Kinder und Jugendliche

Kids Zone im Test: Diskrete Kindersicherung

Ein Artikel von , veröffentlicht am 16.10.2018

Mit der App Kids Zone können Eltern die Smartphone-Nutzung ihres Kindes beschränken. Die App hat keine Überwachungsfunktion und überträgt keine Daten an den Anbieter. Aus Datenschutzperspektive schneidet sie daher gut ab. Der Funktionsumfang ist jedoch nur für kleinere Kinder ausreichend.

Das ist Kids Zone

Mit der App Kids Zone können Eltern die Nutzung von Apps auf dem Smartphone ihres Kindes einschränken und die Laufzeit begrenzen. Die App gibt es nur für Android.

Installiert man Kids Zone, kann man die Apps auswählen, die das Kind benutzen darf. Schaltet man anschließend die „Kids Zone“ ein, sind alle anderen Apps gesperrt. Einige Apps, wie der Google Play-Store und die Einstellungen, können für das Kind nie freigegeben werden.

Zudem kann man eine Zeit einstellen, nach deren Ablauf sich das Gerät komplett sperrt und auch die freigegebenen Apps nicht mehr genutzt werden können.

Die App ist in der Basisversion kostenlos. Darin lassen sich aber nur acht Apps freigeben und Telefonanrufe sind nicht möglich, solange die KidsZone eingeschaltet ist. Volle Funktionalität gibt es für einmalig 3,79 Euro (Stand Oktober 2018). Anbieter ist der kanadische Entwickler Ryan Park.

Was gibt es noch an Apps? Hier geht's zu unserer großen Übersicht von Kindersicherungs-Apps.

Vor- und Nachteile

Die App läuft insgesamt etwas ruckelig und sperrt das Gerät mit einer Zeitverzögerung von etwa einer Sekunde. Die Nutzbarkeit des Geräts ist stark eingeschränkt und Zeitlimits müssen immer neu gestartet werden.

Für kleine Kinder, die einmal am Tag eine gewisse Zeit mit dem Smartphone spielen wollen, ist die App gut geeignet.

Für ältere Kinder, die auch die Funktionsweise und Möglichkeiten des Geräts kennenlernen sollen, taugt die KidsZone aber nicht, da auch Systemfunktionen wie „Taschenlampe“, „WLAN-Einstellungen“ oder „Uhr“ nicht freigeschaltet werden können.

Kids Zone im Daten-Check

Kids Zone bietet den Eltern keine Überwachungsmöglichkeiten: Sie zeigt nicht an, welche der freigegebenen Funktionen wie lange genutzt wurden. Dementsprechend sendet die App auch keinerlei Daten an den Hersteller.

Wie alle Apps dieser Art fordert sie die Berechtigung "Zugriff auf Nutzungsdaten", um sehen zu können, welche anderen Apps genutzt werden.

Zwei Google-Dienste (Crashlytics und AppMeasurement) erhalten Nutzungsdaten aus der App, um dem Entwickler Absturz- und Nutzungsanalysen zu liefern. AppMeasurement erhält dabei die Google Werbe-ID des Gerätes.

Die Datenschutzerklärung ist vollständig und verständlich, aber leider nur auf Englisch verfügbar.

Fazit

Mit Blick auf Sicherheit und Privatsphäre des Nutzers ist Kids Zone das Beste, was wir in Sachen Kindersicherung mit Zeitbegrenzung finden konnten. Ob die Funktionalität ausreicht, ist Geschmackssache.

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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