das bedeutet, selbst Apple könnte sie nicht entschlüsseln und herausgeben. Andere Daten sind durch Apple entschlüsselbar und könnten theoretisch weitergegeben werden. Wir haben jeweils vermerkt, was für welchen Datentyp zutrifft.

Alle folgenden Punkte können Sie im iCloud-Menü konfigurieren. Navigieren Sie dafür zu Einstellungen > Benutzername > iCloud.

Hier können Sie sehen, wie viel Speicher in Ihrer iCloud noch frei ist und welche Apps darauf zugreifen dürfen.

iCloud-Analyse

Daten, die sich in der iCloud befinden, werden von Apple nach eigenen Angaben nur ausgewertet, wenn die Option iCloud-Analyse aktiv ist. Aber auch dann werden die Daten vorher durch Apples Privatsphärekonzept "Differential Privacy" so bearbeitet, dass sie keiner einzelnen Person zugeordnet werden können.

Was genau hinter Differential Privacy steckt, erklären wir in unserem Text zu iOS 10 - das ist die Betriebssystemversion, mit der das Konzept eingeführt wurde.

"Differential Privacy" ist Teil der Einstellung "Analyse und Verbesserungen". Apple fragt beim Einrichten eines neuen Gerätes, ob man das Teilen von Analysedaten zulassen möchte. Sie können diese Einstellung auch nachträglich deaktivieren.

Um sie nachträglich zu deaktivieren, navigieren Sie zu Einstellungen > Datenschutz > Analyse & Verbesserungen.
Neben der iCloud-Analyse können Sie auch die iPhone-Analyse unterbinden.

Fotos und Videos

Standardmäßig ist die Funktion „iCloud-Fotos“ aktiv. Alle Fotos und Videos werden dabei vom Gerät in die iCloud geladen (Stand 11.12.2019). Man kann alle Medien auch über das Web-Interface im iCloud-Konto sehen.

Hinweis: Nur 5 GB Speicherplatz auf der iCloud sind kostenlos. Bekommen Sie nach kurzer Zeit die Aufforderung, mehr Speicherplatz zu kaufen, könnte es an dieser Foto-Einstellung liegen.

Die iCloud-Fotos können schnell viel Speicherplatz verbrauchen.

E-Mail

Hat man eine E-Mail-Adresse bei Apple (zum Beispiel, wenn sie mit @icloud.com endet), werden alle E-Mails in der iCloud gespeichert. Sie sind dann über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Kontakte, Kalender, Erinnerungen, Notizen

Standardmäßig werden alle Kontakte, Termine, Erinnerungen und Notizen in der iCloud gespeichert und sind im Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Safari

Die Synchronisierung des Browsers Safari ist standardmäßig aktiv, die Daten sind nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar. Bei der Funktion werden folgende Daten mit anderen Geräten synchronisiert, die mit dieser Apple-ID verknüpft sind:

  • Geöffnete Tabs
  • Lesezeichen
  • Browser-Verlauf

Apple Home

Home dient der Steuerung von Geräten über das Apple HomeKit. Das sind etwa vernetzte Lichtschalter, Thermostate, Kameras oder Türklingeln. Home ist standardmäßig aktiv, die Daten sind aber Ende-zu-Ende verschlüsselt und nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Health

Health synchronisiert zum Beispiel gelaufene Schritte, Herzfrequenz und so weiter mit anderen Geräten und Gesundheitsapps. Es ist standardmäßig aktiv, die Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Wallet

Das Wallet synchronisiert hinterlegte Zahlungsdaten, Transaktionen und Tickets. iCloud ist standardmäßig aktiv, die Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Siri

Siri ist der Sprachassistent von Apple und ist standardmäßig aktiv. Die Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar. Sie enthalten Sprach- und Kontextdaten von Siri.

Unser Hintergrund-Text „Apples Sprachassistentin Siri: Praktische Wanze?“ erklärt, welche Daten Siri sammelt.

Schlüsselbund

Der Schlüsselbund synchronisiert die Login-Daten von Safari und anderen Diensten (Facebook, Twitter, E-Mail), WLAN-Passwörter und Kreditkarteninformationen mit anderen Geräten, die mit dieser Apple-ID verknüpft sind.

Die Synchronisierung mit anderen Geräten und das iCloud-Backup ist standardmäßig inaktiv. Die Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Mein iPhone/iPad suchen

Mit dieser Funktion können Sie das eigene Gerät per Fernzugriff orten, sperren oder löschen. Außerdem ist damit auch die Reaktivierungssperre angeschaltet. Sie verhindert, dass Diebe ein gesperrtes Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen können, um es beispielsweise zu verkaufen.

Standardmäßig aktiv. Die Daten können bei Bedarf über das Web-Interface im iCloud-Konto angesehen werden.

Durch die Funktion wird kein permanentes Bewegungsprofil angelegt. Laut Apple sendet das Gerät seinen Aufenthaltsort nur, wenn man dies über „Mein iPhone finden“ anfordert. Die Daten werden dann nach sieben Tagen gelöscht.

Wir empfehlen ausdrücklich, diese Funktion zu aktivieren. Wie sie live funktioniert, zeigen wir in diesem Video: iPhone weg? So finden Sie es wieder.

iCloud-Backup

Mit dieser Option wird täglich eine Sicherheitskopie verschiedener Daten an die iCloud gesendet, sobald eine WLAN-Verbindung besteht. Sie lässt sich nur als Ganzes auf einem iPhone wiederherstellen. Dazu gehören:

  • Fotos und Videos (es sei denn, diese werden schon über die aktivierte Foto-Funktion gesichert)
  • Anrufverlauf
  • Nachrichten (iMessage, SMS, MMS)
  • Gesundheitsdaten
  • App-Daten
  • Einkaufsstatistik aus iTunes Store, App Store oder iBooks Store
  • und anderes wie: Klingeltöne, HomeKit-Konfiguration, Geräteeinstellungen sowie Organisation des Home-Bildschirms und der Apps

Man kann auch einzelne Datengruppen ausschließen, unter: iCloud > Speicher > Speicher verwalten > Backups > Gerät.

Hier können Sie auch alle Backup-Daten für das Gerät aus der iCloud löschen.

Standardmäßig aktiv, nicht über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

iCloud Drive

Über iCloud Drive kann man eigene Dateien in der Cloud speichern wie auf einer externen Festplatte. Auch Apps von anderen Herstellern können hier ihre Daten speichern. Ob eine App auf die iCloud zugreifen darf, muss man in der Regel bei deren Erstbenutzung ausdrücklich erlauben oder ablehnen; man kann dies aber auch nachträglich aus- und einschalten.

Standardmäßig aktiv und über das Web-Interface im iCloud-Konto sichtbar.

Standort teilen

Standardmäßig aktiv, man sieht das aber erst, wenn man darauf tippt.

Ist diese Funktion aktiv, kann man bei einem Kontakt aus der App „Nachrichten“ einstellen, dass dieser Kontakt den eigenen Standort sehen kann. Außerdem muss sie aktiv sein, damit die App „Freunde“ funktioniert. In den Einstellungen lässt sich sehen, wem man das in der Vergangenheit erlaubt hat.

Mich finden

Die Funktion „Mich finden“ erlaubt es Apps, einen Apple-Nutzer über die Apple-ID zu finden. Personen, die einen suchen, bekommen dann vor und Nachname angezeigt. Diese Funktion lässt sich nicht deaktivieren, Sie können aber Apps, die dort angezeigt werden, entfernen.

iCloud-Daten herunterladen

Über privacy.apple.com können Sie die von Apple in der iCloud gespeicherten Daten herunterladen. Mit dieser Möglichkeit hat Apple auf die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union reagiert.

Im Hintergrundtext Datenschutz in Europa: Grundsätze und Regeln erfahren Sie mehr über dieses EU-weit geltende Regelwerk.

Vor dem Download fragt Apple Sie, welche Daten Sie herunterladen wollen. Das können die Aktivitäten auf dem App-Store oder iTunes-Store sein, Basisdaten aus Ihrem Apple-ID-Account-, iCloud-Kontakte oder alle gespeicherten Dateien. Im Anschluss an die Auswahl der Datentypen müssen Sie eine maximale Dateigröße für den Download angeben, die sich zwischen 1 Gigabyte und 25 Gigabyte bewegt.

Das Bereitstellen der Daten kann laut Apple bis zu sieben Tage dauern. Wenn es soweit ist, versendet Apple eine Nachricht an die E-Mail-Adresse, die mit dem jeweiligen iCloud-Konto verknüpft ist.

Das iCloud-Konto löschen oder deaktivieren

Über privacy.apple.com können Sie eine Apple-ID und damit ein iCloud-Konto vorübergehend deaktivieren oder mit allen verknüpften Daten löschen. Auch der Löschvorgang kann sich nach Angaben von Apple bis zu sieben Tage hinziehen.

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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