Ratgeber

Firefox-Browser für iOS

Fuchs

Den beliebten Browser „Firefox“ gibt es nicht nur für Windows und Android, sondern auch für iPhones und iPads. Doch viele seiner Funktionen zum datensparsamen Surfen gibt es für die iOS-Version nicht. Lohnt sich Firefox für das iPhone und das iPad dennoch?

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Browser · Firefox · iOS · Surfen · Tracking
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Seit November 2015 gibt es den Browser Firefox auch für iOS, seit Mai 2016 in Version 4.0. Auf Android-Geräten hat sich der Browser schon länger als datenschutzfreundliche Alternative für den Standardbrowser „Chrome“ etabliert. Leider sind viele der Funktionen, die Firefox für Android attraktiv machen, in der iOS-Version nicht implementiert.

Kein Datenschutz durch Add-ons

Generell gibt es keine Add-ons für die iOS-Version von Firefox. Add-ons sind Browser-Erweiterungen, mit denen Funktionen über den Standard hinaus vom Nutzer nachinstalliert werden können. Viele Datenschutz-Lösungen beim klassischen Firefox basieren auf dieser Technologie und fallen bei iOS weg. Es ist deshalb nicht möglich, das Tracking von Nutzern auf Webseiten zu unterbinden, Werbung zu blockieren oder den Browser zu zwingen, eine verschlüsselte Verbindung zu benutzen, wenn es sie gibt.

Firefox ohne „Do not Track”

Der Do-not-track-Standard gibt Webservern ein Signal, dass der Nutzer nicht möchte, dass ein Nutzungsprofil über ihn erstellt wird. Allerdings ist es den Webanbietern freigestellt, ob sie den „Do not track“-Status beachten oder nicht, so dass er in der Praxis keinen starken Schutz bietet. Laut einer Liste des „Center for Internet and Society“ an der Stanford Law School halten sich nur wenige der großen Netzwerke an die Anweisung.

In der Android-Version von Firefox gibt es deshalb seit der Version 42.0 die Möglichkeit, einen zusätzlichen Trackingschutz zu aktivieren, der mit einer Sperrliste arbeitet. Für Firefox für iOS gibt es – im Gegensatz zum iOS-Standardbrowser Safari – weder die Möglichkeit, Do-not-track zu aktivieren, noch den zusätzlichen Tracking-Schutz per Sperrliste.

Dass Firefox für iOS all diese Datenschutz-Optionen nicht hat, liegt daran, dass Apple externen Entwicklern gewisse Software-Standards vorschreibt. Um Add-ons und Trackingschutz in das Programm einzubauen, müssten die Firefox-Entwickler tiefer in das Betriebssystem eingreifen – und das erlaubt Apple nicht.

Allerdings ist Firefox für iOS weiterhin in Entwicklung, sodass abzuwarten bleibt, welche Features noch implementiert werden können.

Privates Surfen

Firefox für iOS bietet den Modus „Privates Surfen“ – das entspricht dem privaten Surfmodus bei Safari. Firefox speichert dabei keine besuchten Seiten, keine Cookies, keine Passwörter, Einstellungen oder temporäre Internetdateien. So bleiben auf dem Gerät keine Datenspuren über das Surfverhalten zurück, nachdem der Browser geschlossen wurde.

Für Dritte, die Zugang zum Gerät haben, ist es so unmöglich nachzuvollziehen, welche Seiten man angeschaut hat. Dabei gibt es die sinnvolle Einschränkung, dass neu angelegte Lesezeichen und heruntergeladene Dateien auch über den privaten Modus hinaus gespeichert werden.

Nutzer sollten dafür aber die Option „Private Tabs schließen“ in den Einstellungen aktivieren.

Die Einstellungen, um den Menüpunkt „Private Tabs schließen“ zu aktivieren, erreicht man, indem man auf der Fensterübersicht links auf das Zahnrad klickt. (Screenshot iOS9, iPhone 6 Plus)

Damit es keine Missverständnisse gibt: Man surft dabei nicht anonym. Der Provider zum Beispiel kann immer noch nachvollziehen, welche Seiten man sich angeschaut hat. Auch hinterlässt man weiterhin Spuren, wie IP-Adresse, Betriebssystem und ähnliches auf den besuchten Seiten.

Für wen lohnt sich Firefox für iOS?

All das bedeutet nicht, dass Firefox für iOS weniger sicher ist als andere externe Browser für iOS, wie etwa Chrome. An die Möglichkeiten des vorinstallierten Browsers von Apple, Safari, kommen jedoch beide nicht heran – aus den genannten Gründen. In Safari hat man zum Beispiel die Möglichkeit, über Inhaltefilter bestimmte Werbe- und Malware-Inhalte zu blockieren.

Interessant ist Firefox vor allem für Nutzer, die auch auf ihrem „großen“ Rechner (Desktop oder Laptop) Firefox benutzen. Über ein Firefox-Konto können sie dann Passwörter, Lesezeichen und Tabs zwischen Rechner und iPhone oder iPad synchronisieren.

Alternative: Safari oder Tor

Wer beim Surfen auf iOS Wert auf Datenschutz legt, ist mit dem iOS-Standardbrowser Safari besser beraten. Dort gibt es einige Möglichkeiten, Tracking einzuschränken. Firefox für iOS ist im Augenblick nur für Nutzer empfehlenswert, die ihre Einstellungen aus der Desktop-Version von Firefox auch auf dem iPhone oder iPad übernehmen möchten.

Aber auch wer mit Safari privat surft, ist für Dritte nicht anonym. Für das anonyme Surfen gibt es spezielle Lösungen. Über Tor kann man Datenspuren, die beim Surfen normalerweise hinterlassen werden, verschleiern. Mit VPN-Software kann man seinen Datenverkehr über Server im Ausland umleiten.

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