Ratgeber

App-Tipps: Mit dem Handy in den Frühling

Ein Artikel von , veröffentlicht am 21.04.2020, bearbeitet am23.04.2020

Pflanzen am Wegrand bestimmen, erfolgreich Gemüse anbauen oder Vogelstimmen zuordnen – dabei helfen kostenlose Apps. Damit Sie den Frühlingsspaß nicht mit Ihren Daten bezahlen müssen, haben wir vier sichere Apps für Sie recherchiert.

Pflanzen bestimmen mit Flora Incognita

Funktion

Die App bestimmt Pflanzen per Fotoerkennung. Bisher sind über 4.800 Blumen, Sträucher und Bäume in der Datenbank enthalten, darunter alle heimischen Wildpflanzen. Ausdrücklich nicht berücksichtigt werden hierbei gezüchtete und gekreuzte Garten- und Zimmerpflanzen. Zu allen Gewächsen stehen auch Zusatzinfos bereit - beispielsweise, wo sie verbreitet sind und ob sie unter Naturschutz stehen.

Anbieter

Die App gibt es für Android und iOS, Anbieter ist die Technische Universität Ilmenau. Dort wird sie in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena entwickelt. Förderer sind das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz und die Naturschutzstiftung Thüringen. Der Anbieter verfolgt keine kommerziellen Interessen und schaltet keine Werbung.

Daten

Die App ist frei von Trackern und funktioniert auch ohne Registrierung. Wer möchte, dass seine Pflanzenbeobachtungen auch auf anderen Geräten verfügbar sind, kann sich ein Profil anlegen.

Die App verfolgt das wissenschaftliche Ziel einer Kartierung von Wildpflanzenfunden und bittet zu diesem Zweck um die Freigabe des Standorts, die Sie aber ablehnen können.

Fazit

Rundum empfehlenswert. Mit dieser App können Sie Ihre gewohnte Umgebung mit neuen Augen entdecken.

Pflanzen bestimmen mit Pl@ntnet

Funktion

Auch Pl@ntnet bestimmt Pflanzen per Fotoerkennung. Die Datenbank wächst stetig durch die Unterstützung vieler Nutzer*innen. Sie umfasst mehrere 10.000 Arten, die global nach Regionen sortiert sind. Jede*r kann bei der Erweiterung der Datenbank helfen, indem er*sie eigene Fotos mit Pflanzennamen einreicht.

Weite Teile des App-Menüs stehen inzwischen auf Deutsch zur Verfügung. Auf der (englischsprachigen) Webseite ist eine Anleitung für Android und iOS zu finden. Sie hilft dabei, möglichst gut zu analysierende Fotos für die Bestimmung durch die Datenbank zu produzieren. Wer eine Pflanze bestimmen möchte, kann ohne Anmeldung ein Foto hochladen und es mit der Datenbank abgleichen lassen.

Wenn Sie Ihren Pflanzenfund mit der Pl@ntnet-Community teilen möchten, müssen Sie ein Nutzer*innenkonto anlegen. Dann können Sie Pflanzenfotos auch zur Bestimmung an die Community weitergeben, falls die Datenbank Ihnen keinen Treffer liefert.

Anbieter

Das französische Bürger*innenprojekt Plantnet hat die App für Android und iOS gemeinsam mit verschiedenen Forschungseinrichtungen entwickelt. Gefördert wird die App von der französischen Stiftung Agropolis, die sich für Nachhaltigkeit und Biodiversität einsetzt.

Daten

Die App bindet den sehr verbreiteten Dienst Google Firebase Analytics ein.

Fazit

Empfehlenswert.

Vogelstimmen bestimmen mit BirdNET

Funktion

Die App bestimmt Vogelstimmen per Audioaufnahme. Sie ist darauf ausgelegt, die 1.000 häufigsten Vogelarten in Europa und Nordamerika zu erkennen.

Zunächst machen Sie eine Audioaufnahme der Vogelstimmen, die Sie analysieren möchten. Anschließend können Sie verschiedene Intervalle Ihrer Aufnahme auswählen und anhören.

Wenn Sie das Intervall gefunden haben, auf dem die Vogelstimme am deutlichsten zu hören ist, klicken Sie auf "Analysieren". Nach wenigen Sekunden wird Ihnen das Ergebnis angezeigt - inklusive einer Trefferwahrscheinlichkeit zwischen "vage Vermutung" und "sehr sicher".

Anbieter

Die App ist eine Zusammenarbeit des Cornell Lab of Ornithology und der Technischen Universität Chemnitz. Sie ist bisher nur für Android verfügbar und befindet sich laut Selbstauskunft im Google Play-Store noch im Status eines Prototyps. Gefördert wird sie unter anderem vom Europäischen Sozialfond (ESF) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Ziel der App ist die Erprobung künstlicher neuronaler Netze, die für die Bestimmung der Vogelarten per Audio-Aufnahme eingesetzt werden. Mit den von den Nutzer*innen eingesandten Aufnahmen vergrößert sich nach und nach die Referenz-Datenbank, damit steigt auch die Trefferwahrscheinlichkeit.

Daten

Die App ist trackerfrei und kann im gesamten Funktionsumfang ohne Anmeldung genutzt werden.

Fazit

Rundum empfehlenswert.

Gemüse anbauen mit der Gemüse-Gärtner-App

Funktion

Die App enthält Anleitungen zum biologischen Anbau vieler verschiedener Gemüse- und Kräuterarten. In der kostenlosen Basisversion sind neun Gemüse- und Kräutersorten enthalten. Wem die App gefällt, kann für kleine Eurobeträge die gesamte Gemüse-Datenbank und die gesamte Kräuter-Datenbank freischalten.

Um herauszufinden, welche Gemüse- oder Kräuterart sich besonders gut für die Verhältnisse auf dem Balkon oder im Garten eignet, kann nach verschiedenen Kategorien gefiltert werden. So erfahren Nutzer*innen beispielsweise, welche Pflanzen pflegeleicht oder kälteverträglich sind, wieviel Sonne sie benötigen und ob sie für den Anbau in Kübeln geeignet sind.

Anbieter

Anbieter ist der österreichische Entwickler Daniel Puschina. Die App ist für Android und iOS verfügbar.

Daten

Die App enthält keine Werbung und ist trackerfrei.

Fazit

Rundum empfehlenswert.

Der Autor

E-Mail

t.baulig@mobilsicher.de

PGP-Key

0x16234D8513F50164

Fingerprint

7979 1AA9 7078 4137 55CC 142D 1623 4D85 13F5 0164

Thorsten Baulig

Thorsten Baulig macht Sie auf unseren Social Media-Kanälen und im monatlichen Newsletter auf unsere neuesten Beiträge und wichtige Branchennews aufmerksam - und ist immer auch auf Ihre Meinung zu diesen Themen gespannt. Außerdem kümmert er sich bei mobilsicher um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zuvor studierte er Kulturwissenschaft in Siegen und Berlin, organisierte Kulturprojekte und arbeitete im Verlag.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Apps für den Urlaub

Smartphone-Apps, die einem den Urlaub leichter machen, gibt es viele. Doch nicht jede App, die tolle Funktionen verspricht, ist sinnvoll. Wir geben Hilfestellung, was auf das Telefon sollte und was besser nicht.

Mehr
Ratgeber 

Coronavirus und Handy-Überwachung: Risiken und Nebenwirkungen

Viele Länder nutzen im Kampf gegen die Corona-Epidemie Handydaten, um Infizierte zu überwachen und Kontaktpersonen zu ermitteln. Auch in Deutschland wird der Ruf nach solchen Methoden lauter. Zeit, sich die Vorreiter näher anzusehen – samt Risiken und Nebenwirkungen.

Mehr
YouTube-Video 

Video: Was Sie über Gmail wissen sollten

Wie vertraulich ist der Vertraulich-Modus? Liest Google meine E-Mails mit? Und haben auch andere Anbieter Zugriff auf die Inhalte in meinem E-Mail-Postfach? Diese drei häufigen Fragen rund um Gmail und seine App klären wir im Video.

Ansehen
App-Test 

Heimweg-App Glympse kurz vorgestellt

Mit Glympse können Sie Ihren Standort per Link freigeben. Ihre Begleitung braucht also keine App. Allerdings kann Ihr Standort leicht ohne Ihr Wissen an Dritte gegeben werden. Die Firma Glympse Inc. sitzt in den USA und teilt Informationen aus der App mit Facebook und Google.

Mehr