Heimweg-App WayGuard kurz vorgestellt

WayGuard-App-Test
Pressefoto: WayGuard

WayGuard bietet einen 24-Stunden-Begleitservice für den Heimweg und beschäftigt dazu ein eigenes Team. Hinter der kostenlosen App steht der Versicherungskonzern AXA. Die App ist einfach zu bedienen, bindet aber auch Facebook- und Google-Dienste ein.

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Handyortung · Standort
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Auf einen Blick

Das ist WayGuard

Die App WayGuard ist für Nutzer*innen gedacht, die sich unwohl fühlen, wenn sie alleine unterwegs sind – zum Beispiel spät abends. Die App sendet den eigenen Standort an das WayGuard-Team und auf Wunsch zusätzlich an eine*n Freund*in, der*die den Heimweg über die App auf einer Karte beobachten kann.

Wenn Sie selbst oder Ihr*e Freund*in einen Notfall-Button in der App betätigen, wird zunächst das WayGuard-Team angerufen, das dann bei Bedarf die Polizei informiert.

Die App übermittelt auch den genauen Standort an das WayGuard-Team. Dieser kann dann ebenfalls der Polizei mitgeteilt werden. Ruft man die Polizei hingegen direkt unter 110 an, kann diese den Standort nur (ungenauer) über das Mobilfunknetz ermitteln.

Warum die Polizei nur ungenau orten kann, erklären wir im Beitrag: Handy orten – wie geht das?

Außerdem ist es möglich, während des Heimwegs mit der Begleitperson zu telefonieren – entweder mit dem*der begleitenden Freund*in oder mit einem WayGuard-Teammitglied.

Entwickelt hat die App der Versicherungskonzern AXA (AXA Konzern AG) mit Sitz in Köln, in Kooperation mit der Kölner Polizei. Ein AXA-Sprecher erklärt in diesem Video, die Versicherung wolle durch die App als „Sicherheitspartner“ im Alltag auftreten. Innerhalb der App bewirbt AXA auch andere Produkte, beispielsweise die hauseigene Haftpflichtversicherung.

WayGuard gibt es für Android und iOS.

Diese Daten kann die App abrufen

Wenn Sie die App einrichten, müssen Sie einen Namen, eine E-Mail-Adresse und eine Mobilfunknummer angeben, sonst funktioniert sie nicht. Alter, Geschlecht und Profilbild sind optional. Wenn Sie das erste Mal eine Begleitung starten, müssen Sie den Zugriff auf den Standort erlauben.

Diese Daten werden an Server übermittelt, die AXA laut Datenschutzerklärung im deutschen Amazon-Rechenzentrum gemietet hat.

Wenn Sie Freund*innen als Begleiter*innen hinzufügen möchten, können Sie der App den Zugriff auf Ihr Adressbuch erlauben. Die Firma gleicht dann auf ihren Servern ab, welche Ihrer Kontakte bereits als WayGuard-Nutzer*innen bekannt sind und zeigt Sie in der App an.

Laut Datenschutzerklärung werden alle anderen Daten gleich nach dem Abgleich gelöscht. Wahlweise können Sie den Adressbuchzugriff auch verweigern und Freunde manuell über die Telefonnummer hinzufügen.

Den Zugriff auf Kamera und Speicher braucht die App nur, wenn Sie direkt aus der App ein Profilbild aufnehmen oder ein Bild aus Ihrer Galerie hochladen möchten.

Wenn Sie die Option „mit Facebook anmelden“ nutzen, schickt Facebook folgende Angaben Ihres Facebook-Accounts an WayGuard: E-Mail-Adresse, den Facebook-Namen, das Geschlecht sowie das Profilbild. Wir raten grundsätzlich dazu, sich in Apps neu zu registrieren, statt das Facebook-Profil zu verwenden.

Mehr Informationen zur Anmeldung per Facebook gibt’s hier: Login mit Facebook.

Diese Daten speichert WayGuard über Sie

Ihre hinterlegten Profildaten werden vom Dienst gespeichert, bis Sie Ihren Account löschen. Erfreulich: WayGuard speichert nach eigenen Angaben keinerlei Informationen über Orte oder von Ihnen zurückgelegte Strecken, sondern löscht alle Daten einer Tour, sobald Sie sie beenden.

Gesendete Chatnachrichten werden von den Servern gelöscht, sobald sie übermittelt wurden und spätestens, wenn Sie die Tour beenden.

Ausnahme: Informationen zu ausgelösten Notrufen werden drei Monate lang gespeichert und dann erst gelöscht. (Hier geht’s zur Datenschutzerklärung.)

Wenn Sie einmal vergessen, eine Tour zu beenden, geschieht dies nach 24 Stunden automatisch.

Diese Daten gibt die App weiter

Im Fall eines Notrufs kann WayGuard die vorliegenden Informationen des*der Betroffenen und gegebenenfalls auch die Daten der Begleitperson an die Polizei weitergeben.

Für die Funktion „Begleitanrufe“ arbeitet WayGuard mit einer externen Telefon-Leitstelle der Firma Bosch zusammen. Die Anrufe werden aufgezeichnet, zur Verbesserung der Servicequalität ausgewertet und nach drei Monaten gelöscht.

Außerdem bindet WayGuard insgesamt drei externe Analysedienste ein: GoogleAnalytics, den Absturzmelder hockeyapp von Microsoft sowie Facebooks Analysedienst. Wenn Sie ein Facebook-Konto haben, verknüpft Facebook Daten aus der WayGuard-App damit.

Ein mobilsicher-Datentest der Android-App ergab, dass die Dienste folgende Daten erhalten:

  • Facebook: App-Name, Gerätemodell, Sprache, Zeitzone und die Werbe-ID. Wenn Sie Facebook nutzen, werden diese Informationen dort zur Personalisierung von Werbung genutzt.
  • hockeyapp (Microsoft): Gerätemodell, Android-Version, Display-Auflösung.
  • Google Analytics: Name der App, Nutzungsdaten (z.B. welche Menüpunkte geöffnet werden); laut Datenschutzerklärung wird die IP-Adresse gekürzt übertragen und nicht mit anderen Google-Diensten in Verbindung gebracht.

Fazit: Marketing, von dem alle profitieren

Wer sich auf dem Heimweg begleiten lassen möchte, ist aus unserer Sicht mit der App WayGuard gut ausgestattet. Die App ist leicht zu bedienen. Trotzdem empfehlen wir, sich bereits vor der ersten Nutzung in Ruhe damit vertraut zu machen.

Das WayGuard-Hintergrundteam war bei einem mobilsicher-Test an einem Werktag um 22 Uhr problemlos erreichbar. Unsere Redakteurin meldete sich am Telefon als 24-jährige Anna, die die App für den Ernstfall ausprobieren wollte. Der WayGuard-Mitarbeiter bestätigte ihren Standort und reagierte freundlich auf den Testanruf.

Gleich drei Analysedienste großer Drittanbieter in die App einzubinden, wäre aus unserer Sicht jedoch nicht notwendig. Immerhin informiert die Datenschutzerklärung umfassend und konkret.

Ein Angebot wie WayGuard, bei dem ein Hintergrundteam täglich im Einsatz ist, kann nur mit einer großen Firma im Rücken kostenlos sein. Wir bewerten die App als Marketingmaßnahme der Firma AXA, von der in diesem Fall alle profitieren.

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