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Welche App-Stores sind sicher?

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Es gibt viele verschiedene Quellen, um an Apps für Smartphone oder Tablet zu kommen. Doch nicht alle Quellen sind gleich zuverlässig. Wir erklären, welcher Store zu welchem Gerät passt, und wie sich die Sicherheitsvorkehrungen der Anbieter unterscheiden.

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Amazon · Android · App-Stores · Apps · F-Droid · iOS · Play-Store
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Keine Wahl: iPhone und iPad

Nutzer von iPhone oder iPad können neue Apps nur über den App-Store von Apple installieren. Der Betreiber gibt an, jede dort eingestellte App durch Mitarbeiter auf Funktions- und Sicherheitsmängel zu überprüfen. Zudem kann Apple nachträglich Apps aus dem Store entfernen und sogar per Fernzugriff von den Geräten der Nutzer. Ein Schadprogramm, das nicht nur für Demonstrationszwecke entwickelt wurde, ist bislang noch nicht in Apples App-Store entdeckt worden.

Nicht-zertifizierte Software aus anderen Quellen kann auf Apple-Geräten meist nur installiert werden, wenn ein sogenannter Jailbreak durchgeführt wurde. Allerdings gibt es auch alternative (vor allem chinesische) App-Stores, die ohne Jailbreak funktionieren. Aus Sicherheitsgründen raten Experten jedoch dringend davon ab, diese zu nutzen.

Play-Store: Der Standard in der Android-Welt

Beim Android-Betriebssystem können Nutzer ihre Apps aus unterschiedlichen Quellen beziehen – und sogar verschiedene App-Stores parallel nutzen. Für die meisten Nutzer ist dabei der Play-Store von Google die erste Wahl. Der Play-Store ist meist als App auf dem Smartphone vorinstalliert.

Google lässt Apps, die Entwickler in den Play-Store laden, nicht von Menschen überprüfen. Seit 2012 gibt es aber mit „Bouncer“ einen umfangreichen Prüfalgorithmus, der Funktions- und Sicherheitsmängel aufspüren soll. Auch Google löscht problematische Apps nachträglich aus dem Store, und kann sie auch per Fernzugriff von den Geräten der Nutzer entfernen.

Obwohl „Bouncer“ als leistungsfähig gilt, gelangen immer wieder Schadprogramme in den Play-Store.

Zugang zum Play-Store nur mit Google-Konto

In der Regel werden Android-Geräte mit einem Google-Konto verknüpft. Der Nachteil dabei: Google analysiert das mobile Nutzungsverhalten des Smartphone-Besitzers.

Wer das nicht will, kann sein Android-Gerät auch ohne Google-Konto nutzen, muss aber auf Google-Apps wie Gmail, Google Maps – aber auch den Play-Store verzichten. Auch Sicherheitsupdates für das Betriebssystem werden zum Teil über den Play-Store verteilt.

Ein Android-Gerät ohne Google zu nutzen, ist daher etwas aufwändiger. Wie es geht, erklären wir hier: Google Dienste datensparsam verwenden.

Alternative 1: Amazons App-Shop

Ob als Alternative oder als Ergänzung zum Play-Store: Ein Blick auf andere Quellen für Apps lohnt sich für Android-Nutzer auf jeden Fall. Die bekannteste Alternative zum Play-Store hat der Online-Händler Amazon entwickelt: Der App-Shop.

Der App-Shop umfasst rund 375.000 Apps (Stand 24.5.2015) und ist damit deutlich kleiner als die Stores von Google und Apple, die beide über eine Million Apps verzeichnen. Auf Amazon-Geräten wie dem Fire-Phone ist er als App vorinstalliert. Die Installation auf anderen Android-Geräten ist möglich, aber nicht ganz einfach.

Wer sich Anwendungen aus Amazons App-Shop herunterladen möchte, braucht dazu ein Amazon-Nutzerkonto. Auch Amazon gibt an, alle Apps die im App-Shop landen, von Menschen auf Funktion und Sicherheitsmängel überprüfen zu lassen.

In der Vergangenheit sind dort dennoch eine Reihe betrügerischer Programme aufgetaucht, die Fähigkeiten vortäuschten, die sie nicht hatten.

Alternative 2: F-Droid

In dem App-Store F-Droid finden sich zwar nur rund tausend Apps, die aber ausschließlich kostenfrei sind und von Open Source-Entwicklern geschrieben wurden. Das heißt, der Programmcode für jede App ist frei zugänglich, und kann nach dem Mehraugenprinzip überprüft werden.

Alle Apps werden von den Betreibern geprüft, und Nutzer werden gewarnt, sollte es Bedenken beim Schutz der Privatsphäre geben. Ein Nutzerkonto ist nicht nötig. F-Droid arbeitet nicht kommerziell und finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

Alternative 3: Noch mehr Stores

Auch einige Hersteller, wie zum Beispiel Samsung und Sony, haben für ihre Smartphones und Tablets eigene App-Stores entwickelt. Diese können nur mit einem Gerät des entsprechenden Herstellers genutzt werden und benötigen in der Regel ein Nutzerkonto.

Darüber hinaus gibt es viele kleine App-Stores die sich in Aussehen und Preisgestaltung stark unterscheiden. Zu nennen sind App-Stores wie „GetJar“, „Opera Mobile Store“ oder „AndroidPit App Center“. Bei diesen und anderen weniger bekannten Quellen sollte man sich vorher genau informieren, ob und wie die Apps dort auf Qualität und Unschädlichkeit geprüft werden.

Seriöse Quellen veröffentlichen Informationen darüber auf ihrer Webseite. Da über 99% aller Schadprogramme für Android nicht aus dem Play-Store sondern aus alternativen Quellen kommen, und die überwältigende Mehrzahl an Infektionen mit Schadprogrammen in Asien, Russland und dem nahen Osten stattfinden, warnen Experten eindringlich vor anderen App-Stores, vor allem aus den genannten Gegenden.

Zahlungsmöglichkeiten überprüfen

Wer sich kostenpflichtige Apps herunterladen möchte, der sollte genau überlegen, wem er seine Konto- oder Kreditkarteninformationen anvertraut. Alternativ bieten sich die Gutschein-Lösungen an: Smartphone-Nutzer können im Supermarkt oder Kiosk Gutscheine für Googles Play-Store, Amazons App-Shop und Apples App-Store kaufen. In der jeweiligen App kann man dann den Gutscheincode eingeben und über das Guthaben verfügen.

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