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Navi-Apps im Check: Google Maps

Google Maps

Google Maps ist die beliebteste Navi-App für das Smartphone, auch bei Apple-Nutzern. Doch wer sie nutzt, verrät Google auch, wo er sich befindet – und vieles mehr. Welche Daten sammelt die praktische Landkarte und wie kann man sich davor schützen?


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Auf einen Blick

Das ist Google Maps

Google Maps ist uneingeschränkter Marktführer unter den Navigations-Apps. Bei Android-Geräten ist die App vorinstalliert, in Apples App-Store steht sie auf Platz Nummer 13 der am häufigsten installierten, kostenlosen Apps.

Der Kartendienst findet sich außerdem als Baustein in vielen anderen Apps. Google hat dafür eine Schnittstelle für Entwickler zur Verfügung gestellt, die es beispielsweise erlaubt, in Banking-Apps anzuzeigen, wo sich die Geldautomaten der Bank befinden.

Bezahlt wird bei dem kostenlosen Dienst mit Daten und Werbung: Unternehmen können in Google Maps Webung zeigen und zum Beispiel bezahlte „Pins“ schalten lassen. Je nach Einstellung erfasst Google Standort und Suchanfragen aus der App und wertet diese Informationen aus.

Google Maps erfasst den Standort

Google Maps fragt automatisch den Standort des Gerätes ab und überträgt ihn an Google. Den Standort ermittelt das Smartphone oder Tablet selbst, aus einer Mischung von verschiedenen Ortungsdiensten: GPS, Ortung per Mobilfunk und Ortung per WLAN.

Sie können Google Maps verbieten, den Standort zu erfassen, ohne die Standortermittlung für das ganze Gerät zu deaktivieren.

Bei iPhones und iPads finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Google Maps.

Bei Android-Geräten (ab Android 6.0 / Marshmallow) finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Apps (manchmal auch Anwendungsmanager) > Google Maps > Berechtigungen. Die Android-Versionen 5.x und älter erlauben die Deaktivierung des Standorts für einzelne Apps nicht.

Wer den Standort für Google Maps deaktiviert hat und sich eine Route berechnen lassen will, muss Start- und Endpunkt natürlich manuell eingeben.

Allerdings gilt bei beiden Betriebssystemen: Wer Google Maps den Zugriff auf den Standort verweigert, arbeitet trotzdem nicht offline. Eingetippte Suchanfragen, Routen, die IP-Adresse und bestimmte Geräteinformationen werden trotzdem übertragen und ausgewertet.

Google hat viele Ohren

Auch die meisten anderen Google-Apps erfassen und übertragen den Standort des Geräts. Wer Google Maps den Zugriff verweigert, aber der Google-Suche nicht, hat also nicht viel gewonnen.

Für Android-Geräte gilt zudem: Wer bei seinem Gerät unter Einstellungen > Standort > Modus „Hohe Genauigkeit“ oder „Batteriesparmodus“ aktiviert hat, der greift auf die Standortermittlung von Google zurück.

Dabei werden die Namen der WLAN- und Mobilfunknetze in der Umgebung des Gerätes an eine riesige Datenbank von Google gesendet und dort mit bekannten Ortsdaten dieser Netze abgeglichen.

Ohne tiefere Eingriffe ins Betriebssystem, die wir hier nicht empfehlen möchten (rooten), ist es nicht möglich, die Standortermittlung über WLAN und Mobilfunknetze zu nutzen, aber von Google abzukoppeln.

Standorterfassung im Google-Konto einstellen

Nach aktuellen Informationen gibt es zwei Punkte im Google-Konto, an denen man die Standorterfassung deaktivieren kann: Die Funktion „Standortverlauf“ und die Funktion „Web und App-Aktivitäten“.

Ist die Funktion „Standortverlauf“ im Konto aktiviert, fragt Google den Standort des Gerätes regelmäßig ab, auch wenn gerade kein Google-Dienst genutzt wird. Die Funktion läuft unabhängig von Google Maps. Google erstellt aus den Daten eine Zeitachse, die Nutzer in ihrem Google-Konto einsehen können. Daten aus dem Standortverlauf wertet Google für Werbung und standortbezogene Vorschläge aus.

Wenn man die Funktion „Standortverlauf“ deaktiviert und Google Maps nutzt, landen trotzdem Standortdaten im Google-Konto. Erst, wenn man die Funktion „Web- und App-Aktivitäten“ ebenfalls ausschaltet, ist dies unterbunden. Beide Punkte lassen sich am einfachsten im Webinterface des Google-Kontos deaktivieren.

Weil Google völlig unzulänglich über diese beiden Funktionen informierte, geriet der Konzern im August 2018 unter Druck.

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