Ratgeber

4-Punkte-Basissicherung (Windows 10)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 17.05.2016

Sie haben ein neues Windows-Smartphone? Mit der richtigen Konfiguration können Sie Kostenfallen und Datenverlust vermeiden, Lauschangriffe vereiteln und Ihre Privatsphäre schützen. Die wichtigsten Einstellungen stellen wir in diesem Ratgeber vor.

Wir empfehlen, das Gerät sorgfältig zu konfigurieren, bevor Sie es mit dem Internet verbinden und eine SIM-Karte einlegen. Sonst wird es sofort Informationen an Microsoft übermitteln, noch bevor Sie die entsprechenden Optionen abgewählt haben.

1. Verlust, Diebstahl und Hardwaredefekten vorbeugen

Ist das Gerät weg oder kaputt, ist guter Rat teuer. Doch Sie können vorbeugen:

Datensicherung

Standardmäßig findet die Datensicherung bei Windows 10 über den Cloud-Dienst „OneDrive“ mit dem Microsoft-Konto statt. Diese Datensicherung konfigurieren Sie in „Einstellungen > Update & Sicherheit > Sicherung“. Die Inhalte in OneDrive sind gegenüber Dritten verschlüsselt. Microsoft selbst behält sich jedoch ausdrücklich die Möglichkeit und das Recht vor, die gespeicherten Daten nach illegalen Inhalten zu durchsuchen - aus Datenschützerperspektive außerordentlich problematisch.

Zusätzlich oder ersatzweise ist es sinnvoll, besonders wichtige oder persönliche Daten, wie zum Beispiel Fotos und Videos, per USB-Kabel auf einen Computer oder ein anderes Speichermedium zu übertragen.

Was Cloud-Dienste sind, erfahren Sie im Hintergrund Cloud-Computing mit Mobilgeräten. Was man bei der Auswahl eines Cloud-Dienstes zur Datensicherung beachten sollte, erklären wir im  Ratgeber Cloud-Speicher sicher nutzen.

Gerät bei Verlust sperren oder wiederfinden

Über das Microsoft-Konto kann das Gerät bei Verlust und Diebstahl geortet und gesperrt werden. Es ist auch möglich, per Fernzugriff alle Daten vom Gerät zu löschen. Dafür muss das Gerät angeschaltet sein und eine Internet-Verbindung haben. Konfigurieren können Sie die Funktion in Ihrem Konto, über account.microsoft.com/devices. Auch wenn die Positionserkennung im Gerät deaktiviert ist, kann es von Microsoft kontaktiert und mit einer gewissen Genauigkeit gefunden werden.

Mehr Informationen zum Fernzugriff auf Mobilgeräte,n finden Sie im Hintergrundtext Fernzugriff: Löschen und Sperren.

Rücksetzschutz

Damit Diebe nichts mit Ihrem Gerät anfangen können, gibt es bei Windows 10 einen Rücksetzschutz. Ist er aktiv, kann das Gerät auch nach dem Zurücksetzen auf Werkeinstellungen nicht ohne Kennwort neu in Betrieb genommen werden. Ob der Rücksetzschutz bei einem Telefon eingerichtet ist, kann man auf account.microsoft.com/devices/resetprotection unter Angabe der IMEI-Nummer überprüfen.

Den Schutz können Sie im Gerät aktivieren unter „Einstellungen > Updates & Sicherheit > Mein Handy finden“. Über das Microsoft-Konto kann auch für geschützte Geräte ein Wiederherstellungsschlüssel erstellt werden, mit dem der Schutz aufgehoben werden kann.

2. Zugriffsschutz bei physischem Zugang

Die PIN-Abfrage verhindert, dass UnbefugteZugriff auf Ihre Kontakte, Fotos und Apps haben, wenn sie kurzfristig an Ihr Smartphone oder Tablet gelangen. Die Geräteverschlüsselung hilft zusätzlich, wenn Angreifer beliebig viel Zeit haben, ihr Gerät zu knacken, beispielsweise nach einem Diebstahl.

PIN-Abfrage einrichten

Unter „Alle Apps > Einstellungen > Konten > Anmeldeoptionen“ können Sie eine Zahlenkombination festlegen, mit der sie sich bei Ihrem Gerät anmelden können. In der Praxis funktioniert diese „Anmeldung“ genauso wie eine Bildschirmsperre. Danach stellen Sie im gleichen Menü bei „Anmeldung erforderlich“ eine Zeit ein, nach der Windows Sie nach der PIN fragen soll (am besten „jedes Mal“).

Sperrbildschirm einrichten

Die Funktion „Sperrbildschirm“ schützt bei Windows 10 ausschließlich davor, dass man den Bildschirm versehentlich aktiviert, zum Beispiel in der Hosentasche. Die Funktion der Bildschirmsperre, die man von Android oder iOS kennt, heißt hier „PIN-Abfrage“ (siehe vorheriger Punkt).

Trotzdem ist der Sperrbildschirm sinnvoll. Unter „Alle Apps > Einstellungen > Personalisierung > Sperrbildschirm“ lässt er sich einrichten.

Verschlüsselung

Bei Windows 10 können Sie die auf dem Telefon gespeicherten Daten mit einer Verschlüsselung vor fremdem Zugriff schützen. Aktivieren Sie diese unter „Einstellungen > System > Geräteverschlüsselung“.

Was eine Geräteverschlüsselung ist, und wie sie sich zum Beispiel von der PIN-Abfrage unterscheidet, erklären wir im Hintergrund: Wie sich Mobilgeräte verschlüsseln lassen.

3. Schutz vor unsicheren Datenverbindungen

Smartphones verfügen über vielfältige Funkverbindungen, die grundsätzlich angreifbar sind. Sie können sich mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen vor den häufigsten Angriffen schützen.

WLAN konfigurieren

Wenn Sie unterwegs sind und das WLAN gerade nicht benutzen wollen, schalten Sie diese Verbindung aus. Ganz einfach geht das über die Navigationsleiste, die erscheint, wenn Sie von oben nach unten auf dem Bildschirm wischen. Dort tippen Sie einfach auf das WLAN-Symbol, um es ein- oder auszuschalten.

Überprüfen Sie regelmäßig die Liste der bekannten Netzwerke unter „Einstellungen > Netzwerk und drahtlos > WLAN > verwalten“. Mit den Netzwerken aus dieser Liste werden Sie automatisch verbunden, wenn sie in Reichweite sind. Löschen Sie Netze aus der Liste, die Sie nicht mehr brauchen, oder denen Sie nicht vertrauen. Zum Beispiel ungesicherte öffentliche WLANs.

Welche Gefahren es bei der Nutzung fremder WLANs gibt und wie Sie sich schützen können, erfahren Sie  in unserem Hintergrundartikel: Fremde WLANs nutzen.

Mobiler Hotspot

Unter „Einstellungen > Netzwerk und drahtlos > Mobiler Hotspot“ können Sie ihre Internetverbindung für andere Geräte freigeben. Deaktivieren Sie diese Option, wenn Sie sie nicht verwenden. Deaktivieren Sie auch die Option, dass andere, mit Bluetooth gekoppelte Geräte, diese Verbindung freigeben können.

Bluetooth, NFC, USB konfigurieren

Unter „Einstellungen > Geräte“ finden Sie die Einstellungen für Bluetooth, NFC und USB. Bluetooth und NFC sollten standardmäßig ausgeschaltet sein, wenn nicht benötigt. Bei USB sollten Sie die Einstellung aktivieren, dass das Gerät bei USB-Verbindungen mit PCs nach Zustimmung fragt.

Was es mit NFC auf sich hat, erfahren Sie in unserem Hintergrundartikel: NFC macht Smartphone zur Kreditkarte.

4. Schutz vor Kostenexplosionen

Große System-Updates über die mobile Datenverbindung oder sogenannte Abofallen in Spiele-Apps – gegen diese zwei Ursachen von Kostenexplosionen können Sie sich schützen.

Datennutzung konfigurieren

Unter „Einstellungen > Netzwerk und drahtlos > Datennutzung“ können Sie sich den Datenverbrauch der letzten 30 Tage anzeigen lassen. Falls Sie auf die Kosten für die mobile Datenverbindung achten möchten, können Sie diese dort bei Nichtverwendung ausschalten.

Unter „Einstellungen > Netzwerke und drahtlos > Mobilfunk + SIM“ können Sie festlegen, dass ihre Datenverbindung getrennt wird, wenn Sie in ein Roaminggebiet kommen. So fallen keine Kosten für Datenroaming an.

Drittanbietersperre

Damit Drittanbieter nicht direkt über die Mobilfunkrechnung Dienstleistungen abrechnen können, kann man bei seinem Mobilfunkanbieter eine sogenannte Drittanbietersperre aktivieren. Die verschiedenen Gesellschaften haben dabei unterschiedliche Verfahren. Bei Fragen dazu muss man sich an seinen Mobilfunkbetreiber wenden.

Mehr zum Thema Kostenfallen erfahren Sie in unserem Ratgeber: Unbekannte Kosten auf der Handyrechnung.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Video-Chat Jami kurz vorgestellt

Der Video-Chat Jami ist kostenlos, die Software quelloffen. Gespräche zu zweit und in Gruppen sind standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Anbieter ist eine kanadische Firma, die den Dienst gemeinsam mit Freiwilligen entwickelt.

Mehr
Ratgeber 

Startpage: „Wir speichern absolut nichts über die Suchenden“

Die Suchmaschine Startpage liefert relevante Suchergebnisse und schützt dabei die Daten der Suchenden. Doch dann kaufte sich ein US-amerikanischer Investor bei Startpage ein. Ändert sich jetzt alles? Wir haben nachgefragt.

Mehr
Ratgeber 

Suchmaschinen: Die 7 besten Google-Alternativen

Neben Google gibt es inzwischen etliche andere Suchmaschinen, die alle auf mehr Datenschutz bei der Suche setzen. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Anbieter, welche Stärken haben sie und wer steckt dahinter? Wir stellen die fünf besten Dienste vor.

Mehr
Ratgeber 

Musik-Streaming: Musikhören mit eingebauter Überwachung

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify haben die Musikkultur revolutioniert. Mobil können Nutzer jederzeit und an jedem Ort auf (fast) alle Musik der Welt zugreifen. Dabei bilden die Anbieter allerdings Nutzungsprofile – und auch die Künstler werden nicht immer angemessen an den Erlösen beteiligt.

Mehr