Ratgeber

Cloud-Dienst Tresorit kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 17.03.2020

Wenn Sie Dokumente oder Fotos in einer Cloud speichern, können Sie jederzeit über das Internet darauf zugreifen. Der Cloud-Dienst Tresorit legt alle Ihre Inhalte automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt ab. In der Basisversion ist der Dienst kostenlos.

Das ist Tresorit

Tresorit ist ein Ende-zu-Ende verschlüsselter Cloud-Speicher. Dahinter steht die Schweizer Tresorit AG mit Hauptsitz in Zürich und einer Niederlassung in Budapest. 2014 kam der Dienst auf den Markt, seit 2015 ist er auch auf Deutsch verfügbar.

Neben dem Cloud-Speicher für Privatnutzer*innen bietet Tresorit auch Clouds für Teams und Unternehmen an.

Seit Mitte 2020 ist Tresorit als Cloud-Speicher nicht mehr in einer kostenlosen Variante verfügbar. Mit dem unentgeltlichen Dienst "Tresorit Send" können Sie nur noch Dateien versenden - verschlüsselt allerdings, und mit einer Dateigröße von bis zu 5 GB.

Die erste Stufe, in der Tresorit als Cloud-Speicher genutzt werden kann, heißt Premium. Hier bekommt man 500 GB Speicher für 8,33 Euro zzgl. Mwst. im Monat.

Tresorit gibt es für Android und für iOS, außerdem stehen Desktop-Versionen zur Verfügung (Windows, Linux und macOS).

Eine kleine Übersicht zu Cloud-Diensten auf Android finden Sie hier: Android-Apps ersetzen: Cloud-Dienst.

So funktioniert Tresorit

Tresorit ermöglicht es, Dateien auf einem zentralen Server zu speichern. So kann man über das Internet mit unterschiedlichen Geräten jederzeit darauf zugreifen.

Der Dienst bietet dazu drei Möglichkeiten: über den Webbrowser auf der Webseite, die App für Smartphones und einen Client für den Computer. Mit dem Client für den Computer können Nutzer*innen ausgewählte Ordner auf ihrem Computer mit der Cloud synchronisieren.

Über die App registriert man sich automatisch für die Basisversion. Bei der Registrierung müssen ein Name und eine vorhandene E-Mail-Adresse angegeben werden. Die ersten 14 Tage läuft der Account als Premiumversion, dann wird er automatisch auf die Basisversion umgestellt. (Hinweis: Auf der Tresorit-Webseite findet man die Basisversion nicht unter  „Kostenlos testen“, sondern nur unter dem Menüpunkt „Produkte“.)

Die App fürs Smartphone bietet einen automatischen Foto-Upload, darüber hinaus muss man Daten manuell in die App kopieren. Dateien und Ordner stehen bei Bedarf auch offline zur Verfügung.

Durch die permanente Speicherung der Daten auf einem externen Server fungiert Tresorit auch als Backup, falls das Smartphone mal kaputtgeht. In der Basisversion ist jedoch keine Wiederherstellung älterer Dateiversionen oder gelöschter Dateien möglich.

Wer Dateien mit Anderen teilen will, kann Ordner für andere Nutzer*innen freigeben oder Links an Externe versenden. Für Links kann ein Ablaufdatum und ein Passwort vergeben werden.

So speichert Tresorit Ihre Daten

Jede Datei wird vor dem Upload in die Cloud automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt. Die Verschlüsselung arbeitet mit einem Zero-Knowledge-Protokoll. So hat Tresorit niemals Zugriff auf die Verifizierungsdaten der Nutzer*innen. Die Dateien in der Cloud kann also selbst Tresorit nicht lesen.

Allerdings erhebt und analysiert der Anbieter Nutzungsdaten für Entwicklungs- und Marketingzwecke.

Tresorit ist nicht quelloffen. Die Sicherheit des Cloud-Dienstes wurde 2019 jedoch unabhängig bestätigt, was auch eine Prüfung des Quellcodes einschloss. 2013 startete Tresorit einen Hacker*innen-Wettbewerb mit 50.000 US-Dollar Preisgeld, die Verschlüsselung konnte dabei nicht geknackt werden.

Tresorit betreibt keine eigenen Server, sondern nutzt die Rechenzentren der Microsoft-Cloud Azure. In der Basisversion werden Daten automatisch auf Servern in Irland und den Niederlanden abgelegt.

Optional gibt's eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sollte ein Gerät gestohlen werden, kann es zudem über den Browserzugang von der Cloud getrennt und die Dateien aus der Ferne gelöscht werden (Remote Wipe).

Die App fürs Smartphone bietet mit PIN- oder Fingerabdrucksperre eine zusätzliche Sicherheitsfunktion. Außerdem kann man einstellen, dass die App automatisch gelöscht wird, sollte der Sperr-Code zehnmal falsch eingegeben werden.

Vor- und Nachteile

Positiv:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Server in Europa
  • Optionale Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Remote Wipe

Negativ:

  • Kein offener Quellcode
  • Analyse von Nutzer*innendaten zu Marketingzwecken

Der Autor

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Christoph Ranft

Christoph Ranft arbeitet als Journalist und Theaterpädagoge in Bochum. Seit 2021 erklärt er bei mobilsicher.de Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Als Teil der Videoredaktion kümmert er sich außerdem um alles, was mit Gestaltung zu tun hat. Er hat Philosophie und Germanistik studiert.

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