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Android One: Pures Android für aktuellere Geräte

Ein Artikel von , veröffentlicht am 16.05.2018
Bild: Pixabay/ ractapopulous, Lizenz: CC0

Bei Android One passen Hersteller das Android-System nicht selbst für ihre Geräte an, sondern bekommen eine fertige Version von Android-Entwickler Google. Auch Handys und Tablets, die nicht von Google produziert werden, bekommen so schneller Updates. Das macht sie sicherer – und Google stärker.

Das Problem: Verzögerte Auslieferung

Wie in jedem Betriebssystem tauchen auch bei Android regelmäßig Fehler und Sicherheitslücken auf. Diese werden durch kleinere Anpassungen (Updates, bzw. Sicherheitspatches) oder durch größere Überarbeitungen (Upgrade auf eine neue Version) behoben.

In den Genuss solcher Software-Aktualisierungen kommen die Google-eigene Smartphone-Reihen Pixel und Nexus sofort. Andere Gerätehersteller dagegen müssen das Betriebssystem Android erst für ihre Smartphones und Tablets anpassen, diesen Prozess durchlaufen dann auch Updates und Upgrades. Das sorgt für Verzögerungen - Nutzer solcher Geräte sind deswegen oft wochen- oder monatelang nicht nach dem neuesten Stand der Technik geschützt. Viele Geräte erhalten auch gar keine Aktualisierungen.

Mehr über Updates und Upgrades erfahren Sie in unserem Hintergrundbeitrag Wieso Updates?

Die Lösung: Unveränderte Android-Version

Mit dem Partnerschaftsmodell Android One bietet Google Smartphone-Herstellern eine unveränderte Version des jeweils aktuellen Betriebssystems für ihre Produkte an. Sie geben die Software ohne eigene Variationen an die Geräte weiter.

Google verspricht bei diesem Modell zeitnahe Aktualisierungen. Auf der offiziellen Android-One-Webseite heißt es, dass Nutzer "mindestens zwei Jahre lang Upgrades auf die aktuelle Android-Version" erhalten. Eine Anfrage von Mobilsicher bei Google Deutschland ergab, dass diese Garantie auch Updates (kleinere Aktualisierungen) und sogenannte "Patches" (explizite Sicherheitsupdates bei Android) umfasst. 

Keine Bloatware von Herstellern

Geräte mit Android One kommen mit weniger vorinstallierter Software, sogenannter Bloatware, zu den Nutzern. Üblicherweise konkurrieren Gerätehersteller und Google um die Aufmerksamkeit von Smartphone-Nutzern, beide Parteien spielen zahlreiche eigene Programme auf die Geräte.

Android One dagegen enthält zwar vorinstallierte Google-Apps wie Google Fotos oder den Google Assistant, aber keine herstellerspezifischen Apps.

Auf Geräten vorinstallierte Programme müssen Sie nicht nutzen. Wann es sinnvoll ist, sich für Alternativen zu entscheiden, erklären wie im Beitrag Bloatware: Vorinstallierte Apps ersetzen.

Android One ist sinnvoll, stärkt aber Google

Aus Datenschutz- und Datensicherheitsperspektive ist das Modell Android One durchaus sinnvoll, denn veraltete Versionen von Betriebssystemen sind ein großes Risiko. Wenn Android One dafür sorgt, dass Software auch auf Geräten aktuell ist, die nicht aus der Google-Produktion stammen, ist das ein Plus für die Sicherheit von Smartphone-Nutzern.

Allerdings festigt Google mit diesem Schachzug auch seine Marktmacht bei der Smartphone-Software auf den Geräten anderer Hersteller. Im Sinne von Vielfalt und Wahlmöglichkeiten ist Android One also eher kein Fortschritt.

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Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

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