Ratgeber

3 Punkte für mehr Datenschutz beim ersten Start des Windows-10-Mobilgerätes

Ein Artikel von , veröffentlicht am 27.05.2016

Die Standardeinstellungen für Datenschutz sind bei Windows 10 mobile nicht eben hoch. Wer mehr will, sollte bereits beim ersten Einschalten einige Hinweise beachten. Denn einmal versendete Daten sind nicht mehr rückholbar.

Besonders sinnvoll ist es deshalb, die Datenschutzeinstellungen vorzunehmen, bevor das Gerät überhaupt persönliche Daten erfährt, die es übermitteln könnte. Mehr Daten kann man später noch jederzeit zur Verfügung stellen.

Was wir bei mobilsicher.de unter Datenschutz verstehen, erfahren Sie in unserem Hintergrundartikel Was ist eigentlich Datenschutz?

1. SIM-Karte und Konto-Einrichtung auf später verschieben

Zuallererst sollten die Datenschutzeinstellungen angepasst werden. Die Personalisierung lässt sich auf später verschieben. Das Gerät funktioniert trotzdem.

  • SIM-Karte erst später einlegen. Die SIM-Karte enthält unter anderem die Telefonnummer. Wird sie gleich am Anfang eingelegt, kann diese Information zum Beispiel mit der Werbe-ID oder dem Microsoft-Konto verknüpft werden. Wer die SIM-Karte vorerst weglässt, kann später entscheiden, ob er oder sie diese Verknüpfung möchte.
  • Microsoft-Konto erst später verknüpfen oder einrichten. Es kann sinnvoll sein, auf ein Konto zu verzichten oder für das Gerät ein neues anzulegen. Ist das Gerät jedoch erst einmal mit dem Microsoft-Konto verknüpft, ist das schwer rückgängig zu machen. Die Entscheidung darüber kann man verschieben, wenn man im Systemdialog auf die Frage, ob man ein Konto besitzt oder einrichten möchte, „jetzt nicht“ auswählt.

Mehr über das Windows-Konto erfahren Sie in unserem Hintergrundartikel Windows 10 - das unbekannte Wesen.

2. Keine Express-Einrichtung verwenden

Bei der Inbetriebnahme wird in der Regel eine Express-Einrichtung (oder „automatische Einstellung“) angeboten. Auf diese sollte man verzichten, weil dabei der Datenschutz auf ein Minimum reduziert ist.

  • Zunächst alle Befugnisse ausschalten. Wählt man beim Einrichtungsbildschirm „Anpassen“, findet man eine Übersicht von Befugnissen, die Microsoft für die eigenen Daten eingeräumt werden. Man kann sie mit Schaltern an- bzw. ausschalten. Sinnvoll ist, erst einmal alle Schalter auf links (also aus) zu setzen. Jede Erlaubnis kann auch später erteilt werden.
  • Erweiterte Datenschutzeinstellungen vornehmen. Nach der Ersteinrichtung sollten die Datenschutzeinstellungen noch weiter angepasst werden. Im Menü „Alle Apps > Einstellungen > Datenschutz“ befinden sich weitere Schalter, die Sie ebenfalls zunächst alle ausschalten sollten. Sollte eine App später nur funktionieren, wenn sie Daten weitergeben darf, können Sie das jederzeit erlauben.

3. Vorinstallierte Apps aufräumen

Windows-10-Mobilgeräte kommen mit vorinstallierten Apps. Welche das sind, hängt von Gerät und Hersteller ab. Einige dieser Apps sind nicht datensparsam. Um Ihre Privatsphäre zu schützen, deinstallieren Sie nicht benötigte Apps.

Damit wird auch Speicherplatz frei. Zudem wird der Akku und gegebenenfalls die Telefonrechnung geschont, weil diese Apps dann keine Daten mehr versenden können.

Die Apps deinstallieren Sie unter „Alle Apps“, indem Sie die App antippen und halten, bis sich eine Liste von Optionen öffnet. Sie wählen „Deinstallieren“ aus und werden gebeten, diese Entscheidung zu bestätigen.

Als Faustregel gilt: was sich deinstallieren lässt, ist keine systemrelevante App. Bei Apps, die Windows zum Funktionieren braucht, ist der „deinstallieren“-Button nicht klickbar.

Es sei angemerkt, dass die Geräte mit Windows 10 in der Regel eine vollständige Lizenz mitbringen. Microsoft bietet die Möglichkeit, sich mit der Lizenznummer ein „frisches“ Windows herunterzuladen und auf das Mobilgerät zu bringen.

Fortgeschrittene Anwender können damit ohne überflüssige Apps starten, die der Gerätehersteller vorinstalliert hatte.

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