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Auch im Urlaub sicher in Kontakt bleiben

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Rich
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Wer im Ausland von außergewöhnlichen Ereignissen überrascht wird, ist schnell von der üblichen Kommunikation abgeschnitten. Diese Erfahrung machten auch Türkei-Reisende, als es infolge des Putschversuchs zu Sperrungen kam. Doch nicht nur dort müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen.

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Messenger · Sicherheit · Verschlüsselung
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In den Ferien haben einige Reisende schlechte Erfahrungen gemacht, was die gewohnte Kommunikation betrifft. Überwachung und Zensur in manchen Ländern betreffen sowohl Massenmedien als auch moderne Kommunikationsmittel.

In der Türkei wurden während des versuchten Militärputsches soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder Youtube verlangsamt oder blockiert. In der Woche nach dem Putschversuch war es nicht möglich, sich beim sicheren Messenger Signal zu registrieren: „Netzwerkfehler – Server nicht erreichbar“, lautete die Fehlermeldung. Dies betraf allerdings nur die Anmeldung neuer Nutzerinnen. Bereits registrierte Anwender hatten damit keine Probleme. Es traf auch Nutzerinnen, die zur Absicherung der Kommunikation VPN-Verbindungen verwendeten, diese waren zeitweise nicht einsetzbar.

Die Vereinigten Arabischen Emirate gingen kürzlich noch weiter und verboten virtuelle private Netzwerke gleich gänzlich. Im Iran kann Signal nicht verwendet werden, der Messenger wird vollständig blockiert. In Thailand soll eine zwangsweise Handy-Ortung für Ausländer eingeführt werden.

Der Grund für solche Sperrungen ist Überwachung und Kontrolle der Kommunikation. Twitter und WhatsApp-Gruppen seien mit die wichtigsten publizistischen Plattformen für Erdoğan-Kritiker, berichten türkische Oppositionelle. Verschlüsselte Messenger, wie Signal oder Telegram dienen ihnen als bevorzugte Kommunikationsplattform.

Nicht nur auf WhatsApp verlassen

Auch wenn es sich bei der einen oder anderen Einschränkung um temporäre Einzelfälle handeln kann, können Reisende durch solche Maßnahmen plötzlich vor ungeahnten Schwierigkeiten stehen. Etwa, wenn Reisegruppen zur Koordinierung ihrer Aktivitäten auf Instant-Messenger setzen oder Familienangehörige diese Dienste für Verabredungen nutzen.

Eltern, die Mitte Juli in den Urlaubsregionen Brasiliens für einen Einkaufsbummel ihre Kinder am Strand zurückließen und ihnen aufgaben, sich zwecks Abholung per WhatsApp zu melden, dürften lange auf eine Nachricht gewartet haben: Ein Gericht ordnete in dem lateinamerikanischen Land zum wiederholten Male eine Blockade des Dienstes an.

Über 100 Millionen Nutzer sollen betroffen gewesen sein. Zwar wurde die Sperrung nach wenigen Stunden vorzeitig aufgehoben, dennoch ist es empfehlenswert, sich vor der Abreise über Netzsperren und sonstige Kommunikationshindernisse zu informieren.

Nicht in allen Ländern sind alle Kommunikationsformen erlaubt oder verfügbar. Aber auch während des Auslandsaufenthalts können plötzlich Dienste blockiert werden, wie bei einem Putsch. Problematisch sind derartige Situationen nicht nur für Urlauber, sondern auch für Journalistinnen und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen.

Vorbereitung ist wichtig

Zur Reisevorbereitung in problematische Länder sollte daher gehören, die uneingeschränkte Kommunikation sicherzustellen, und vorab wichtige Informationen per Download offline zu speichern, falls entsprechende Webseiten aus dem Reiseland heraus nicht erreichbar sind. Beispielsweise werden in der Türkei laut der Initiative Engelli Web derzeit über 110.000 Websites gesperrt, darunter auch viele Blogs und Onlinemedien. Vor drei Jahren waren es noch rund 43.000.

Schon daheim sollten Urlauber Karten für die Navigations-App auf dem Smartphone herunterladen, denn sie sind zum Teil recht groß und in den Urlaubshotels und Cafés stehen häufig nur begrenzte Übertragungsgeschwindigkeiten zur Verfügung.

Auch kann die Installation eines weniger beliebten sicheren Messengers eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme sein, damit im Notfall eine Alternative zur Verfügung steht. Natürlich müssen alle Familienangehörigen oder Reiseteilnehmer diese App auf ihre Geräte aufspielen. Weniger bekannte Messenger-Alternativen, die Verschlüsselung einsetzen, sind zum Beispiel Cryptocat, Wire, Chatsecure, Wickr oder Surespot.

Geht es darum, Angehörige oder Mitreisende überhaupt zu erreichen, spielt Verschlüsselung vielleicht eine untergeordnete Rolle. Für die Türkei empfahl das US-Außenministerium seinen Bürgern noch in der Putschnacht die Kommunikation über E-Mail, Telefon oder SMS. Aber auch SMS-Nachrichten können verschlüsselt werden, unter Android mit Apps wie Silence.

Andere Apps können Texteingaben auf dem Smartphone verschlüsseln, beispielsweise SSE. In solchen Apps wird die Nachricht in ein Textfeld eingegeben, anschließend verschlüsselt und danach manuell zum Versenden in das E-Mail-, Messenger- oder SMS-Programm kopiert.

Wenn nach Katastrophen sogar Telefonnetze ausfallen und das Internet gar nicht mehr zur Verfügung steht, empfehlen sich P2P-Messenger, wie Firechat, die via Bluetooth arbeiten oder vorhandene WLAN-Strukturen nutzen. Eine Nachricht wird dabei von einem Gerät zum nächsten übertragen, bis sie ihren Empfänger erreicht. Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis die Nachricht an ein Gerät gelangt, das über eine Internet-Verbindung verfügt.

Wichtig bleibt, dass die meisten Vorkehrungen vorab im Heimatland eingerichtet werden sollten, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass das vor Ort jederzeit möglich ist.

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