Ratgeber

Fake-Streaming: So erkennen Sie die Tricks

Ein Artikel von , veröffentlicht am 16.02.2020
Gefälschte Dienste halten nicht, was sie versprechen. Foto: Pixabay CC0

Die Verbraucherzentrale und die Marktwächter warnen vor dubiosen Streaming-Seiten – mehr als 200 vermeintliche Videoportale wurden bislang an die Behörden gemeldet. Doch das sind längst nicht alle. Einmal registriert, fordern die Betrüger*innen viel Geld für unseriöse Abos.

Darum geht es

Netflix, Amazon Prime, Maxdome oder Google-Play Filme: Neben diesen recht bekannten Streaming-Plattformen gibt es eine wachsende Anzahl unbekannterer Streaming-Dienste, von denen die meisten dubios oder klar betrügerisch sind.

Sie locken mit ganz neuen Filmen, die es auf anderen Seiten noch nicht gibt, mit besonders günstigen Preisen oder langen kostenlosen Testzeiträumen. Gerade damit vermitteln sie Interessenten das Gefühl von Seriosität – immerhin machen das Netflix und Co. ja ähnlich.

In so gut wie allen Fällen folgt die Ernüchterung auf dem Fuße: Die Registrierung ist entweder nicht erfolgreich, Sie können sich also gar nicht erst anmelden, oder es sind schlichtweg keine Filme oder Serien auf der Plattform vorhanden. Rechnungen kommen später trotzdem – meist auch mit aggressiven Zahlungsaufforderungen.

Wer, was, wo?

Über 200 betrügerische Streaming-Angebote fanden die Marktwächter in einer Untersuchung vom 26.03.2019. Meist sind Impressum und Angaben zum Unternehmen gefälscht und die Server befinden sich im Ausland, was die Strafverfolgung erschwert.

Auf Dienste dieser Art stößt man sehr leicht: Oft reicht schon eine Google-Suche nach dem Filmnamen und der Beifügung „Stream“, um dutzende unseriöse Angebote vorgeschlagen zu bekommen.

Wer sich bei einem solchen Dienst registriert und dabei private Daten (meist die E-Mailadresse und Name, mitunter auch die Wohnadresse) hinterlässt, muss mit unschöner Post rechnen. Rechnungssummen von 144, 238 oder 359 Euro sind laut der Verbraucherzentrale nicht untypisch. Zum Vergleich: Netflix gibt es bereits ab zehn Euro monatlich, also für 120 Euro im Jahr.

Auch wenn die Angaben auf der Rechnung zu einem etwaigen Inkassobüro oder dem Unternehmen hinter der Seite richtig erscheinen, muss das nicht stimmen. Wie die Expert*innen der Marktwächter herausgefunden haben, gehen die Anbieter sogar so weit, Identitäten von Personen, Kanzleien und Unternehmen zu stehlen.

Wenn Sie also auf neue Streaming-Dienste stoßen, die mit unglaublichen Angeboten werben, sollten Sie Vorsicht walten lassen. Eine vollständige Liste mit bekannten Fake-Streaming-Seiten finden Sie am Artikelende.

Fake-Streaming-Seiten erkennen

Gefälschte Streaming-Dienste sind nicht immer leicht zu erkennen. Viele Seiten haben Endungen mit „-flix“ (wie bei Netflix), „play“ (wie bei Google Play), „stream“, „film“ oder „kino“, um wie bekannte Angebote zu klingen. Bevor Sie sich bei einem unbekannten Dienst anmelden, sollten Sie also eine kurze Internetsuche durchführen – Warnungen vor bekannten Betrügern sind meistens leicht zu finden.

Ein Warnhinweis ist es auch, wenn einzelne Schaltflächen auf der Streaming-Seite sich nicht anklicken lassen. Das ist mitunter der Fall, weil die Seite gar nicht dafür ausgelegt ist, überhaupt Medien wiedergeben zu können. Die Schaltflächen Play, Lautstärke und so weiter sind nur Platzhalter.

Seriöse Anbieter schicken gleich nach der Registrierung sämtliche Vertragsdetails per Mail und schalten den Account auch umgehend frei. Und auch ein Blick auf Impressum und AGB kann Hinweise geben – finden sich keine klaren Informationen über Kosten, Laufzeiten und Kündigungsmöglichkeiten, sollten Sie misstrauisch werden.

Was tun, wenn?

Wenn Sie auf einen betrügerischen Dienst hereingefallen sind, sollten Sie auf keinen Fall die Rechnung ungeprüft bezahlen.

Die Verbraucherzentrale warnt in dem Zusammenhang auch vor YouTube-Videos, in denen vermeintliche Anwälte behaupten, solche Rechnungen seien rechtens, sofern man die Nutzungsbedingungen (oder AGBs) akzeptiert habe. Das, so die Verbraucherzentrale, sei in den meisten Fällen falsch.

Es soll außerdem bereits vorgekommen sein, dass telefonische Zahlungsaufforderungen folgen. Auch hier gilt: Ruhe bewahren und keinesfalls nachgeben. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an die Verbraucherzentralen, bei der Sie auch eine individuelle Beratung bekommen können.

Infos und Material:

Das Team von Marktwächter hat bislang folgende Seiten als Fake identifiziert:

aboplay.de, adostream.de, alimovies.de, aloflix.de, amostream.de, appleflix.de, araplay.de, asoflix.de, babaflix.de, babafilms.de, bafastream.de, baflix.de, bagaflix.de, bataflix.de, bayplay.de, bedaflix.de, begostream.de, benplay.de, bigflix.de, bigostream.de, bigostream.com, bineflix.de, binoflix.de, blueflix.de, boboflix.com, bobstream.de, bogflix.de, bogoflix.de, bogostream.de, bokuflix.de, bonastream.de, bonostream.de, bomoflix.de, borastream.de, boxflix.de, braflix.de, buraplay.de, choflix.de, cinemadome.net, cinemaflix.de, cinemaxx24.com, cineplex24.de, coflix.de, dadaplay.de, daflix.de, dagaflix.de, daftstream.de, dasflix.de, dasimax.de, dexflix.de, dinoflix.de, dodoflix.com, dodoplay.de, doflix.de, dogostream.de, domeflix.de, domstream.de, doxflix.de, drflix.de, dubflix.de, duckplay.de, edofilms.de, edyflix.de, euroflix.de, evaflix.de, faceflix.de, faxflix.de, felastream.de, felixkino.com, filmaba.de, filmara.de, filmpalast24.com, finflix.de, fixago.de, flexkino.com, flixabo.de, flixago.de, flixana.de, flixando.de, flixday.de, flixdrom.de, flixer.de, flixfox.de, flixguru.de, flixhd.de, flixhub.de, flixking.de, flixkino.com, flixland.de, flixman.de, flixme.de, flixmer.de, flixmex.de, flixtown, flixtv.de, flixway.de, flixwolf.de, flixwood.de, floplay.de, foflix.de, frogplay.de, gagastream.de, gigaflix.de, gofilme.de, gogomovies.de, gogostream.de, goldflix.de, goloflix.de, gomaflix.de, gonaflix.com, gonastream.de, goxflix.de, guckflix.de, hdflix.de, hdtime.de, hdwelt.de, heroflix.de, hogostream.de, huboflix.de, hugostream.de, ibostream.de, imaxcine.com, imaxdome.com, imaxfilme.com, imaxgo.de, imaxkino.com, imaxnet.de, imaxstream.de, imaxtime.com, imaxtv.de, imaxwelt.com, inflix.de, juhustream.de, justfilme.de, justflix.de, justhd.de, kinobay, kinodex.de, kinoflexx.com, kinolox.de, kinopalast24.com, kinoplay.de, kinoplexx.com, kinoroom.de, kinowelt24.com, kinoyama.de, kinozeit.net, kiwiflix.de, laflix.de, lexflix.de, lightflix.de, limaflix.de, limeflix.de, lionflix.de, liteplay.de, lobostream.de, logflix.de, logostream.de, lolastream.de, lolostream.de, lostream.de, loxflix.de, loxostream.de, madofilms.de, magaflix.de, mangoflix.de, matostream.de, maxxflix.de, megaflix.de, meinkinowelt.com, mexflix.com, mexkino.com, mexplay.de, mexstream.de, migoflix.de, mimiplay.de, minaflix.de, mixfilms.de, modflix.de, modoflix.de, mogostream.de, momoflix.de, momostream.de, monoflix.de, moodflix.de, moroflix.de, mostream.de, moviedad.de, moviedo.de, movieshub.de, moviesta.de, moxplay.de, myflixx.de, nexostream.de, noliflix.de, nolistream.de, nonaflix.de, nowflix.de, noxflix.de, noxplay.de, obiplay.de, ogofilms.de, ogoplay.de, okflix.de, olaflix.de, oliflix.de, oldflix.de, oneflix.de, orangeflix.de, papiflix.de, paraflix.de, pidoflix.de, pinoflix.de, pinoplay.de, plabay.de, playada.de, playaga.de, playago.de, playamba.de, playano.de, playoda.de, playomo.de, playza.de, pokuflix.de, rayplay.de, rexflix.de, rexkino.de, rioflix.de, robflix.de, robiflix.de, rostream.de, rotflix.de, roxflix.de, sadoflix.de, saflix.de, savaflix.de, segastream.de, sekoflix.de, sobastream.de, sobostream.de, soflix.de, sogostream.de, soloflix.de, someflix.de, soyaflix.de, streamabi.de, streamado.de, streamafa.de, streamafy.de, streamago.de, streamamy, streamaso.de, streamba.de, streambull.de, streamdas.de, streamday.de, streamder.de, streamdome.de, streameba.de, streamedo.de, streamega.de. streamex.de, streamflix.de, streamfy.de, streamgogo.de, streamgun.de, streamim.de, streamino.de, streamjuju.de, streamlox.com, streamnox.com, streamofo.de, streamogo.de, streamore.de, streamoro.de, streamosh.de, streamovo.de, streamowo.de, streamox.de, streamoxa.de, streamrex.de, streamtime.de, streamtoto.de, streamtox.com, streamugo.de, streamwolf.de, streamzeit.de, subostream.de, sudoflix.de, tabflix.de, tapeflix.de, teleflix.de, tideplay.de, tobiflix.de, toflix.de, tonoflix.de, topflix.de, tostream.de, toxflix.de, triflix.de, trimflix.de, tugaflix.de, tutoflix.de unoflix.de, vagoflix.de, voxstream.de, wayplay.de, weflix.de, windflix.de, woplay.de, wowflix.de, wowplay.de, yalastream.de, yobaflix.de, yoflix.de, yogostream.de, yostream.de, zazaplay.de, zunaflix.de, 24flix.de

Weitere Artikel

YouTube-Video 

Welche Daten sendet meine App? iPhone selbst analysieren (Anleitung)

Welche Daten Ihre iPhone-Apps unbemerkt im Hintergrund versenden, können Sie mit entsprechender Software leicht sichtbar machen. In diesem Video zeigen wir Ihnen, wie das geht.

Ansehen
Ratgeber 

Passwortsperre für Google Drive bei iOS einrichten

Auch Nutzer von Apples iOS bewahren sensible Daten auf Google Drive auf, die geschützt werden sollten. Dafür lässt sich auf dem iPhone oder iPad ein Sicherheitscode vorschalten. Wir zeigen, wie man die vierstellige Zahlenkombination einrichtet oder ändert.

Mehr
Ratgeber 

Touch ID und Co: Wie sicher sind Fingerabdruck-Sensoren?

Das Smartphone oder Tablet per Fingerabdruck zu entsperren, hört sich praktisch an. Doch es gibt Berichte darüber, dass diese Sensoren gehackt werden können. Seitdem sind viele Nutzer verunsichert. Was ist an den Warnungen dran und worauf muss man achten?

Mehr
Ratgeber 

Eingeschränkte Profile (Android)

Sie teilen Ihr Tablet mit der Famlie, der WG oder den Kollegen im Büro? Dann können Sie eingeschränkte Profile für die Mitnutzer einrichten. Anders als bei den normalen Nutzerkonten kann man hier den Funktionsumfang stark einschränken.

Mehr